SK Hynix Aktie: 29,95 Prozent nach Chey-Kauf

Der erste persönliche Aktienkauf des SK-Chefs beflügelt den Chiphersteller. Auch US-Halbleiterwerte profitieren von starken Cloud-Zahlen.

Die Kernpunkte:
  • Chef kauft erstmals eigene Aktien
  • Kursanstieg um fast 30 Prozent
  • US-Halbleiterwerte legen deutlich zu
  • Rekordgewinn trotz Analystenenttäuschung

SK Hynix schoss am Freitag um 29,95 Prozent nach oben und traf damit die technische Tageshöchstgrenze der koreanischen Börse. Die Aktie schloss bei 1.718.000 Won. Nur einen Tag zuvor hatte der Kurs noch tief im Minus gelegen — der Umschwung kam abrupt und mit einem ungewöhnlichen Auslöser.

Der Konzernchef greift selbst zu

SK Group-Chairman Chey Tae-won hatte am Vortag erstmals persönlich Aktien seines eigenen Chipherstellers gekauft. 3.620 Stück, umgerechnet rund 4,79 Milliarden Won zum Donnerstagsschlusskurs. Es war sein erster direkter Aktienkauf bei SK Hynix überhaupt.

Der Markt las das Signal eindeutig: Vertrauen von ganz oben, genau in dem Moment, als die Aktie unter massivem Druck stand. Konkurrent Samsung Electronics zog im Sog mit und sprang um 25,6 Prozent auf 260.000 Won. Der breite Kursanstieg löste kurz nach Handelsbeginn sowohl am Kospi als auch am Kosdaq automatische Kauf-Handelsunterbrechungen aus.

Rückenwind aus den USA

Der Kaufimpuls des Chairman war nicht der einzige Treiber. Über Nacht war der iShares Semiconductor ETF um mehr als 8 Prozent gestiegen, nachdem Amazon und Microsoft mit ihren Quartalszahlen die Fantasie rund um KI-Investitionen neu entfacht hatten.

Amazon legte nachbörslich um mehr als 9 Prozent zu, getrieben von starkem Cloud-Geschäft. Microsoft war bereits während der regulären Sitzung am Donnerstag um 16 Prozent gestiegen — das schnellere Wachstum bei Azure hatte Anleger überzeugt, dass die Ausgaben für KI-Infrastruktur robust bleiben. Der Philadelphia Semiconductor Index kletterte um 8,19 Prozent, mit zweistelligen Gewinnen bei Micron, SanDisk, AMD und Intel.

Zahlen, die den Markt nicht überzeugten

Der Freitags-Rebound folgt auf eine turbulente Woche. Erst zwei Tage zuvor hatte SK Hynix Rekordzahlen vorgelegt: Der operative Gewinn schoss im zweiten Quartal um 557 Prozent auf 60,54 Billionen Won. Trotzdem blieben die Ergebnisse hinter den hochgesteckten Erwartungen der Analysten zurück, die Aktie brach zunächst deutlich ein.

Investoren störten sich zudem an den aggressiven Investitionsplänen, die das Unternehmen parallel zu den Zahlen vorgestellt hatte. Die Sorge: hohe Ausgaben belasten die Marge, während der Markt bereits nervös auf jede Enttäuschung reagiert.

Wo die Aktie jetzt steht

Trotz des Rekordsprungs bleibt SK Hynix rund 42 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won vom 25. Juni. Der Abstand zeigt, wie tief die vorangegangene Korrektur tatsächlich war. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 164,43 Prozent zu Buche — ein Wert, der die extreme Schwankungsbreite dieses Börsenjahres unterstreicht.

Strukturell bleibt die Nachfrage nach KI-Speicherchips der zentrale Treiber der Investorengeschichte. SK Hynix hat im zweiten Quartal mit dem Massenversand von HBM4-Chips begonnen und will die Produktion in der zweiten Jahreshälfte hochfahren. Ob der Freitagssprung eine dauerhafte Trendwende einleitet oder nur ein weiterer heftiger Ausschlag in einem ohnehin volatilen Jahr bleibt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Investitionsbereitschaft der großen US-Techkonzerne in den kommenden Wochen entwickelt.

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