Sivers Semiconductors Aktie: Insiderkäufe am 13. Juli

Vorstandsmitglieder von Sivers Semiconductors kaufen Aktien bei stark gefallenem Kurs. Das Unternehmen bereitet parallel eine Zweitnotierung an der Nasdaq vor.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von 65 Prozent in 30 Tagen
  • Mehrere Vorstände kaufen eigene Aktien
  • CEO Vathulya beteiligt sich an Käufen
  • US-Notierung an der Nasdaq geplant

Ein Kursverfall von fast 65 Prozent in einem Monat, und mittendrin kaufen die eigenen Vorstandsmitglieder Aktien. Bei Sivers Semiconductors treffen zwei gegensätzliche Signale aufeinander: massiver Verkaufsdruck und ein Vertrauensbeweis aus dem eigenen Haus.

Am Freitag legte die Aktie um 2,84 Prozent zu und schloss bei 3,19 Euro. Der Erholungsversuch wirkt jedoch klein gegen den Absturz der Wochen davor. Binnen sieben Tagen verlor das Papier 25,86 Prozent, binnen 30 Tagen sogar 64,77 Prozent.

Vorstand kauft, CEO zieht nach

Am 13. Juli 2026 meldete Sivers Semiconductors Aktienkäufe mehrerer Vorstandsmitglieder. Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn setzten damit einen Beschluss der Hauptversammlung vom Juni 2026 um. Die Käufer verpflichteten sich zu einer zwölfmonatigen Haltefrist für die neuen Anteile.

CEO Vickram Vathulya kaufte zusätzlich eigene Aktien. Solche Insider-Käufe gelten oft als Versuch, Vertrauen zurückzugewinnen. Der Kurs war seit seinem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro Anfang Juni deutlich gefallen — die Käufe kamen entsprechend zu einem Zeitpunkt spürbaren Drucks.

Der Weg zur US-Notierung

Parallel zur Kursbewegung treibt Sivers eine strukturelle Veränderung voran. Das Unternehmen passt seinen Finanzkalender an die Prüfstandards des US-amerikanischen PCAOB an. Der Schritt ist Teil der Prüfung einer möglichen Zweitnotierung an der Nasdaq in New York.

Der Quartalsbericht für Q2 2026 verschiebt sich dadurch auf den 27. August 2026. CEO Vathulya begründete die Verzögerung mit dem Ziel, „Qualität, Sorgfalt und Transparenz“ für den US-Listing-Prozess sicherzustellen. Ob daraus auch neue Informationen zur Photonics-Sparte im Geschäft mit KI-Rechenzentren und Satellitenkommunikation (SATCOM) folgen, bleibt offen.

Charttechnik zeigt überverkauftes Terrain

Der Titel notiert derzeit rund 48 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 6,11 Euro. Der RSI von 34,2 nähert sich der Marke von 30 — ein Bereich, den manche Marktteilnehmer als überverkauft und damit als möglichen Ansatzpunkt für eine technische Gegenbewegung werten. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei extremen 141,80 Prozent, was weiterhin heftige Kursausschläge erwarten lässt.

Der 100-Tage-Durchschnitt bei 3,88 Euro markiert die nächste technische Hürde, sollte sich die Erholung fortsetzen. Für die kommende Woche stehen weder Quartalszahlen noch eine Hauptversammlung an. Der Markt dürfte sich stattdessen auf eine Frage konzentrieren: Reichen die Insider-Käufe, um dem Kurs einen Boden zu geben, oder setzt sich die hohe Volatilität mit einem weiteren Test tieferer Kursniveaus fort.

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