Sivers Semiconductors Aktie: GlobalFoundries-Deal treibt Kurssprung

Nach einem Kurssprung von 60 Prozent bricht die Sivers-Aktie ein. Leerverkäufer und fehlende Umsatzziele belasten den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Aktie stürzt über 14 Prozent ab
  • Shortquote steigt auf fast acht Prozent
  • Keine konkreten Auftragswerte genannt
  • Operativer Verlust von 50 Millionen Kronen

Erst der gigantische Kurssprung, jetzt der harte Rückschlag. Bei Sivers Semiconductors prallen aktuell KI-Fantasie und harte fundamentale Realität aufeinander. Nach einer atemberaubenden Rally stürzt das Papier heute um über 14 Prozent auf 7,21 Euro ab. Das erst gestern markierte Jahreshoch von 10,23 Euro rückt damit in weite Ferne.

Leerverkäufer erhöhen den Druck

Der plötzliche Einbruch kommt nicht aus dem Nichts. Marktdaten zeigen einen deutlichen Aufbau von Short-Positionen. Mittlerweile sind fast acht Prozent der ausstehenden Aktien leerverkauft. Damit rückt das Unternehmen auf Platz 13 der am stärksten geshorteten Werte in Stockholm vor.

Auslöser der extremen Volatilität der vergangenen Tage war eine strategische Partnerschaft mit GlobalFoundries. Sivers integriert seine Laser-Arrays in die Silizium-Photonik-Plattform des US-Konzerns für KI-Infrastruktur. Die Börse feierte den Deal am Dienstag mit einem Kurssprung von satten 60 Prozent.

Allerdings fehlt der Ankündigung ein entscheidendes Detail. Das Management nannte weder konkrete Auftragswerte noch kurzfristige Umsatzziele. Stattdessen verwies das Unternehmen lediglich auf einen 25 Milliarden Dollar schweren Zukunftsmarkt bis zum Jahr 2030. Das reicht vielen Investoren nun offenbar nicht mehr aus, um die hohe Bewertung zu stützen.

Rote Zahlen bremsen die Euphorie

Analysten gießen zusätzlich Wasser in den Wein. Das Analysehaus Redeye bewertet den jüngsten Kursanstieg als extrem und sieht den fairen Wert der Aktie bei lediglich 6,20 Schwedischen Kronen. Ein harter Kontrast zum aktuellen Kursniveau.

Ein Blick in die Bücher erklärt die Skepsis. Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz währungsbereinigt um elf Prozent. Parallel dazu verbrannte Sivers operativ knapp 50 Millionen Kronen. Eine Kapitalerhöhung im April spülte zwar frisches Geld in die Kasse, beseitigt aber nicht das grundlegende Profitabilitätsproblem.

Der nächste Termin für Aktionäre steht bereits fest. Am 15. Juni lädt das Management zur Hauptversammlung nach Stockholm. Dort muss der Vorstand beweisen, wie schnell sich die vielversprechende KI-Pipeline tatsächlich in zählbare Gewinne verwandeln lässt.

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