Sivers Semiconductors Aktie: GlobalFoundries-Partnerschaft im Juni
Sivers Semiconductors verzeichnet Kursplus von 75% dank KI-Deals, kämpft aber mit sinkenden Umsätzen und Insiderhandel-Ermittlungen.

- Kursanstieg um 75 Prozent
- Partnerschaft mit GlobalFoundries für KI-Chips
- Produktionsauftrag von ALL.SPACE über 8,2 Mio. Dollar
- Ermittlungen wegen Insiderhandels aufgenommen
Starke Fantasie, harte Realität — bei Sivers Semiconductors prallen zwei Welten aufeinander. Allein in den vergangenen 30 Tagen schoss der Kurs um gut 75 Prozent nach oben. Am Freitag ging das Papier bei 8,65 Euro aus dem Handel. Der schwedische Chipentwickler lockt mit milliardenschweren Zukunftsmärkten. Indes belasten sinkende Umsätze und juristische Untersuchungen die Stimmung.
Sprung in den KI-Markt
Zwei frische Partnerschaften treiben aktuell die Kursfantasie. Anfang Juni verkündete Sivers eine strategische Zusammenarbeit mit GlobalFoundries. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen photonische Chip-Lösungen für KI-Rechenzentren. Sivers liefert dafür spezielle Laser-Arrays. Diese Technik zielt auf einen stark wachsenden Markt für optische Steckverbindungen ab. Die Partnerschaft rückt die Schweden direkt in die Lieferkette für gigantische KI-Infrastrukturprojekte.
Parallel dazu meldete Sivers einen Produktionsauftrag von ALL.SPACE. Das Satelliten-Unternehmen bestellt Bauteile für 8,2 Millionen US-Dollar. Die Chips steuern Antennen für zivile und militärische Netzwerke. Dieser Deal markiert einen wichtigen Meilenstein. Sivers wechselt damit von der reinen Entwicklung in die Serienproduktion.
Volle Pipeline, leere Kassen
Die Auftragsbücher füllen sich rasant. Bis zum Frühjahr wuchs die Projekt-Pipeline um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar. Die aktuellen Bilanzen spiegeln diesen Boom jedoch nicht wider. Der Quartalsumsatz fiel im Jahresvergleich um gut ein Fünftel.
Hinzu kommen Altlasten aus der Buchhaltung. Sivers bereitet derzeit ein Zweitlisting an der US-Börse Nasdaq vor. Die dafür nötige Umstellung auf US-Rechnungslegungsstandards deckte höhere historische Verluste auf. Für das Jahr 2025 musste das Management den Fehlbetrag auf 222,6 Millionen Kronen nach oben korrigieren.
Neue Führung und juristischer Ärger
Ein frisch formierter Verwaltungsrat soll den Konzern nun stabilisieren. Auf der Hauptversammlung Mitte Juni bestätigten die Aktionäre Bami Bastani als Vorsitzenden. Joakim Nideborn rückte neu als Vize-Chef in das Gremium auf. Das Team zog umgehend ein geplantes Mitarbeiter-Bonusprogramm zurück. Der neue Rat will die Pläne zunächst selbst prüfen.
Währenddessen droht juristischer Gegenwind. Die schwedische Wirtschaftsbehörde ermittelt wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Details zum geplanten Nasdaq-Listing waren bereits im April vorab im Internet aufgetaucht. Zwei US-Kanzleien prüfen zudem mögliche Verstöße gegen das Wertpapierrecht. Bislang liegen allerdings keine formellen Klagen vor.
Der extreme Kursverlauf spiegelt diese Gemengelage wider. Seit dem Jahrestief bei 0,27 Euro hat sich die Aktie massiv verteuert. Die Volatilität liegt annualisiert bei extremen 236 Prozent. Anfang August legt Sivers den nächsten Zwischenbericht vor. Bis dahin dürften Neuigkeiten zum Nasdaq-Listing den Takt vorgeben.
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