Sivers Semiconductors Aktie: Wandelanleihe über 327.000 Dollar
Sivers Semiconductors durchläuft einen tiefgreifenden Wandel mit neuem Führungsteam und einem Going-Concern-Vermerk der Wirtschaftsprüfer.

- Neue Führungsriege nach Rücktritten
- Wandelanleihe in Höhe von 327.000 Dollar
- Going-Concern-Vermerk im Jahresbericht
- Pipeline-Wachstum bei schrumpfenden Umsätzen
Ein neues Führungsteam, eine ratifizierte Wandelanleihe und ein Going-Concern-Vermerk im Jahresbericht — Sivers Semiconductors steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Die Aktie notiert bei 6,50 Euro, rund 36 Prozent unter dem Junihoch von 10,23 Euro.
Drei Abgänge, zwei Neuzugänge
Kurz vor der Hauptversammlung am 15. Juni traten Vizechef Tomas Duffy sowie die Gründer Erik Fallström und Keith Halsey zurück. Das neue Board besteht nun aus fünf Mitgliedern. Bami Bastani bleibt Vorsitzender, Joakim Nideborn rückt als neu gewählter Vizechef nach. Helena Svancar komplettiert das Gremium als weiteres neues Mitglied.
Die Hauptversammlung bestätigte außerdem eine im März beschlossene Wandelanleihe. Bootstrap Europe 4.0 S.à r.l. zeichnete 622.719 Wandelschuldverschreibungen mit einem Nominalwert von je 4,77 SEK — ein Gesamtvolumen von knapp 327.000 US-Dollar. Der Zinssatz liegt bei 10,85 Prozent pro Jahr, Laufzeit bis Ende 2029.
Going-Concern-Vermerk belastet
Die Wirtschaftsprüfer haben im aktuellen Jahresbericht einen Going-Concern-Vorbehalt erteilt. Das bedeutet: Sie zweifeln daran, dass Sivers ohne externe Unterstützung weiteroperieren kann.
Hinzu kommen Bilanzanpassungen. Das Unternehmen hat seine Abschlüsse für 2024 und 2025 auf US-PCAOB-Standards umgestellt — im Zuge einer möglichen Nasdaq-Zweitnotierung. Dabei wurden Umsätze zwischen Berichtsperioden umgeschichtet, Lagerbestände neu bewertet und zuvor aktivierte Entwicklungskosten abgeschrieben.
Das Incentive-Programm für Mitarbeiter zog das Board von der Tagesordnung zurück. Das neue Gremium soll zunächst eigene Vorstellungen einbringen, bevor ein überarbeitetes Programm auf einer künftigen Hauptversammlung vorgelegt wird.
Pipeline wächst, Umsatz schrumpft
Der Widerspruch ist auffällig: Die Opportunity-Pipeline stieg im bisherigen Jahresverlauf um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar. Der Q1-Umsatz fiel dagegen um 22 Prozent auf 61,9 Millionen SEK. Ursachen waren Verzögerungen bei US-Verteidigungsbudgets infolge des Regierungsstillstands im vierten Quartal 2025 sowie ein ungünstiges Wechselkursumfeld.
Im Juni meldete Sivers zwei Abschlüsse. ALL.SPACE, ein Anbieter von Multi-Orbit-Satellitenkommunikation, bestellte Ka-Band-Beamforming-Chips im Wert von 8,2 Millionen US-Dollar — die Produktion ist bis 2027 gesichert. Ferner vereinbarte Sivers mit GlobalFoundries eine Zusammenarbeit zur Entwicklung von Siliziumphotonik-Lösungen für KI-Infrastruktur. Sivers‘ Laserarrays sollen in Referenzdesigns auf GlobalFoundries‘ Plattform integriert werden und Co-packaged Optics sowie andere Rechenzentrum-Verbindungstechnologien unterstützen.
Halbjahresbericht als erster Test
Am 6. August legt das neue Board seinen ersten Halbjahresbericht vor. Dann wird sich zeigen, ob aufgeschobene Verteidigungserlöse nachgeholt werden und ob die Pipeline in echte Aufträge mündet. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 226 Prozent zeigt, wie hoch die Unsicherheit derzeit ist — operativ wie auf der Governance-Seite.
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