Sivers Semiconductors Aktie: 70-Prozent-Sprung, Redeye bleibt bei 6,20 SEK

Nach 70 Prozent Kursplus an einem Tag steht Sivers Semiconductors vor einer massiven Kluft zwischen Aktienkurs und Analystenbewertung.

Die Kernpunkte:
  • 70 Prozent Kursplus an einem Tag
  • Redeye bestätigt fairen Wert von 6,20 SEK
  • Partnerschaft mit GlobalFoundries ohne konkrete Zahlen
  • Umsatzrückgang trotz Pipeline-Wachstum

Sivers Semiconductors steht nach einem 70-Prozent-Sprung an einem Tag vor einer ungewöhnlich scharfen Bewertungsdebatte. Der schwedische Halbleiterwert hatte am Dienstag auf Nasdaq Stockholm zeitweise über 100 SEK notiert — mehr als 2.400 Prozent Plus seit Jahresbeginn. Auslöser war eine strategische Partnerschaft mit GlobalFoundries im Bereich Silizium-Photonik für KI-Rechenzentren. Die Analystenreaktion fiel jedoch ernüchternd aus.

Redeye bleibt bei 6,20 SEK

Die Investmentbank Redeye, die Sivers im Auftrag des Unternehmens analysiert, bestätigte nach der Rallye ihren fairen Wert von 6,20 SEK je Aktie. Analyst Jacob Benon bezeichnete die Kursreaktion gegenüber Dagens Industri als „extrem stark“ und stellte klar, dass die jüngste Nachricht an der Bewertungseinschätzung nichts ändere. Die Diskrepanz zwischen Börsenkurs und Research-Wert ist damit außergewöhnlich groß.

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Bereits nach dem Q1-Bericht hatte Redeye den Wert bei 6,20 SEK belassen. Die Bank hob zwar die um 77 Prozent gewachsene Opportunity-Pipeline auf 799 Millionen Dollar hervor, betonte aber, dass der Markt eine Umsetzungskapazität einpreise, die in größerem Maßstab noch nicht bewiesen sei.

Partnerschaft ohne Zahlen

Die Kooperation mit GlobalFoundries zielt auf optische Konnektivität in KI-Infrastrukturen und Rechenzentren. Sivers‘ Laser-Arrays sollen in Referenzdesigns auf GlobalFoundries‘ Silizium-Photonik-Plattform integriert werden, mit Unterstützung für Co-Packaged Optics und Linear Pluggable Optics.

Die Ankündigung stärkt die Positionierung in einem Markt, der bis 2030 auf 25 Milliarden Dollar für Pluggable Optics geschätzt wird. Vertragswert, verbindliche Volumina, Exklusivität oder ein konkreter Umsatzzeitplan wurden nicht genannt. Die Mitteilung konzentriert sich auf Referenzdesigns und GlobalFoundries‘ SCALE-Plattform.

Q1-Zahlen zeigen die Kehrseite

Das erste Quartal offenbarte den Spagat zwischen Pipeline-Wachstum und operativer Realität. Der Nettoumsatz fiel um 22 Prozent auf 61,9 Millionen SEK. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 13,8 Millionen SEK, das operative Ergebnis bei minus 41,5 Millionen SEK, der operative Cashflow bei minus 49,2 Millionen SEK.

Sivers führte den Umsatzrückgang auf den US-Regierungsstillstand im vierten Quartal 2025, verzögerte Verteidigungsbudget-Freigaben und ein ungünstiges Wechselkursumfeld zurück. Die Pipeline wuchs im selben Zeitraum um 77 Prozent auf knapp 800 Millionen Dollar.

Umsetzung wird zur Nagelprobe

Die zentrale Frage lautet, ob sich KI-Rechenzentrumspartnerschaften schnell genug in Umsatz, Marge und Cashflow übersetzen lassen, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen. Die GlobalFoundries-Kooperation stärkt die strategische Erzählung in der Silizium-Photonik, liefert aber keine harten Daten für kurzfristige Umsatzmodelle.

Solange Referenzdesign-Integration, Produkthochläufe und Kundenaktivität nicht in berichteten Erlösen sichtbar werden, bleibt die Kluft zwischen Marktpreis und Redeyes Bewertung das bestimmende Thema für die Sivers-Aktie.

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