SK Hynix Aktie: 375 NAND-Schichten vorgestellt

SK Hynix zeigt neue NAND-Generation, während Bonusverhandlungen stocken. Analysten bleiben trotz Kursrutsch zuversichtlich.

Die Kernpunkte:
  • Neue NAND-Generation mit 375 Schichten
  • Bonus-Streit: Aktien statt Bargeld abgelehnt
  • Aktie verlor 32,69 Prozent in 30 Tagen
  • Ausschüttungspolitik wird Mittwoch erwartet

SK Hynix steckt zwischen zwei Baustellen. Auf der Bühne in Santa Clara präsentiert der Speicherchip-Hersteller neue Technik. In den Werkshallen von Cheongju verhandelt das Management derweil mit der Belegschaft über Boni — und beide Seiten liegen weit auseinander.

Die Aktie notiert aktuell bei 1.577.000 Won und legt am Dienstag um 0,64 Prozent zu. Der Blick auf die längere Frist zeigt allerdings deutliche Nervosität im Kurs: In den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier 32,69 Prozent, nachdem es seit Jahresbeginn noch um 142,73 Prozent gestiegen war. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Juni trennen die Aktie mittlerweile 47,20 Prozent.

375 Schichten NAND als Antwort auf die Kritiker

Zum Auftakt der Speicherkonferenz „Future of Memory and Storage“ stellte SK Hynix seine zehnte NAND-Generation vor. Das Herzstück: ein Wafer mit 375 übereinandergestapelten Schichten. Laut Unternehmensangaben steigert die neue Architektur die Energieeffizienz um das 2,5-Fache gegenüber der Vorgängergeneration.

Der Fortschritt zielt direkt auf ein wachsendes Problem der KI-Branche: den Strombedarf riesiger Rechenzentren. SK Hynix will die neue NAND-Technik neben High Bandwidth Memory als Baustein einer „Tiered Memory“-Architektur positionieren. Diese soll Datenengpässe in großen Computing-Clustern auflösen — ein Markt, in dem sich der Konzern als Zulieferer für KI-Infrastruktur zunehmend profiliert.

Aktien statt Bargeld — die Belegschaft sagt Nein

Während die Technik-Vorstellung nach vorne blickt, sorgt ein interner Konflikt für Unruhe. Am Dienstag trafen sich Management und Gewerkschaftsvertreter im Werk Cheongju bereits zum fünften Verhandlungsrunde. Streitpunkt ist die Auszahlung der Boni nach einer Phase mit Rekordgewinnen.

Das Management schlägt vor, mehr als die Hälfte der leistungsbezogenen Jahresvergütung in Unternehmensaktien auszuzahlen — mit einer verpflichtenden Haltefrist. Die Gewerkschaft lehnt das ab. Sie fordert reine Bargeldzahlungen, um die Mitarbeitervergütung nicht der aktuellen Kursvolatilität auszusetzen. Der Ausgang der Gespräche gilt als wichtiger Faktor für die Kostenstruktur und die Bindung von Fachkräften im Unternehmen.

Analysten bleiben trotz Kursrutsch zuversichtlich

Trotz des Rücksetzers der vergangenen Wochen bewerten mehrere Häuser die Aktie positiv. William Blair nahm die Coverage kürzlich mit „Outperform“ auf und verweist auf die Vorreiterrolle von SK Hynix bei Hochgeschwindigkeitsspeichern. Die Bank rechnet mit einer Verdopplung des freien Cashflows bis 2028. Auch Stifel bleibt konstruktiv und verweist auf das knappe Angebot bei Hochleistungschips als strukturellen Vorteil.

Im Fokus der Anleger steht nun der Mittwoch. SK Hynix will an diesem Tag Details zu seiner neuen Ausschüttungspolitik veröffentlichen. Analysten erwarten einen konkreten Fahrplan für die Kapitalverwendung — möglicherweise eine Kombination aus Sonderdividende und Aktienrückkäufen. Nach dem Kursrutsch der vergangenen 30 Tage könnte diese Ankündigung zum entscheidenden Impuls für die zweite Wochenhälfte werden.

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