Sivers Semiconductors Aktie: 65-Prozent-Sturz vom 52-Wochen-Hoch
Die Umwandlung einer 17-Millionen-Dollar-Anleihe in Aktien drückt den Kurs von Sivers Semiconductors massiv und verwässert die Anteile bestehender Aktionäre.

- Kursverlust von fast zwei Dritteln
- 17-Millionen-Dollar-Anleihe in Aktien gewandelt
- Insider kaufen trotz Kursverfalls zu
- US-Zweitlisting für 2026/2027 geplant
Ein Kurssturz von fast zwei Dritteln innerhalb weniger Wochen — das ist die bittere Bilanz für Aktionäre von Sivers Semiconductors. Der schwedische Halbleiterspezialist schloss am Mittwoch bei 3,55 Euro. Auslöser der Talfahrt: die Wandlung einer Anleihe über 17 Millionen Dollar in neue Aktien.
Wandelanleihe drückt auf den Kurs
Die Umwandlung schuf frische Aktien und verwässerte damit die Anteile bestehender Investoren. Der Markt reagiert seither nervös auf das zusätzliche Angebot an Papieren. Auch an der US-Börse zeigte sich die Unsicherheit deutlich: Die dort gelisteten Anteile (SIVEF) fielen am Mittwoch um 5,82 Prozent auf 4,13 Dollar.
Das Handelsvolumen in den USA erreichte 2,01 Millionen Aktien. Die Kursspanne des Tages lag zwischen 3,96 und 5,10 Dollar — ein Ausschlag, der die Verunsicherung internationaler Anleger unterstreicht.
Absturz von den Höchstständen im Juni
Noch am 3. Juni markierte die Aktie ein 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro. Von diesem Niveau aus hat sich der Kurs um 65,34 Prozent entfernt. Allein in den vergangenen 30 Tagen büßte das Papier 58,28 Prozent ein, auf Wochensicht waren es 14,55 Prozent.
Der aktuelle Kurs liegt damit klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,15 Euro und auch unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 3,83 Euro. Zum Vergleich: Im März notierte die Aktie noch bei einem 52-Wochen-Tief von 0,27 Euro. Die Marktkapitalisierung beziffert sich derzeit auf 1,14 Milliarden Euro.
Die jährliche Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei 154,15 Prozent. Das zeigt, wie stark die Kursfindung gerade in Bewegung ist.
Technische Bild bleibt angespannt
Der 14-Tage-RSI notiert bei 35,6. Das signalisiert eine bärische Tendenz, ohne die klassische Überverkauft-Schwelle von 30 bereits zu erreichen. Der Verkaufsdruck hat die Aktie an den unteren Rand ihrer Handelsspanne gedrückt — extremes Terrain ist aber noch nicht erreicht.
Der breitere Halbleitersektor durchläuft parallel eine Neubewertung. Bewertungsmultiplikatoren für Halbleiter- und Softwareunternehmen beginnen sich anzunähern, was auf eine sektorweite Neuausrichtung hindeutet. Mittelgroße Werte wie Sivers dürften davon nicht unberührt bleiben.
Insider kaufen trotz Kursverfalls
Mitte Juli kauften Vorstandsmitglieder und der CEO von Sivers eigene Aktien zu. Diese Käufe könnten als Vertrauenssignal für die langfristige Strategie gewertet werden, auch wenn sie den unmittelbaren Verwässerungseffekt der Anleihewandlung nicht ausgleichen.
Zwei weitere Faktoren stützen die institutionelle Nachfrage: Die Aufnahme in den Nasdaq Stockholm Index erfolgte bereits am 23. Mai. Zudem laufen die Vorbereitungen für ein vollständiges Zweitlisting in den USA weiter, nachdem das Unternehmen im Mai einen angepassten Jahresbericht eingereicht hatte.
Der Abschluss dieses US-Listingprozesses wird für die zweite Jahreshälfte 2026 oder das erste Quartal 2027 erwartet. Bis dahin bleibt die frische Aktienverwässerung das bestimmende Thema für die Bewertung des Unternehmens.
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