SK Hynix Aktie: 29. Juli bündelt drei Ereignisse

SK Hynix erwartet starke KI-Chip-Nachfrage, während Quartalszahlen und die neue ADR-Umwandlung die Aktie bewegen.

Die Kernpunkte:
  • KI-Chip-Nachfrage soll 2027 massiv steigen
  • ADR-Umwandlung startet am 29. Juli
  • Quartalszahlen am 29. Juli erwartet
  • Konkurrenz-Börsengang in Shanghai

SK Hynix steht vor einer entscheidenden Handelswoche. Nach dem historischen Nasdaq-Debüt Anfang Juli mit einem Volumen von 26,5 Milliarden Dollar treffen nun mehrere Ereignisse fast am selben Tag aufeinander. Eine Prognose des Konzernchefs, eine technische Aktienumwandlung und die nächsten Quartalszahlen entscheiden über die kommenden Wochen.

Choi warnt vor Kapazitätsgrenzen

SK-Group-Chef Choi Tae-won rechnet mit einem kräftigen Nachfrageschub bei KI-Chips. Der Ausbau der KI-Infrastruktur werde die Nachfrage nach spezialisierten Halbleitern 2027 um 60 bis 100 Prozent steigen lassen, sagte Choi am Sonntag.

Neue Kapazitäten aufzubauen bleibt aber schwierig. Lange Lieferzeiten bei Anlagen und Bauverzögerungen setzen der Produktion enge Grenzen. Choi verwies außerdem darauf, dass Speicherchip-Preise derzeit vom Normalniveau abweichen.

Der Konzern prüft zudem einen möglichen Aktiensplit, sowohl für die heimischen Aktien als auch für die in den USA gehandelten ADRs. Eine endgültige Entscheidung gibt es dazu noch nicht.

Prämie vor dem Test

Im Zentrum der kommenden Woche steht ein technisches Ereignis. Ab dem 29. Juli können Anleger SK-Hynix-ADRs und die zugrunde liegenden koreanischen Aktien gegenseitig umwandeln. Aktuell notieren die an der Nasdaq gehandelten ADRs mit einem Aufschlag von mehr als 25 Prozent gegenüber den Aktien in Seoul.

Marktbeobachter erwarten, dass die neue Umwandlungsmöglichkeit Arbitrage-Geschäfte auslöst. Das könnte die Kurslücke schließen — entweder durch steigende Kurse in Seoul oder durch fallende ADR-Kurse in New York. Bislang machen ADRs nur rund 2,5 Prozent aller Aktien aus. Ab Ende Juli werden weitere 22,5 Prozent umwandlungsfähig.

Quartalszahlen mit Fragezeichen

SK Hynix hat bestätigt, dass der Bericht zum zweiten Quartal am 29. Juli erscheint. Der Termin fällt in eine Phase erhöhter Schwankungen. Die Aktie fiel in der vergangenen Sitzung in Seoul um 11,53 Prozent und schloss bei 1.842.000 Won.

Der Kursrutsch zeigt, wie nervös der Markt derzeit auf jede Nachricht reagiert.

Analyst Chae Min-suk von Korea Investment & Securities hat seine Prognose für den operativen Gewinn im zweiten Quartal auf 60,4 Billionen Won gesenkt. Das liegt rund 8 Prozent unter dem Marktkonsens von 65 Billionen Won. Als Gründe nennt er schwächer als erwartete Preissteigerungen bei Standard-DRAM sowie den dämpfenden Effekt langfristiger Lieferverträge.

Trotz der Abwärtskorrektur würde der Gewinn im Quartalsvergleich um 61 Prozent steigen.

Konkurrenz aus Shanghai rückt näher

Nur zwei Tage vor den SK-Hynix-Zahlen debütiert ChangXin Memory Technologies (CXMT) am Shanghaier STAR Market. Chinas größter DRAM-Hersteller bringt dabei ein Emissionsvolumen von rund 8,6 Milliarden Dollar an die Börse. Der Börsengang gilt als Stimmungstest für den gesamten Speicherchip-Sektor nach dem jüngsten weltweiten Ausverkauf bei Halbleiteraktien.

Für SK Hynix bleibt der Fokus auf der Stabilisierung nach der Kurskorrektur seit dem Listing. Die Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory der vierten Generation treibt das Geschäft weiter an. Anleger wägen das langfristige Wachstum gegen kurzfristige Sorgen über Investitionskosten und die Preisstabilität für PC- und Smartphone-Hersteller ab.

Am 29. Juli bündeln sich damit drei Ereignisse: die Quartalszahlen, der Start der ADR-Umwandlung und, zwei Tage zuvor, der CXMT-Börsengang in Shanghai. Wie stark die ADR-Prämie bis dahin abschmilzt, zeigt sich frühestens am Handelstag selbst.

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