Sivers Semiconductors Aktie: 7,44 Prozent Minus auf 3,93 Euro

Massive Aktienverwässerung und Leerverkäufer-Attacken lassen den Kurs von Sivers Semiconductors weiter einbrechen.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von über sieben Prozent
  • Wirtschaftsprüfer zweifeln an Bestand
  • Darlehenswandel verwässert Altaktionäre
  • Management verpflichtet sich zu Haltefrist

Der freie Fall bei Sivers Semiconductors geht weiter. Allein im letzten Monat halbierte sich der Börsenwert der schwedischen Technologiefirma. Am Dienstag brach der Kurs um weitere 7,44 Prozent auf 3,93 Euro ein. Ein Mix aus Leerverkäufer-Attacken und massiver Verwässerung treibt Anleger in die Flucht.

Wirtschaftsprüfer schlagen Alarm

Die Stimmung am Markt ist extrem angespannt. Berichte über schwere Vorwürfe von Leerverkäufern machen die Runde. Schwerer wiegt die Skepsis der eigenen Wirtschaftsprüfer. Sie bezweifeln offenbar den Fortbestand des Unternehmens. Das Management steuert dagegen.

Vorstandschef Vickram Vathulya und Finanzchef Heine Thorsgaard unterzeichneten eine Haltefrist. Sie dürfen ihre eigenen Aktien bis Mitte Juli 2026 nicht verkaufen. Das soll die Aktionärsbasis stabilisieren. Die Maßnahme verpuffte am Markt bisher völlig.

Kapitalspritze führt zur Verwässerung

Ein Auslöser für den Abverkauf war eine weitreichende Kapitalmaßnahme. Der Kreditgeber Bootstrap Europe wandelte ein Darlehen über 12 Millionen US-Dollar in Eigenkapital um. Sivers Semiconductors gab dafür knapp 23 Millionen neue Aktien aus. Altaktionäre erlitten dadurch eine Verwässerung von gut sechs Prozent.

Finanzchef Thorsgaard nannte den Schritt strategisch wichtig. Die Zinslast sinkt, die Bilanz wird stärker. Kurz zuvor nahm das Unternehmen rund 700 Millionen Schwedische Kronen bei institutionellen Investoren auf. Die Aktionäre reagierten trotzdem mit Verkäufen.

KI-Fantasie trifft auf harte Realität

Trotz der Turbulenzen hält Sivers an großen Plänen fest. Das Ziel: ein zweites Börsenlisting an der New Yorker Nasdaq. Der Startschuss soll zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 fallen. Das frische Kapital fließt in die Produktion von speziellen Lasern für KI-Rechenzentren. Hier sieht der Vorstand eine Projektpipeline von fast 800 Millionen Dollar.

Am 6. August 2026 müssen konkrete Antworten folgen. Dann präsentiert das Unternehmen den Finanzbericht für das zweite Quartal. Investoren fordern Transparenz zur finanziellen Stabilität. Bis dahin bleibt das Papier mit einer enormen Volatilität von 218 Prozent ein hochspekulatives Investment.

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