SK Hynix Aktie: 15-Prozent-Absturz, 3,69% Erholung

Nach historischem Kurssturz von 15 Prozent erholt sich die SK Hynix Aktie leicht. Analysten sehen technische Korrektur, keine fundamentalen Probleme.

Die Kernpunkte:
  • Größter Tagesverlust der Unternehmensgeschichte
  • Kospi-Index löste Handelsstopp aus
  • Analysten erwarten Gewinnrückgang im Quartal
  • Management hält an Chip-Knappheit fest

Ein Tagesverlust von 15 Prozent, ein Kospi-Index im freien Fall, ein kompletter Handelsstopp am südkoreanischen Aktienmarkt. Was am Montag bei SK Hynix passierte, gab es in der Geschichte des Papiers noch nie. Am Dienstag versucht die Aktie nun, sich zu stabilisieren.

Der Kurs steht bei 1.913.000 Won und legt damit 3,69 Prozent zu. Das folgt auf den Montagsschluss bei 1.845.000 Won, als der Speicherchip-Hersteller den größten Einbruch seiner Notierungsgeschichte erlebte. Über sieben Tage steht dennoch ein Minus von 13 Prozent, über 30 Tage von mehr als 16 Prozent.

Der Auslöser für den Crash

Der Ausverkauf traf nicht nur SK Hynix. Der Kospi-Index brach um 9 Prozent ein und löste einen marktweiten Handelsstopp aus. Samsung Electronics verlor fast 11 Prozent.

Seit dem Jahr 2000 hat die Börse in Seoul insgesamt 13 solcher Notbremsen gezogen. Sieben davon allein in diesem Jahr. Ausländische Investoren verkauften am Montag Kospi-Aktien im Wert von umgerechnet rund 1,1 Milliarden Dollar. Der Großteil davon entfiel auf SK Hynix.

Der Kurssturz drückte die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf 875 Milliarden Dollar. Erst vor knapp zwei Monaten hatte SK Hynix die Marke von einer Billion Dollar überschritten.

Ausgelöst wurde die Verkaufswelle durch eine Analyse von Korea Investment & Securities. Die Analysten erwarten, dass der operative Gewinn im laufenden Quartal um 8 Prozent unter dem Konsens liegen könnte. Als Grund nennen sie den hohen Umsatzanteil von High-Bandwidth-Memory-Chips, deren Preise langsamer steigen als bei klassischen Speicherchips.

Technische Korrektur statt Fundamentalproblem

Mehrere Marktbeobachter ordnen den Absturz als technische Reaktion ein, nicht als Zeichen echter Schwäche. Chan H Lee, Managing Partner beim Seouler Hedgefonds Petra Capital Management, sieht darin vor allem Gewinnmitnahmen und einen klassischen Sell-the-News-Effekt. Die Fundamentaldaten des Unternehmens hätten sich nicht verändert, so seine Einschätzung.

Richard Tang, Research-Chef für Hongkong bei Julius Baer, rechnet bis Ende Juli mit anhaltend hoher Volatilität. Ausländische Investoren würden ihre Positionen umschichten, teils in Richtung ADRs, teils durch Gewinnmitnahmen bei zuletzt stark gelaufenen Speicherchip-Werten.

Verstärkt wurde die Bewegung durch gehebelte Finanzprodukte. Einige der größten ETFs auf SK Hynix sind seit ihrem Listing in Seoul Ende Mai um fast 50 Prozent gefallen.

Hebe Chen, Marktstrategin bei Vantage Global Prime, warnt vor voreiligem Aufatmen: SK Hynix durchlaufe gerade den Kater nach dem Rausch, die Euphorie der Rally weiche einem harten Realitätscheck. Ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber dem Hoch schaffe keinen automatischen Boden, wenn Hebelprodukte, Indexkonzentration und überfüllte Positionen jeden Rücksetzer in eine neue Verkaufswelle verwandeln könnten.

Management hält an Angebotsknappheit fest

Trotz der Turbulenzen verteidigt das Management die mittelfristige Nachfrageprognose. CEO Kwak Noh-Jung geht davon aus, dass die Knappheit bei Speicherchips über das Jahr 2030 hinaus anhält. Investoren bleiben dennoch vorsichtig — steigt die Produktionskapazität zu stark, könnte das später auf die Margen drücken, sollte die Nachfrage nachlassen.

Auf Jahressicht bleibt die Aktie ein Ausreißer: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 183 Prozent zu Buche, getragen von Lieferengpässen und Rekordgewinnen. Nico Rosti von MRM Research bezeichnet die Aktie als deutlich überverkauft und hält eine weitere schwache Woche für möglich.

Ausblick

Der aktuelle Kurs liegt fast 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, erreicht am 25. Juni 2026. Zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand knapp 12 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 123 Prozent bleibt außergewöhnlich hoch, der RSI von 40,7 signalisiert weder überverkauft noch überkauft.

Die anstehenden Quartalszahlen dürften zeigen, ob sich die Gewinnwarnung von Korea Investment & Securities bestätigt oder ob die Erzählung vom KI-Speicher-Superzyklus wieder die Oberhand gewinnt.

Anzeige

SK Hynix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SK Hynix-Analyse vom 14. Juli liefert die Antwort:

Die neusten SK Hynix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SK Hynix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SK Hynix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SK Hynix