SK Hynix Aktie: 30,64-Prozent-Crash in einer Woche

SK Hynix verzeichnet trotz Rekordquartal einen massiven Kursverlust. Analysten senken die Kursziele, bleiben aber mehrheitlich optimistisch für die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz trotz Rekordgewinn
  • Analysten senken Kursziele
  • HBM4-Produktion als Hoffnung
  • Sorge um chinesische Konkurrenz

Der Ausverkauf bei SK Hynix reißt nicht ab. Nachdem die Aktie bereits am Mittwoch massiv eingebrochen war, gibt das Papier des koreanischen Speicherchip-Herstellers auch am heutigen Donnerstag weiter nach. Der Kurs fällt um 5,00 Prozent auf 1.331.000 Won, nach einem Schlusskurs von 1.401.000 Won am Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 30,64 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das den fundamentalen Rekordzahlen des Unternehmens diametral widerspricht.

Rekordgewinn reicht Anlegern nicht

SK Hynix hatte für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 79,32 Billionen Won gemeldet, ein Plus von 256,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn kletterte um 557,2 Prozent auf 60,54 Billionen Won, die operative Marge lag bei 76 Prozent – nach Unternehmensangaben mehr als bei Nvidia oder TSMC. Der Nettogewinn erreichte 93,92 Billionen Won, wozu auch ein Veräußerungsgewinn aus dem Kioxia-Anteil beitrug. Dennoch verfehlten Umsatz und operativer Gewinn die Konsensschätzungen der Analysten, die bei rund 84 Billionen beziehungsweise 64 Billionen Won gelegen hatten.

Der Markt reagierte darauf bereits am Mittwoch mit einem heftigen Kurseinbruch, der sich in den Tagen danach fortsetzte. Mit einem 14-Tage-RSI von 32,0 gilt das Papier inzwischen als überverkauft, was auf eine zumindest technisch überzogene Verkaufswelle hindeutet. Belastend wirkte zudem das ohnehin fragile Marktumfeld: Der südkoreanische Leitindex Kospi löste am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge Handelsunterbrechungen aus, während parallel die US-Notenbank die Zinsen unverändert ließ und die Sorgen um überbordende KI-Investitionen bei Technologiekonzernen wie Meta und Alphabet auf die gesamte Chipbranche durchschlugen.

Analysten kappen Kursziele, halten aber an Kaufempfehlungen fest

Trotz des Kurssturzes bleiben mehrere Häuser bei ihrer positiven Einschätzung, senken aber ihre Zielmarken deutlich. Mirae Asset Securities strich das Kursziel für SK Hynix um 33 Prozent von 4,2 Millionen auf 2,8 Millionen Won, bestätigte jedoch die Einstufung „Buy“. Analyst Kim Younggun begründete den Schritt mit fallenden NAND-Flash-Preisen und Sorgen um chinesische Lithografie-Beschränkungen und verwies auf ein Ziel-KGV von 4,6. Mirae Asset rechnet dennoch mit einem kumulierten freien Cashflow von 440 Billionen Won bis 2027 sowie einem Netto-Cash-Bestand von 420 Billionen Won.

Auch Kiwoom Securities senkte sein Kursziel, von 2,6 Millionen auf 2,2 Millionen Won, stufte SK Hynix jedoch auf „Buy“ hoch. Die Wertpapierfirma verweist auf ihre Prognose für das dritte Quartal: Umsatz von 98,9 Billionen Won und operativer Gewinn von 78,5 Billionen Won, ein Plus von 25 respektive 30 Prozent gegenüber dem laufenden Quartal, getrieben von der erwarteten Hochlaufphase bei HBM4. Barclays kürzte sein Kursziel für die US-Notierung von 330 auf 300 Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Overweight“.

HBM4-Rampe und Investitionspläne als Hoffnungsträger

Unternehmensseitig hält SK Hynix an seinem Expansionskurs fest. Für 2026 sind Investitionen im hohen Zehner-Bereich der 40-Billionen-Won-Marke geplant, die Massenproduktion des HBM4-Speichers ist angelaufen, erste HBM4E-Muster wurden bereits ausgeliefert. Mit mehr als zehn Großkunden hat das Unternehmen Langfristverträge über jeweils rund fünf Jahre abgeschlossen, die Abnahmemengen und Anzahlungen absichern sollen.

Belastend bleibt die Konkurrenz aus China: Der Marktauftritt des Speicherherstellers CXMT in Shanghai hatte zuletzt neue Sorgen vor einem Überangebot geschürt und den gesamten Sektor unter Druck gesetzt, auch Nvidia, Micron und AMD gaben zeitgleich nach. Für SK Hynix bleibt die Kernfrage, ob die milliardenschweren Investitionspläne der großen Technologiekonzerne in KI-Infrastruktur tatsächlich zu einer nachhaltigen Nachfrage nach Speicherchips führen – oder ob der Markt die aktuellen Bewertungen bereits vorweggenommen hat.

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