SK Hynix Aktie: 24,13-Prozent-Sprung auf 1.641.000 Won
SK Hynix verzeichnet dank starker US-Cloud-Zahlen den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte. Die Aktie bleibt jedoch weit unter ihrem Rekordhoch.

- Stärkster Tagesgewinn der Firmengeschichte
- US-Cloud-Rally treibt Halbleiteraktien
- SK-Group-Chef kauft eigene Aktien
- Aktie bleibt 45 Prozent unter Rekordhoch
SK Hynix erlebt binnen weniger Tage beide Extreme des KI-Aktienbooms. Am Freitag schießt die Aktie um 24,13 Prozent nach oben, von 1.322.000 auf 1.641.000 Won. Nur Tage zuvor stand der Titel noch unter massivem Verkaufsdruck.
Der Auslöser kommt aus den USA. Microsoft legte am Donnerstag um 16 Prozent zu, nachdem das Cloud-Geschäft Azure schneller wuchs als erwartet. Amazon zog nachbörslich um mehr als 9 Prozent an, getrieben von starken Quartalszahlen im Cloud-Segment. Der Halbleiter-ETF iShares Semiconductor sprang über Nacht um mehr als 8 Prozent.
Die Kettenreaktion in Seoul
Die Erleichterung sprang direkt auf Südkoreas Technologiewerte über. Samsung Electronics legte ebenfalls über 20 Prozent zu, der Leitindex Kospi kletterte laut Bloomberg zeitweise um bis zu 15 Prozent auf den höchsten Stand seit einem Monat. SK Hynix selbst verzeichnete mit 28 Prozent den stärksten Tagesgewinn der Firmengeschichte.
Ein zusätzlicher Kurstreiber kam aus dem eigenen Haus. SK-Group-Chef Chey Tae-won kaufte persönlich Aktien seines Konzerns — ein seltener Schritt, den Investoren als Vertrauenssignal werteten. Andrew Jackson, Leiter der Aktienstrategie bei Ortus Advisors, bezeichnete die Microsoft-Zahlen als Auslöser für „eine massive Erholung bei Risikoanlagen und KI-Titeln“.
Vom Rekordgewinn zum Ausverkauf
Die Erholung folgt auf eine brutale Woche. KI-nahe Speicherchip-Aktien waren zuvor um bis zu 600 Prozent gestiegen, weil Engpässe bei High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM) die Preise trieben. Als sich das Angebot ausweitete, büßten die Titel zwischen 30 und 50 Prozent dieser Gewinne wieder ein. Der Kospi verlor binnen eines Monats bis zu 29 Prozent, auch Nvidia und TSMC gerieten in den Abwärtssog.
Bemerkenswert: Der Ausverkauf setzte kurz nach den Quartalszahlen von SK Hynix ein — trotz eines versechsfachten Gewinns. Analysten sahen die Ursache in überzogenen Erwartungen an das KI-Geschäft. Der Widerspruch zwischen Rekordgewinn und fallendem Kurs hatte den Abverkauf erst richtig befeuert.
HBM-Marktführerschaft bleibt der Kern der Geschichte
Unabhängig von den Kursschwankungen bleibt SK Hynix operativ die dominante Kraft im HBM-Segment. Im ersten Quartal 2026 hielt der Konzern einen Weltmarktanteil von 56,4 Prozent bei High-Bandwidth-Memory-Chips. Im breiteren DRAM-Markt lag SK Hynix mit 29,1 Prozent Marktanteil auf Platz zwei weltweit, im NAND-Flash-Segment auf Platz zwei mit 18,5 Prozent.
Diese Marktposition erklärt, warum die Aktie so empfindlich auf US-Cloud-Zahlen reagiert. Die Investitionspläne der großen amerikanischen Cloud-Anbieter bestimmen direkt die Nachfrage nach den Speicherchips, die den aktuellen KI-Ausbau tragen.
Trotz des Rekordsprungs bleibt die Aktie 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won vom 25. Juni. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 143 Prozent — ein Wert, der die extremen Ausschläge der vergangenen Wochen unterstreicht. Wie stark sich die Erholung vom Freitag über die kommenden Handelstage trägt, dürfte weiterhin eng an die nächsten Kapitalausgaben-Ankündigungen der großen US-Cloud-Konzerne gekoppelt sein.
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