Sivers Semiconductors Aktie: Jabil-Kooperation für KI-Rechenzentren
Trotz Umsatzrückgang und Analystenwarnungen treibt Spekulation den Kurs. Die Pipeline wächst rasant, doch die Bewertung bleibt umstritten.

- Umsatz im ersten Quartal gesunken
- Vertriebspipeline auf 799 Mio. Dollar gestiegen
- Analysten sehen fairen Wert weit tiefer
- Zweitnotierung an der Nasdaq geplant
Sivers Semiconductors notiert bei rund 68 schwedischen Kronen. Analysten sehen den fairen Wert bei 6 bis 26 Kronen. Diese Lücke ist kein Rechenfehler — sie ist das eigentliche Thema hinter dem Q1-Bericht des schwedischen Halbleiterherstellers.
Umsatz bricht ein, Pipeline explodiert
Im ersten Quartal 2026 erzielte Sivers Semiconductors einen Nettoumsatz von 61,9 Millionen Kronen. Das sind 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Management-Erklärung: verzögerte US-Verteidigungsbudgets und ungünstige Wechselkurse. Das EBITDA lag bei minus 25 Millionen Kronen.
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Der Kontrast dazu ist auffällig. Die qualifizierte Vertriebspipeline stieg seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf rund 799 Millionen US-Dollar — nach 453 Millionen Dollar zum Jahresende 2025. CEO Vickram Vathulya verweist auf starke Nachfrage aus den Bereichen KI-Infrastruktur und Satellitenkommunikation. Mehrere Produkthochläufe plant das Unternehmen für 2027.
Analysten weit auseinander — und weit unter dem Kurs
DNB Carnegie hat sein Bewertungsmodell am heutigen Montag aktualisiert. Die faire Bewertungsspanne stieg deutlich auf 12 bis 26 Kronen je Aktie, nach zuvor 3,50 bis 8,50 Kronen. Hintergrund: DNB Carnegie erhöhte seine EBITDA-Prognose für 2028 um 30 Prozent und begründet das mit dem langfristigen Wachstumspotenzial des Portfolios. Die Schätzungen für 2026 und 2027 revidierte das Analysehaus hingegen nach unten — wegen höherer Entwicklungskosten.
Redeye bleibt am selben Tag beim Basiswert von 6,20 Kronen. Beide Häuser liegen damit weit unter dem aktuellen Kurs. Die Aktie hat seit Jahresbeginn über 1.500 Prozent zugelegt. Treiber war vor allem das Interesse von Privatanlegern und Spekulation über die Rolle des Unternehmens in KI-Rechenzentren. Analysten warnen: Bei dieser Bewertung gibt es kaum Spielraum für operative Rückschläge.
Nasdaq-Listing und neue Partnerschaften
Sivers bereitet eine mögliche Zweitnotierung an der Nasdaq New York vor. Dafür hat das Unternehmen seine Abschlüsse für 2024 und 2025 nach PCAOB-Standards neu aufgestellt. Das Ziel ist mehr Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren in den USA.
Operativ gibt es zwei neue Kooperationen. Mit Jabil arbeitet Sivers an einem 1,6-Terabit-Pluggable-Transceiver-Modul für Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung in KI-Rechenzentren. Mit Tachyon Networks schloss das Unternehmen eine Entwicklungspartnerschaft über 1,5 Millionen Dollar zur Erweiterung des Fixed-Wireless-Access-Portfolios.
Am 15. Juni findet die Hauptversammlung statt. Dort sollen Helena Svancar und Joakim Nideborn neu in den Aufsichtsrat gewählt werden. Bis dahin bleibt die zentrale Frage, ob die Pipeline-Rekorde ab 2027 tatsächlich in Umsatz umschlagen — oder ob die Bewertung der Realität weit vorausgeeilt ist.
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