SK Hynix Aktie: 14,75-Prozent-Crash nach Bonusstreit

SK Hynix verzeichnet Rekordumsatz und -gewinn, investiert Milliarden in neue Werke, während gescheiterte Lohnverhandlungen die Aktie belasten.

Die Kernpunkte:
  • Lohnverhandlungen ohne Einigung beendet
  • Aktie verliert nach Rally deutlich
  • Rekordinvestitionen in neue Chipwerke
  • Analysten vergeben mehrheitlich Kaufempfehlungen

Während der Speicherchip-Hersteller SK Hynix Rekordzahlen präsentiert und Dutzende Milliarden Won in neue Fabriken steckt, blockieren sich Management und Belegschaft daheim gegenseitig. Die Lohnverhandlungen für 2026 sind am heutigen Sonntag gescheitert. Grund ist ein Vorschlag der Unternehmensführung, mehr als die Hälfte der Leistungsboni künftig in Firmenaktien mit Verkaufssperrfrist auszuzahlen, wie die südkoreanische Wirtschaftszeitung Seoul Economic Daily berichtet. Die Gewerkschaft lehnte das Modell ab, eine Einigung ist damit vorerst vom Tisch.

Kursrutsch nach historischer Rally

Der Streit um die Boni-Regelung trifft die Aktie in einer ohnehin fragilen Phase. Am Freitag verlor das Papier 14,75 Prozent, binnen 30 Tagen summiert sich das Minus auf 31,50 Prozent. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 118,87 Prozent zu Buche. Die jüngste Talfahrt folgt auf eine der stärksten Rallyes der Aktie überhaupt, ausgelöst durch den Boom bei Speicherchips für künstliche Intelligenz. Nach einem derart steilen Anstieg fällt jede Korrektur entsprechend heftig aus.

Milliarden für neue Fabriken

Fundamental steht SK Hynix so gut da wie selten. Für das zweite Quartal 2026 meldete der Konzern am 29. Juli einen Rekordumsatz von 79,32 Billionen Won, ein Plus von 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn kletterte um 557 Prozent auf 60,54 Billionen Won, die operative Marge lag bei 76 Prozent. Auf dieser Basis erhöhte das Management sein Investitionsbudget für 2026 bereits am 3. August auf einen Rekordwert von 45 Billionen Won, um die Produktion der Speicherchips HBM4 und HBM4E zu beschleunigen. Vier Tage später genehmigte der Verwaltungsrat zusätzlich 54,3 Billionen Won für zwei neue Halbleiterwerke: Das Werk „Y2“ in Yongin soll 35,2 Billionen Won kosten, das Werk „M17“ in Cheongju 19,1 Billionen Won. Der Spatenstich für Y2 ist für Juli 2027 vorgesehen, der erste Reinraum soll im Juni 2029 öffnen. Parallel stellte SK Hynix Anfang August gemeinsam mit Sandisk den ersten Industriestandard für High Bandwidth Flash vor und präsentierte seine zehnte NAND-Generation mit deutlich verbesserter Energieeffizienz.

Kapitalrückgabe und Verkaufspläne in China

An die Aktionäre fließt trotz der Investitionsoffensive Geld zurück. In einer Pflichtmitteilung wies SK Hynix eine Bardividende von 375 Won je Aktie aus und kündigte an, weitere Kapitalrückgaben zu prüfen, die im dritten Quartal 2026 konkretisiert werden sollen. Zugleich berichtet Bloomberg, das Unternehmen prüfe mit Beratern den Verkauf einer Beteiligung an seinem Verpackungs- und Testwerk in Chongqing, China. Die Anlage könnte demnach mit rund drei Milliarden Dollar bewertet werden, bestätigt ist der Schritt bislang nicht.

Analysten uneinig über Kursziel-Spannen

Anfang August meldete sich die Wall Street geschlossen zu Wort. Bank of America nahm die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 250 Dollar wieder auf, Analyst Simon Woo verwies dabei auf die dominante Stellung von SK Hynix im Markt für High-Bandwidth-Memory-Chips. Rosenblatt-Analyst Kevin Cassidy startete die Coverage mit „Buy“ und dem höchsten Kursziel der Runde von 320 Dollar. Weitere Häuser wie Cantor Fitzgerald, Wolfe Research, RBC Capital, Needham, William Blair und Stifel vergaben ebenfalls Kaufempfehlungen, mit Kurszielen zwischen 200 und 300 Dollar. Bereits Ende Juli hatte Barclays sein Ziel von 330 auf 300 Dollar gesenkt, die Einstufung „Overweight“ aber beibehalten. UBS startete zeitgleich mit „Buy“ und 204 Dollar. Morningstar senkte seinen fairen Wert um 8 Prozent auf 2.200.000 Won je Aktie und begründete dies mit nachlassenden Preissteigerungen bei klassischen Speicherchips. Die Kursziele in Dollar beziehen sich auf die American Depositary Shares, die seit dem 15. Juli an der Nasdaq notieren.

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