Sivers Semiconductors Aktie: Pipeline wächst auf 799 Millionen Dollar
Sivers Semiconductors vollzieht Kapitalmaßnahmen und verschiebt Quartalszahlen. Die Aktie verliert stark, während die Auftragspipeline um 77 Prozent wächst.

- Kapitalerhöhung und Kreditumwandlung durchgeführt
- Quartalsbericht auf den 27. August verschoben
- Aktienkurs seit Juni um über 73 Prozent gefallen
- Auftragspipeline wächst auf 799 Millionen Dollar
Sivers Semiconductors steckt mitten im Umbau. Der schwedische Halbleiterkonzern will an die US-Börse, dafür muss er seine Bilanz nach amerikanischen Prüfstandards aufstellen. Das kostet Zeit — und verunsichert Anleger, die ohnehin schon einen brutalen Kursverfall verkraften mussten.
Neue Aktien, neue Eigentümerstruktur
Seit Anfang August hat Sivers offiziell 355.081.317 Aktien im Umlauf. Der Sprung kommt von zwei Kapitalmaßnahmen aus dem Juli.
Zum einen platzierte das Unternehmen rund 12,28 Millionen neue Aktien in einer gezielten Kapitalerhöhung. Das brachte etwa 700 Millionen schwedische Kronen in die Kasse. Zum anderen wandelte der strategische Partner Bootstrap Europe einen Kredit über 12 Millionen Dollar in Aktien um. Das fügte weitere 22,8 Millionen Anteile hinzu.
Das Management begründet die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital mit dem Ziel, die Bilanz für Wachstum in der KI- und Satellitenkommunikation zu stärken. Für bestehende Aktionäre bedeutet das vor allem eines: mehr Aktien teilen sich denselben Unternehmenswert.
Quartalsbericht verschiebt sich auf Ende August
Der Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026 kommt später als geplant. Ursprünglich für Anfang August angesetzt, veröffentlicht Sivers die Zahlen nun erst am 27. August 2026.
Der Grund liegt im sogenannten „Audit Uplift“ — der Anpassung der Konzernbilanz an die Standards des US-Prüfungsaufsicht PCAOB. Diese Anpassung ist Pflicht für das erklärte Ziel eines Zweitlistings an der Nasdaq in New York. CEO Vickram Vathulya erklärte, die zusätzliche Zeit sichere die Qualität und Transparenz, die der US-Regulierungsrahmen verlangt.
Parallel dazu gilt seit dem 28. Juli eine 30-tägige „Closed Period“ nach Artikel 19(11) der EU-Marktmissbrauchsverordnung. Vorstand und Führungskräfte dürfen in dieser Zeit keine eigenen Aktiengeschäfte tätigen. Die Sperrfrist endet erst mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen.
Kurs unter Druck, Pipeline wächst
Die Aktie schloss am Freitag bei 2,75 Euro, ein Minus von 1,93 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage hat sich der Kurs mehr als halbiert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, trennen die Aktie inzwischen mehr als 73 Prozent.
Ein Lichtblick bleibt das operative Geschäft. Die Auftragspipeline ist seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen Dollar gewachsen, getrieben von Nachfrage nach InP-Lasern und drahtlosen Beamformern. Zwischen fallendem Kurs und wachsender Nachfrage klafft damit eine deutliche Lücke.
Sivers hält an seinem Ziel fest, ab 2028 profitabel zu wirtschaften. Der Bericht am 27. August soll zeigen, wie das Unternehmen den Weg von aktuellen Verlusten zu diesem Ziel plant. Das Zweitlisting an der Nasdaq soll nach Unternehmensangaben innerhalb der nächsten zwei bis drei Quartale folgen.
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