Sivers Semiconductors: Headwaters verkauft 950.000 Aktien
Nach Ablauf der Sperrfrist verkaufen Insider und ein VC-Fonds massiv Aktien. Der Kurs von Sivers Semiconductors bricht ein und notiert nahe dem Jahrestief.

- Kurssturz von fast 13 Prozent
- Lock-up-Frist für Insider endete
- Kairos Ventures verteilt Aktien an Investoren
- Quartalsbericht für Ende August erwartet
Sivers Semiconductors verliert am Mittwoch fast 13 Prozent und fällt auf 3,28 Euro. Über 30 Tage summiert sich der Absturz auf fast 63 Prozent. Auslöser sind neue Details zu Verkäufen von Insidern und einem Risikokapitalgeber, deren Sperrfrist gerade abgelaufen ist.
Kairos Ventures zieht sich zurück
Ein Lock-up-Abkommen, das an eine vom Board am 16. April 2026 beschlossene Aktienplatzierung gekoppelt war, verbot bestimmten Vorstandsmitgliedern und Managern bis zum 16. Juli 2026 den Verkauf ihrer Aktien. Diese Frist ist nun abgelaufen. Sivers Semiconductors bestätigte das am 21. Juli 2026 in einem Update zu Insider-Transaktionen.
Unter den Verkäufern: Kairos Ventures, ein Venture-Capital-Fonds mit Verbindung zu Board-Mitglied Todd Thomson. Thomson hält eigene Aktien über sein Investmentvehikel Headwaters Capital LLC und vertritt zugleich die Kairos-Anteile im Unternehmen. Der Fonds war 2022 über den Verkauf seines Portfoliounternehmens Mixcomm an Sivers Semiconductors beteiligt worden und hat seither immer wieder Anteile abgestoßen.
Das Unternehmen erklärte die Beweggründe für den jüngsten Schritt. Kairos‘ Auftrag gegenüber seinen eigenen Investoren sei es, in private Firmen zu investieren und Kapital nach Realisierung zurückzuführen. Das Investment Committee des Fonds entschied nun, die Sivers-Aktien an jene Investoren zu verteilen, die sie behalten wollen — den Rest verkauft der Fonds.
Auch Headwaters Capital reduziert Position
Thomsons eigenes Vehikel Headwaters Capital hat bis zum 22. Juli 2026 insgesamt 950.000 Aktien verkauft. Zusätzlich gingen 50.000 Aktien als Schenkung an eine gemeinnützige Organisation. Trotz der Verkäufe bleibt Thomson mit 477.027 Aktien größter Anteilseigner unter den Board-Mitgliedern. Ein Teil davon, 12.500 Aktien, erwarb er erst am 9. Juli 2026 — diese unterliegen einer neuen einjährigen Sperrfrist.
Auch Board-Chairman Bami Bastani baute seine Position ab. Er spendete 60.000 Aktien an Wohltätigkeitsorganisationen, verschenkte 70.000 Aktien an Familienmitglieder und verkaufte am 16. Juli 2026 weitere 275.000 Aktien. Nach diesen Transaktionen hält Bastani noch 381.360 Aktien sowie 625.000 Mitarbeiteroptionen.
Quiet Period vor dem Quartalsbericht
Die Verkaufswelle trifft Sivers kurz vor einer regulatorischen Ruhephase. Ab dem 28. Juli 2026 gilt gemäß EU-Marktmissbrauchsverordnung eine Closed Period — bis zur Veröffentlichung des Quartalsberichts dürfen Personen mit Führungsverantwortung keine Transaktionen mehr in Unternehmensaktien vornehmen. Den Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 will Sivers am 27. August 2026 vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm vorlegen.
Der aktuelle Kurs von 3,28 Euro liegt fast 68 Prozent unter dem Jahreshoch von 10,23 Euro, das die Aktie noch am 3. Juni 2026 erreicht hatte. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 165 Prozent zeigt, wie heftig die Kursausschläge seit den Aktienplatzierungen und den folgenden Lock-up-Abläufen ausfallen.
Bis zum Start der Closed Period am 28. Juli dürfte der Markt vor allem damit beschäftigt sein, die jüngste Verkaufswelle von Kairos Ventures und Headwaters Capital zu verdauen. Frische Unternehmensnachrichten sind vor dem Quartalsbericht am 27. August nicht zu erwarten.
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