Sivers Semiconductors Aktie: CEO kauft 70.000 Aktien
Nach Auslaufen der Haltefrist verkaufen mehrere Insider, während der Vorstandsvorsitzende seine Anteile aufstockt. Der Aktienkurs bleibt unter Druck.

- Kursverlust von fast 60 Prozent
- Lock-up-Frist läuft am 16. Juli aus
- CEO kauft 70.000 Aktien hinzu
- Chairman und Board-Mitglieder verkaufen
Ein Aktienkurs im freien Fall, während die eigene Führungsriege in unterschiedliche Richtungen handelt. Genau das erlebt Sivers Semiconductors gerade. Der Kurs des schwedischen Photonik-Unternehmens ist binnen eines Monats um fast 60 Prozent eingebrochen. Auslöser ist ein ausgelaufenes Lock-up-Abkommen, das plötzlich Bewegung in die Aktionärsstruktur bringt.
Am Freitag ging es weiter bergab. Die Aktie verlor 3,2 Prozent und schloss bei 2,90 Euro. Von ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Juni bei 10,23 Euro trennen den Titel damit inzwischen fast drei Viertel des Wertes.
Warum die Lock-up-Frist alles ins Rollen brachte
Im April hatte Sivers eine gezielte Aktienemission durchgeführt. Die dabei vereinbarten Haltefristen liefen am 16. Juli 2026 aus. Damit konnten mehrere hochrangige Insider und institutionelle Aktionäre erstmals wieder frei über ihre Anteile verfügen.
Ein Unternehmensupdate vom 21. Juli zeigt: Die Reaktionen der Führungsebene fielen gemischt aus. Auf der einen Seite stehen deutliche Verkäufe, auf der anderen ein bemerkenswerter Vertrauensbeweis des Vorstandschefs.
Die größten Bewegungen kamen von Vorstandsmitgliedern und deren Investmentvehikeln:
- Headwaters Capital LLC (Investmentvehikel von Board-Mitglied Todd Thomson) verkaufte bis zum 22. Juli insgesamt 950.000 Aktien und spendete zusätzlich 50.000 Aktien an eine gemeinnützige Organisation.
- Chairman Bami Bastani verkaufte am ersten Tag nach Fristende 275.000 Aktien, spendete 60.000 Aktien an Wohltätigkeitsorganisationen und schenkte weitere 70.000 Aktien Familienangehörigen. Ihm verbleiben 381.360 Aktien, ein Teil davon unterliegt einer neuen einjährigen Haltefrist.
- CEO Vickram Vathulya kaufte dagegen 70.000 zusätzliche Aktien am freien Markt. Seine Beteiligung wächst damit auf rund 4,54 Millionen Aktien, hinzu kommen 3,7 Millionen Aktienoptionen.
Der Kaufzug des CEO fällt auf, weil er dem Verkaufsdruck der übrigen Insider klar widerspricht. Während Board-Mitglieder Kasse machen, setzt Vathulya sein eigenes Kapital ein.
Charttechnik zeigt überverkaufte Aktie
Der Titel notiert derzeit rund 51 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 5,95 Euro — ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend der vergangenen Wochen. Der 14-Tage-RSI liegt bei 35,9 und nähert sich damit der Marke von 30, ab der Titel gemeinhin als überverkauft gelten. Das deutet auf Potenzial für eine technische Gegenbewegung hin, auch wenn die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 161,68 Prozent das Ausmaß der jüngsten Schwankungen unterstreicht.
US-Listing rückt Fundamentaldaten in den Fokus
Parallel zur Insider-Aktivität treibt Sivers seine Pläne für ein zweites Listing in den USA voran. Um die Rechnungslegung an die Standards des amerikanischen Prüfungsaufsicht PCAOB anzupassen, verschiebt das Unternehmen seinen Quartalsbericht für das zweite Quartal auf den 27. August 2026.
Ab dem 28. Juli beginnt zudem eine sogenannte Closed Period. Die EU-Marktmissbrauchsverordnung untersagt Führungskräften in diesem 30-tägigen Fenster vor der Berichtsveröffentlichung weitere Transaktionen mit eigenen Aktien. Die aktuelle Insider-Dynamik kommt damit vorerst zum Stillstand.
Der Blick der Anleger dürfte sich in den kommenden Wochen stärker auf das operative Geschäft richten — insbesondere auf die Expansion in Richtung Wireless-Technologie und KI-Rechenzentren, die Sivers als Wachstumstreiber positioniert.
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