Sivers Semiconductors Aktie: Pipeline wächst 77 Prozent auf 799 Millionen
Sivers Semiconductors verzeichnet ein deutliches Wachstum der Auftragspipeline, während die Umsätze im ersten Halbjahr schwächeln. Der Halbjahresbericht am 27. August soll Aufschluss über die Erholung geben.

- Umsatzrückgang um 22 Prozent
- Auftragspipeline wächst um 77 Prozent
- CEO erhöht Aktienbestand deutlich
- Halbjahreszahlen am 27. August
Sivers Semiconductors befindet sich seit dem 28. Juli in der stillen Phase vor der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal. Vorstand und Führungskräfte dürfen bis zur Berichtsvorlage keine Geschäfte mit Wertpapieren des Unternehmens tätigen. Der Bericht folgt am 27. August vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm.
Wachsende Pipeline, schwächerer Umsatz
Im Zentrum des Interesses steht die Entwicklung, die das schwedische Halbleiterunternehmen im ersten Quartal vorgelegt hatte. Der Nettoumsatz sank auf 61,9 Millionen Schwedische Kronen und lag damit 22 Prozent unter dem Vorjahreswert von 78,9 Millionen Kronen. Sivers begründete die Schwäche mit dem Stillstand der US-Regierung im vierten Quartal 2025, den daraus resultierenden Verzögerungen bei der Genehmigung von Verteidigungsbudgets sowie einem ungünstigen Wechselkursumfeld.
Gegenläufig entwickelte sich die Auftragspipeline. Sie wuchs seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar. Trotz der Belastungen im ersten und zweiten Quartal hält Sivers an seinen Wachstumsplänen für das Gesamtjahr fest – die zweite Jahreshälfte soll den Hauptbeitrag liefern. An der langfristigen Zielmarke von 25 bis 30 Prozent jährlichem Wachstum hält das Unternehmen ebenfalls fest, mit möglichem Aufwärtspotenzial durch die gefüllte Pipeline.
Bewegung in der Aktionärsstruktur
Kurz vor Beginn der stillen Phase kam noch einmal Bewegung in die Eigentümerstruktur. CEO Vickram Vathulya stockte am 21. Juli seinen Bestand um 70.000 Aktien auf, nach der Transaktion hält er rund 4,54 Millionen Anteile. Verwaltungsratsvorsitzender Bami Bastani und Board-Mitglied Todd Thomson bauten ihre Positionen dagegen ab – Verkäufe, die vor gut drei Wochen im Zuge des Endes einer Lock-up-Frist begannen. Seither hat sich die Aktie um 21,0 Prozent verteuert.
Bastani verkaufte am 16. Juli 275.000 Aktien und übertrug zusätzlich 60.000 Anteile an gemeinnützige Organisationen sowie 70.000 Anteile an Familienmitglieder. Thomson veräußerte über seine Gesellschaft Headwaters Capital LLC bis zum 22. Juli 950.000 Aktien und stiftete weitere 50.000 Anteile einer gemeinnützigen Organisation. Der Fonds Kairos Ventures kündigte an, seine Sivers-Bestände an Investoren zu verteilen, die die Position halten möchten, und den verbleibenden Rest zu liquidieren.
Kurs bleibt volatil
Nach dem kräftigen Rückgang der vergangenen Monate zeigte die Aktie zuletzt wieder Stärke. Am Freitag legte das Papier um 13,64 Prozent zu, auf Wochensicht steht ein Plus von 36,07 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro bleibt Sivers dennoch deutlich entfernt – ein Ausdruck der hohen Schwankungsbreite, mit der die Aktie seit Monaten gehandelt wird. Anleger richten den Blick nun auf den 27. August: Erst der Halbjahresbericht wird zeigen, ob die von Sivers erwartete Erholung im zweiten Halbjahr tatsächlich einsetzt und ob sich das Pipeline-Wachstum in Aufträge und Umsatz übersetzen lässt.
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