Sivers Semiconductors Aktie: GlobalFoundries-Deal vom 2. Juni

Die Aktie von Sivers Semiconductors steigt rasant, während Hedgefonds ihre Short-Positionen halten. Das Risiko einer erzwungenen Eindeckung wächst.

Die Kernpunkte:
  • Kursanstieg von über 16 Prozent
  • KI-Photonik-Partnerschaft als Auslöser
  • Hedgefonds halten Short-Wetten aufrecht
  • Operative Verluste trotz Kursrallye

Sivers Semiconductors springt am Montag um mehr als 16 Prozent auf 7,78 Euro. Der Kursanstieg setzt eine bemerkenswerte Rallye fort — und erhöht den Druck auf Hedgefonds, die massiv gegen die Aktie wetten.

KI-Photonik als Kurstreiber

Der eigentliche Auslöser liegt einige Tage zurück. Am 2. Juni gab Sivers bekannt, gemeinsam mit GlobalFoundries optische Lösungen für KI-Rechenzentren zu entwickeln. Die Laser-Arrays des schwedischen Unternehmens sollen die Silicon-Photonics-Plattform von GlobalFoundries unterstützen. Beide Unternehmen zielen auf einen Markt für steckbare Optik, der bis 2030 auf 25 Milliarden Dollar anwachsen soll.

Seitdem hat die Aktie Fahrt aufgenommen. Über sieben Tage beträgt das Plus rund 37 Prozent, über 30 Tage sogar 91 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,27 Euro aus dem März hat sich der Kurs mehr als verzwanzigfacht.

Hedgefonds unter Druck

Die Rallye trifft auf erhebliche Short-Positionen. Die schwedische Finanzaufsicht Finansinspektionen weist eine Gesamtleerverkaufsquote von 6,55 Prozent aus. Drei Fonds halten die größten offengelegten Positionen: Two Sigma Investments mit 2,20 Prozent, Voleon Capital Management mit 1,95 Prozent und Qube Research & Technologies mit 0,56 Prozent.

Beide größten Positionen haben sich seit dem 2. Juni kaum verändert. Die Fonds halten ihre Wetten also aufrecht — obwohl der Kurs weiter steigt. Das erhöht das Risiko einer erzwungenen Eindeckung.

Technisch ist die Aktie bereits stark überdehnt. Der Kurs liegt rund 93 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,04 Euro. Der RSI liegt bei 59,8, die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei 249 Prozent.

Fundamentaldaten hinken der Erwartung hinterher

Hinter dem Kursfeuerwerk steckt ein Unternehmen, das operativ noch unter Druck steht. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 61,9 Millionen Schwedische Kronen — nach 78,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der operative Verlust betrug 41,5 Millionen Kronen. Der operative Cashflow war mit minus 49,2 Millionen Kronen ebenfalls negativ.

Das Management begründete den Rückgang mit Haushaltsblockaden der US-Regierung, verzögerten Rüstungsbudgets und Wechselkursgegenwind. Als Gegenpol verwies Sivers auf eine um 77 Prozent gewachsene Auftragspipeline von 799 Millionen Dollar.

Die Aktie handelt damit klar auf Basis von Erwartungen: KI-Rechenzentren, optische Verbindungen, strategische Kooperationen. Die aktuellen Quartalszahlen liefern dafür noch keine Bestätigung.

Am 15. Juni hält Sivers seine Hauptversammlung in Stockholm ab. Aktionäre müssen bis zum 5. Juni im Aktienregister eingetragen sein und sich bis zum 9. Juni anmelden — diese Frist ist bereits abgelaufen. Der nächste Belastungstest für die Rallye kommt mit den Zahlen zum zweiten Quartal.

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