SK Hynix Aktie: 36 Prozent Minus im Juli

SK Hynix verliert massiv an Wert, während Analysten den Ausverkauf als übertrieben einstufen und auf eine baldige Erholung setzen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert über 36 Prozent im Monat
  • Ölpreis und KI-Sorgen lösen Ausverkauf aus
  • Analysten sehen Kursrückgang als übertrieben
  • Chef plant Überarbeitung des Bonusmodells

764.000 Won und verliert an diesem Handelstag 4,23 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich das Minus sogar auf 36,18 Prozent. Der Kursrutsch trifft die Aktie mitten in eine Woche, in der gleich mehrere Nachrichtenstränge zusammenlaufen: ein globaler Chip-Ausverkauf, ein neuer Konkurrent aus China und ein Vorstoß des Konzernchefs zu den eigenen Bonuszahlungen.

Ölpreis und KI-Sorgen lösen Ausverkauf aus

Der südkoreanische Leitindex Kospi brach am 20. Juli 2026 zeitweise um bis zu 4,9 Prozent ein, nachdem der Ölpreis wegen der Spannungen zwischen den USA und dem Iran über die Marke von 90 US-Dollar je Barrel Brent gestiegen war. Zusätzlich sorgte das chinesische KI-Modell Kimi K3 von Moonshot AI für Nervosität, weil es die Lücke zur US-Konkurrenz laut Berichten des Herald Business auf nur noch zwei bis drei Monate schrumpfen lässt. Auch die von TSMC angehobenen Investitionspläne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar wurden von Anlegern zunächst als Zeichen künftiger Überkapazitäten gelesen. Samsung Electronics und SK Hynix gerieten im Sog dieser Entwicklung zeitweise deutlich unter Druck, bevor beide Werte im Tagesverlauf einen Teil der Verluste wieder aufholten.

Verschärft wurde die Bewegung durch strukturelle Effekte: Nach Angaben von CNBC brach der gehebelte KODEX-SK-Hynix-2x-Leverage-ETF gegenüber seinem Junihoch um rund 70 Prozent ein, südkoreanische Privatanleger hatten seit Ende Mai rund 14 Billionen Won in solche Hebelprodukte gesteckt. Die Aufsicht reagierte und hob die Mindest-Bareinlage für den Handel mit Einzelaktien-Hebel-ETFs von 3 auf 30 Millionen Won an. Zeitungsberichte aus Südkorea führten zudem einen Teil der Kospi-Ausschläge auf Arbitragehandel zwischen der SK-Hynix-ADR-Notierung in New York und den Heimatscheinen zurück.

Analysten halten den Ausverkauf für übertrieben

Mehrere Häuser widersprechen der Verkaufswelle deutlich. Hana-Securities-Analyst Lee Jae-man bezeichnete den Kursrückgang von SK Hynix – rund 43 Prozent vom Hoch, ein Niveau wie zuletzt beim Verlustjahr 2022 – als übertrieben und verwies auf steigende Spotpreise für DRAM-Speicher, die binnen eines Monats um 7 Prozent zulegten. In DRAM-ETFs seien seit Juli rund 4,5 Milliarden US-Dollar netto geflossen. Historisch stiegen Samsung und SK Hynix nach positiven Überraschungen bei Alphabet innerhalb eines Monats um 11 beziehungsweise 17 Prozent, so Lee. Als Katalysator für eine Erholung gilt die anstehende Berichtssaison der US-Technologiekonzerne: Alphabet legt am 22. Juli vor, Microsoft und Meta folgen am 29. Juli, Amazon am 30. Juli.

NH-Investment-&-Securities-Analyst Kim Byung-yeon sieht den Boden des Kospi bei 6.000 Punkten erreicht und bezifferte den fairen Kurs-Buchwert von SK Hynix auf das 1,3- bis 1,4-Fache. Morgan Stanley hob unterdessen die Prognose für den durchschnittlichen DRAM-Verkaufspreis im dritten Quartal auf plus 21 Prozent gegenüber dem Vorquartal an, deutlich über der Markteinschätzung von TrendForce mit 13 bis 18 Prozent. KB Securities erwartet für das kommende Jahr ein Speicherangebot nahe dem Niveau einer völligen Verknappung.

Wall Street bleibt trotz Volatilität bullish

Am 20. Juli stufte Wall Street Zen die in New York gelistete SK-Hynix-Aktie mit dem Kürzel SKHY auf Strong-Buy hoch, Singular Research hatte diese Einstufung bereits Anfang Juli vergeben. Barclays führt die Aktie mit Overweight und einem Kursziel von 330 US-Dollar, die Analysten begründen dies mit einer Nachfrage nach Rechenleistung, die das Angebot übersteige, während sich Kapazitätsengpässe nur langsam lösen ließen. DS Investment nennt für die Heimatnotiz ein Kursziel von 3,1 Millionen Won. Beim Börsengang der American Depositary Receipts am 10. Juli sammelte SK Hynix rund 26,5 Milliarden US-Dollar ein, Berichten zufolge war die Emission siebenfach überzeichnet. Das Unternehmen hält mit rund 56 bis 58 Prozent den größten Anteil am Markt für High-Bandwidth-Memory-Chips und beliefert nach Angaben mehrerer Analysehäuser Nvidias Rubin-Plattform als Hauptlieferant.

Chey Tae-won stellt Bonusregelung infrage

SK-Group-Vorsitzender Chey Tae-won signalisierte am 20. Juli, das bisherige Bonusmodell von SK Hynix zu überarbeiten, das Mitarbeitern zehn Prozent des Betriebsgewinns zuspricht – die Regelung war angesichts des KI-Speicherbooms zum Streitpunkt geworden, weil die Ergebnisse die Erwartungen deutlich übertrafen. Chey rechnet für 2026 mit einer um 60 bis 100 Prozent steigenden Nachfrage nach KI-Chips. Berichten zufolge plant SK Hynix, die Produktionskapazität innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln und bis 2034 zu verdreifachen, bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1.100 Billionen Won. Der nächste konkrete Termin für Anleger folgt am 29. Juli, wenn SK Hynix seine Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt und zeigen muss, ob die Ausbaupläne mit der aktuellen Nachfragedynamik Schritt halten.

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