Sivers Semiconductors Aktie: Laser-Fabrik in Glasgow bis 2027

Sivers Semiconductors baut die Laserfertigung in Glasgow aus, während Umsatz und EBITDA im zweiten Quartal durch die Umstellungsphase belastet wurden.

Die Kernpunkte:
  • 30 Millionen Dollar für Glasgower Fertigung
  • Mehr als 100 Millionen Laser geplant
  • Projektpipeline wächst auf 1,2 Milliarden Dollar
  • Wandelanleihe vollständig in Eigenkapital umgewandelt

Sivers Semiconductors befindet sich in einer entscheidenden Übergangsphase vor dem geplanten Produktionshochlauf für Rechenzentren. Der gestrige Schlusskurs von 2,46 Euro spiegelt dabei eine Konsolidierung wider, nachdem das Papier über den Zeitraum eines Monats einen Rückgang von 33 Prozent verzeichnete. Auf Sicht seit Jahresanfang verbleibt dennoch ein deutliches Kursplus von 533 Prozent.

Kapazitätsausbau für die Laserfertigung in Glasgow

Am 3. September kündigte das Unternehmen eine strategische Investition in Höhe von 30 Millionen US-Dollar an. Die Mittel fließen in den Ausbau der Fertigungsstätte für Indiumphosphid im schottischen Glasgow. Mit dieser Erweiterung bereitet sich der Halbleiterspezialist auf die steigende Nachfrage nach optischen Netzwerklösungen für Rechenzentren im Bereich der künstlichen Intelligenz vor.

Nach Abschluss der Ausbauphase soll der Standort eine jährliche Fertigungskapazität von mehr als 100 Millionen CW-DFB-Lasern bereitstellen. Das Vorhaben startet in der zweiten Jahreshälfte 2026, während die Inbetriebnahme für das vierte Quartal 2027 vorgesehen ist. Die Maßnahme soll neben höheren Stückzahlen auch flexiblere Fertigungsprozesse und einen gesteigerten Automatisierungsgrad ermöglichen.

Finanzielle Kennzahlen der Umstellungsphase

Die Zwischenergebnisse für das zweite Quartal spiegeln die laufenden Aufwendungen für die Vorbereitung künftiger Serienanläufe wider. Im Zeitraum von April bis Juni belief sich der Nettoumsatz auf 53,8 Millionen SEK, was einem währungsbereinigten Minus von 10 Prozent entspricht. Dagegen legten die reinen Hardware- und Produkterlöse im selben Zeitraum währungsbereinigt um 18 Prozent zu.

Das bereinigte EBITDA belief sich auf minus 35,5 Millionen SEK. Das Management begründete dieses Ergebnis mit zeitlichen Verschiebungen bei Umsätzen und gezielten Vorleistungen für künftige Kundenprogramme. Zudem belasteten nicht zahlungswirksame Sozialabgaben in Höhe von 42,9 Millionen SEK das Gesamtergebnis, die durch die starke Wertsteigerung der eigenen Aktie im zweiten Quartal entstanden waren.

Wachsende Pipeline und Vorbereitung auf Serienfertigung

Parallel zu den Investitionen wuchs die Projektpipeline des Unternehmens kräftig an. Bis Juli erreichte das Volumen 1,2 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 268 Prozent gegenüber Dezember des Vorjahres entspricht. Zudem vereinbarte das Unternehmen ein Entwicklungsprogramm im Umfang von 3,4 Millionen US-Dollar mit SemiNex, um Lichtquellen für energieeffiziente optische Verbindungen zu entwickeln.

Auf der Finanzierungsseite sorgte der Kreditgeber Bootstrap Europe für Entlastung, indem eine bestehende Wandelanleihe vollständig in Eigenkapital überführt wurde.

Für die kommenden Monate stellt Sivers Semiconductors eine schrittweise Trendwende in Aussicht: Erste operative Impulse der Umstellung sollen im vierten Quartal 2026 im Zahlenwerk sichtbar werden, bevor das Management für das Jahr 2027 mit einer Beschleunigung durch mehrere großvolumige Fertigungsanläufe rechnet.

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