Sivers Semiconductors: CEO kauft 24.000 Aktien am 9. Juli
Führungskräfte von Sivers Semiconductors kaufen trotz Kursverlusten von über 38 Prozent eigene Aktien und signalisieren damit Vertrauen.

- CEO kauft Aktien für knapp 100.000 Dollar
- Drei Vorstandsmitglieder investieren ebenfalls
- Aktie verliert binnen Monat über 38 Prozent
- Unternehmen bereitet US-Notierung vor
Während die Aktie von Sivers Semiconductors in wenigen Wochen mehr als ein Drittel ihres Wertes verliert, greifen ausgerechnet die eigenen Führungskräfte zu. CEO Vickram Vathulya und drei Vorstandsmitglieder kauften am 9. Juli Aktien des schwedischen Halbleiterherstellers. Das Timing wirft eine Frage auf: Sehen die Insider einen Boden, den der Markt noch nicht erkennt?
Vathulya erwarb 24.000 Aktien zu je 4,11 US-Dollar, insgesamt rund 98.640 Dollar. Vorstandsmitglied Karin Raj kaufte 13.264 Aktien zu 3,14 Euro, macht 41.800 Euro. Helena Svancar griff zu einem ähnlichen Betrag zu, 41.800 Euro für 11.019 Aktien à 3,78 Euro. Todd Thomson investierte am selben Donnerstag gut 45.000 Euro.
Die Käufe stehen nicht isoliert da. Die Hauptversammlung im Juni hatte ein Aktienprogramm für den Vorstand beschlossen, das rund die Hälfte einer Zuteilung von 85.600 Euro für Aktienkäufe vorsieht. Eine einjährige Haltefrist ist damit verbunden — die Vorstandsmitglieder können ihre neuen Anteile also erst 2027 wieder verkaufen.
Ein Kursverlauf mit Achterbahn-Charakter
Der Kontext hinter diesen Käufen ist dramatisch. Sivers-Aktien schlossen am Freitag bei 4,25 Euro, nach einem Tagesplus von 2,41 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 18,27 Prozent, über 30 Tage sogar von 38,54 Prozent.
Der Absturz wirkt noch größer im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch. Am 3. Juni erreichte die Aktie noch 10,23 Euro — aktuell liegt der Kurs 58,46 Prozent darunter. Der 50-Tage-Durchschnitt von 6,23 Euro liegt ebenfalls weit über dem aktuellen Niveau, die Differenz beträgt 31,73 Prozent.
Die andere Seite der Geschichte: Am 3. März notierte die Aktie bei gerade einmal 0,27 Euro. Seitdem hat sich der Kurs mehr als verfünfzehnfacht. Die aktuelle Volatilität von über 220 Prozent auf Jahresbasis zeigt, wie heftig die Kursschwankungen bei Sivers ausfallen.
Vorbereitung auf US-Notierung
Parallel zu den Insider-Käufen justiert Sivers Semiconductors seinen Finanzkalender. Der Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 verschiebt sich auf den 27. August, das dritte Quartal folgt am 26. November, das vierte am 25. Februar 2027.
CEO Vathulya begründet den Schritt mit der Vorbereitung auf strengere Regulierung — konkret geht es um die Einhaltung der PCAOB-Prüfstandards. Diese sind Voraussetzung für eine mögliche Zweitnotierung in den USA. Das Unternehmen positioniert sich mit Photonik- und Funktechnologien für Wachstumsmärkte wie KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Verteidigung.
Der RSI von 39,2 deutet auf keine extreme Überverkauft-Situation hin, bewegt sich aber im unteren Bereich. Ob die Insider-Käufe tatsächlich einen Wendepunkt markieren, oder ob die Aktie nach dem steilen Anstieg seit März schlicht Luft ablässt, bleibt bis zum nächsten Zwischenbericht Ende August offen.
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