Sivers Semiconductors Aktie: Wandeldarlehen und Optionen fluten Markt

Neue Aktien aus Wandlung und Optionsausübung setzen Sivers Semiconductors unter Druck, obwohl Produktumsätze im zweiten Quartal zulegten.

Die Kernpunkte:
  • Aktie binnen sieben Tagen 33 Prozent schwächer
  • 22,8 Millionen neue Stammaktien ausgegeben
  • Produktumsätze im zweiten Quartal um 18 Prozent gestiegen
  • Nächste Quartalszahlen für November angesetzt

Die Aktie von Sivers Semiconductors steckt in einer Abwärtsspirale, die sich aus einer ganzen Serie von Kapitalmaßnahmen speist. Gestern verlor das Papier weitere 10 Prozent und schloss bei 1,94 Euro – ein Kursniveau, das die massive Verwässerung der vergangenen Wochen widerspiegelt.

Wandeldarlehen und Optionen fluten den Markt mit neuen Aktien

Den Grundstein für den Verwässerungsdruck legte der Vorstand Ende Juni mit der Ankündigung einer gerichteten Kapitalerhöhung über rund 600 Millionen schwedische Kronen, abgewickelt über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren mit Pareto Securities. Die neuen Aktien kamen bereits am 1. Juli zum Handel.

Kurz darauf beschloss der Vorstand, der Bootstrap Europe IV SCSp die Wandlung eines Darlehens über 12 Millionen US-Dollar zu gestatten. Dafür wurden 22.847.044 neue Stammaktien ausgegeben. Ende August kam eine weitere Verwässerungsquelle hinzu: Bootstrap Europe übte sämtliche Optionsscheine aus der laufenden Fremdfinanzierung aus, was die Aktienzahl erneut erhöhte.

Parallel dazu vollzogen mehrere Vorstandsmitglieder – darunter Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn – im Juli den auf der Hauptversammlung beschlossenen Aktienkauf. Die Titel unterliegen einer Haltefrist von mindestens zwölf Monaten, was zumindest kurzfristigen Verkaufsdruck aus dieser Quelle ausschließt.

Kurs fällt trotz operativer Fortschritte

Die Kapitalmaßnahmen treffen einen Titel, der ohnehin unter Druck steht: Binnen sieben Handelstagen verlor die Aktie 33 Prozent, und sie notiert inzwischen 46 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 3,59 Euro. Diese Diskrepanz zeigt, wie schnell sich die Stimmung gedreht hat.

Dabei hatte das Unternehmen am vergangenen Sonntag mit dem Zwischenbericht durchaus Fortschritte vermeldet – die Produktumsätze legten im zweiten Quartal um 18 Prozent zum Vorjahr zu, während die Gesamterlöse wegen der bewussten Verlagerung weg von Entwicklungsaufträgen auf 53,8 Millionen schwedische Kronen sanken.

Die Chancenpipeline wuchs bis Juli auf 1,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 268 Prozent seit Dezember. Der Markt honorierte das nicht – seit der Präsentation gab die Aktie um 20,8 Prozent nach.

Belastet wurde das Ergebnis zudem durch einen nicht zahlungswirksamen Sondereffekt: Eine buchhalterische Sozialabgaben-Position von 42,9 Millionen Kronen, ausgelöst durch die starke Kursrally im Quartal, drückte das bereinigte EBITDA auf minus 35,5 Millionen Kronen.

Ausblick: Zahlen im November

Anleger müssen die vielen parallel laufenden Aktienausgaben nun verdauen, bevor sich der Fokus wieder auf operative Meilensteine richten kann. Ein Hoffnungsschimmer bleibt das im August angekündigte Programm mit SemiNex über 3,4 Millionen US-Dollar zur Entwicklung von InP-Lichtquellen für KI-Rechenzentren – ein Feld mit struktureller Nachfrage.

Ob sich diese Fortschritte in der Bewertung niederschlagen, dürfte sich frühestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen, die für den 26. November 2026 angesetzt sind.

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