Sivers Semiconductors Aktie: Redeye sieht fairen Wert bei 6,20 Kronen

Der Aktienkurs von Sivers Semiconductors explodiert nach Kooperationsnews, doch Analysten sehen den fairen Wert weit unter dem aktuellen Niveau.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus von 60 Prozent an einem Tag
  • Analyst sieht fairen Wert bei 6,20 Kronen
  • Kooperation mit GlobalFoundries ohne konkrete Zahlen
  • Umsatz im ersten Quartal um 22 Prozent gesunken

Ein Kurssprung von rund 60 Prozent an einem einzigen Handelstag, ein Schlusskurs knapp unter 100 schwedischen Kronen und ein Plus von mehr als 2.200 Prozent seit Jahresbeginn — Sivers Semiconductors hat sich in kürzester Zeit von einem Nischenanbieter für Halbleiterlaser zu einem der meistdiskutierten Werte an der Stockholmer Börse entwickelt. Auslöser war eine Kooperationsankündigung im Bereich Silicon Photonics für KI-Rechenzentren. Die eigentliche Debatte dreht sich aber längst nicht mehr um die Nachricht selbst, sondern um das Verhältnis zwischen Kurs und Substanz.

Analyst sieht fairen Wert bei 6,20 Kronen

Redeye-Analyst Jacob Benon brachte es gegenüber Dagens Industri auf den Punkt: Die Neuigkeit sei positiv, aber nicht transformativ. Das Kursziel des Hauses liegt unverändert bei 6,20 Kronen — ein Wert, der in einem bemerkenswerten Kontrast zum aktuellen Kursniveau steht. Redeye hatte diese Einschätzung bereits am 1. Juni nach dem Q1-Bericht bekräftigt und darauf hingewiesen, dass der Markt bereits eine Skalierung einpreise, die operativ noch nicht belegt sei.

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Affärsvärlden-Kolumnist Sven Nordenstam legte noch einen drauf. Er argumentierte, die aktuelle Bewertung lasse selbst den seinerzeit heiß gelaufenen Fingerprint-Hype vergleichsweise nüchtern erscheinen. Das ist eine deutliche Einordnung: Sivers Semiconductors wird von Teilen des Marktes weniger als Halbleiterunternehmen mit messbaren Kennzahlen bewertet, sondern als Wette auf KI-Infrastruktur, optische Verbindungstechnologie und künftige Rechenzentrumsarchitekturen.

Kooperation mit GlobalFoundries — wenig Konkretes

Die Ankündigung vom 2. Juni beschreibt eine Zusammenarbeit zwischen Sivers und GlobalFoundries: Sivers-Laserarrays sollen in GlobalFoundries‘ Silicon-Photonics-Plattform und SCALE-Optical-Engine-Lösungen integriert werden. Als Zielmarkt nennt Sivers steckbare Optik-Komponenten mit einem prognostizierten Volumen von 25 Milliarden Dollar bis 2030. Abgedeckt werden sollen Architekturen wie Co-Packaged Optics und Linear Pluggable Optics.

Was die Pressemitteilung nicht enthält: Auftragswerte, Mindestabnahmemengen, Umsatzbeiträge oder einen konkreten Zeitplan. Weder Sivers noch GlobalFoundries hatten am Tag der Veröffentlichung auf Medienanfragen reagiert. Für Anleger bedeutet das: Die technische Ambition ist bestätigt, die wirtschaftliche Substanz bleibt offen.

Q1 zeigt noch keine Trendwende

Der letzte veröffentlichte Quartalsbericht vom 29. Mai zeichnet ein anderes Bild. Im ersten Quartal 2026 erzielte Sivers einen Umsatz von 61,9 Millionen Kronen — ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 13,8 Millionen Kronen. Das Photonics-Segment verzeichnete einen Umsatzrückgang von 32 Prozent, das Wireless-Segment von 16 Prozent. Als Gründe nannte das Management Wechselkursbelastungen und verzögerte US-Verteidigungsbudgets.

Als Gegengewicht präsentierte das Unternehmen sein Opportunity-Pipeline-Wachstum: 77 Prozent seit Jahresbeginn auf 799 Millionen Dollar, getrieben durch höhere Produktionsprognosen bestehender Kunden und gestiegenes Interesse an Standardprodukten für Wireless-Beamformer und Indiumphosphid-Laser. Redeye wertete diesen Pipeline-Aufbau als die bedeutendste Entwicklung des Quartals — hielt aber an seinem Kursziel von 6,20 Kronen fest.

Timing-Frage dominiert

Das eigentliche Problem für Investoren ist nicht, ob der Markt für optische KI-Konnektivität existiert. Er existiert, und Sivers ist technologisch positioniert. Die Frage ist, wann und in welchem Umfang sich diese Pipeline in gebuchten Umsätzen niederschlägt — und zu welchen Margen. Der Kurs hat diese Frage bereits mit einem klaren Ja beantwortet. Die Fundamentaldaten noch nicht.

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