Sivers Semiconductors Aktie: Insider kaufen nach 40%-Absturz

Führungskräfte von Sivers Semiconductors kaufen Aktien nach fast 40% Kursverlust. Der Halbleiterspezialist verschiebt Quartalsberichte für US-Listing.

Die Kernpunkte:
  • Insider-Käufe nach Kursrutsch
  • Quartalsberichte werden verschoben
  • US-Listing an Nasdaq geplant
  • Management setzt auf 2027

Ein Kurssturz von fast 40 Prozent in einem Monat, und mittendrin kauft der eigene Chef Aktien. Bei Sivers Semiconductors passiert das gerade. Am selben Tag, an dem der Konzern seinen Finanzkalender neu ordnet, greifen gleich mehrere Führungskräfte zu.

Der schwedische Halbleiterspezialist verschiebt seine Quartalsberichte. Der Bericht zum zweiten Quartal 2026 erscheint nun am 27. August statt wie ursprünglich geplant. Die Zahlen zum dritten Quartal folgen am 26. November, das Jahresergebnis 2026 am 25. Februar 2027.

Ein Listing in den USA als Treiber

Der Grund für die neuen Termine: Sivers bereitet sich auf ein mögliches Zweitlisting in den USA vor. Das Unternehmen will seine Berichtsprozesse an die Prüfstandards der US-Aufsichtsbehörde PCAOB anpassen. CEO Vickram Vathulya begründet den Schritt mit dem Wachstum des Konzerns und der langfristigen Strategie, zu der auch das Dual-Listing zählt.

Konkret peilt Sivers eine Notierung an der Nasdaq innerhalb der nächsten zwei bis drei Quartale an. Ein US-Listing soll den Zugang zu tieferen Kapitalmärkten öffnen und die internationale Sichtbarkeit erhöhen. Sivers stellt Hochfrequenz-Chips im Millimeterwellenbereich sowie optische Transceiver her, gefragt in Rechenzentren für KI, Satellitenkommunikation, Verteidigung und Telekommunikation.

Käufe im Führungskreis

Parallel zur Kalenderänderung meldete Vathulya am 9. Juli einen Aktienkauf. Er erwarb 24.000 Aktien zu je 4,11 Dollar, insgesamt rund 86.000 Euro. Am gleichen Tag griffen auch die Vorstandsmitglieder Karin Raj, Helena Svancar und Joakim Nideborn zu. Board-Mitglied Todd Thomson kaufte am Donnerstag ebenfalls Anteile.

Diese Käufe folgen auf einen deutlichen Kursrückgang. Die Aktie schloss am Freitag bei 4,25 Euro, ein Plus von 2,41 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 18,27 Prozent, auf Monatssicht sogar von 38,54 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni, liegt der Titel noch 58,46 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 0,27 Euro vom 3. März dagegen türmt sich ein Aufschlag von über 1.500 Prozent auf. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 6,23 Euro, aktuell notiert die Aktie 31,73 Prozent darunter.

Die Schwankungsbreite bleibt enorm. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 222,42 Prozent, der RSI von 39,2 deutet auf keine akute Überverkauft-Situation hin. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf rund 1,12 Milliarden Euro.

Das Management sieht 2027 als entscheidendes Jahr voraus. Mehrere Produktanläufe in den Bereichen Photonik und Funktechnik sollen dann greifen. Ob das Nasdaq-Vorhaben bis dahin Formen annimmt, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen — beginnend mit dem verschobenen Termin am 27. August.

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