SK Hynix Aktie: 12-Prozent-Sturz nach Broadcom-Schock
SK Hynix erlebt nach Rekordhoch einen Kursrutsch von über zwölf Prozent, ausgelöst durch eine schwache Prognose von Broadcom. Operativ läuft das Geschäft auf Hochtouren.

- Kurssturz von über zwölf Prozent
- Broadcom-Prognose löst Verkaufswelle aus
- Produktion für 2026 komplett ausverkauft
- US-Börsengang für 2026 geplant
Die Auftragsbücher quellen über, die Kunden finanzieren sogar eigene Produktionslinien. Dennoch erlebte SK Hynix an der Börse gerade einen harten Realitätscheck. Nach dem Rekordhoch vom Dienstag stürzte der Kurs bis Freitag um über zwölf Prozent ab. Ein enttäuschender Ausblick aus den USA zog den gesamten Sektor nach unten.
Broadcom löst Kettenreaktion aus
Der Auslöser für den Kursrutsch lag nicht in Südkorea. Broadcom enttäuschte mit seiner Prognose für KI-Chips. Statt erhoffter 17,2 Milliarden US-Dollar rechnet der US-Konzern nur mit 16 Milliarden. Das reichte aus, um Panik auszulösen.
Ausländische Investoren zogen massiv Kapital ab. Allein am Freitag verkauften sie am südkoreanischen Markt Aktien im Wert von über drei Milliarden Dollar. Der Leitindex KOSPI brach zeitweise heftig ein. Ein automatischer Verkaufsstopp musste den Handel beruhigen.
Am Freitag schloss die Aktie bei 2.070.000 Won. Trotz des Rücksetzers steht seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von rund 205 Prozent auf der Anzeigetafel.
Expansion auf Kundenwunsch
Operativ läuft das Geschäft derweil auf Hochtouren. SK Hynix ändert seine Strategie radikal. Der Konzern will seine Wafer-Produktion in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Noch im März hatte das Management einen solchen Ausbau ausgeschlossen. Die Realität zwingt das Unternehmen nun zum Handeln. Die gesamte Produktion von HBM-Speicherchips für 2026 ist bereits ausverkauft.
Verzweifelte Kunden bieten laut Branchenkreisen sogar an, eigene Produktionsmaschinen zu kaufen. Sie wollen so neue Fertigungslinien vorfinanzieren. Das Zentrum dieser Expansion liegt im südkoreanischen Yongin. Dort fließen 31 Billionen Won in die erste von vier geplanten Großfabriken. Der Startschuss fällt nun bereits im Februar 2027.
US-Börsengang und Nvidia-Aufträge
Parallel dazu treibt SK Hynix seine Pläne für einen US-Börsengang voran. Das Unternehmen plant die Ausgabe von Hinterlegungsscheinen bis Ende 2026. Etwa zwei bis drei Prozent der Aktien sollen so den Besitzer wechseln. Das Ziel: US-Pensionsfonds sollen investieren können. Diese dürfen oft keine rein südkoreanischen Papiere halten.
Auch technologisch sichert das Unternehmen seine Marktführerschaft ab. Nvidia zertifizierte kürzlich die HBM4-Chips von SK Hynix für seine neue Vera-Rubin-Plattform. Der südkoreanische Konzern teilt sich diesen Markt mit Samsung und Micron. Analysten schätzen den Lieferanteil von SK Hynix auf starke 60 bis 70 Prozent.
Ende Juli legt SK Hynix seine nächsten Quartalszahlen vor. Bis dahin dürfte die angespannte Angebotssituation den Kurs stützen. Die Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips übersteigt die Produktionskapazitäten bei weitem. Dieser fundamentale Engpass federt kurzfristige Stimmungsschwankungen ab.
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