SK Hynix Aktie: 40 Billionen Won Kapitalrückführung geplant
Trotz deutlicher Kursverluste prognostiziert Mirae Asset Securities hohe Ausschüttungen an SK-Hynix-Aktionäre. Analysten bleiben beim KI-Speicherboom uneins.

- Mirae Asset erwartet 40 Bio. Won Ausschüttung
- Aktie 52 Prozent unter 52-Wochen-Hoch
- Solidigm-Verkauf soll Milliarden freisetzen
- HBM4-Produktion startet im zweiten Quartal
SK Hynix steckt mitten in einer scharfen Kurskorrektur – und bekommt trotzdem eine der optimistischsten Einschätzungen des Jahres. Mirae Asset Securities rechnet damit, dass der Speicherchip-Hersteller bis zu 40 Billionen Won an seine Aktionäre zurückführen könnte, finanziert aus dem Verkauf der Solidigm-Anteile und einem kräftigen freien Cashflow.
Der Schlusskurs vom Dienstag lag bei 1.425.000 Won. Damit steht die Aktie 22,76 Prozent unter dem Niveau von vor 30 Tagen und 52,29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 39,1 signalisiert eine überverkaufte Lage, während die Volatilität mit annualisiert 145,71 Prozent extrem hoch bleibt. Seit Jahresbeginn steht trotz der jüngsten Schwäche noch immer ein Plus von 119,33 Prozent.
Kapitalrückführung als Gegengewicht zur Kurskorrektur
Mirae Asset Securities begründet sein Kursziel von 2,8 Millionen Won mit der finanziellen Verfassung des Unternehmens. Der Verkauf von Solidigm soll rund 15 Milliarden US-Dollar an Investitionskapazität freisetzen. Für 2026 taxiert das Analysehaus den freien Cashflow auf 180 Billionen Won bei einem Netto-Cash-Bestand von 173 Billionen Won.
Davon könnten 70 bis 80 Billionen Won zur Verfügung stehen, wovon bis zu 40 Billionen Won in Rückkäufe und Dividenden fließen könnten – bei einer möglichen Dividendenrendite von bis zu 3,9 Prozent. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 3,5 liege damit noch auf einem Niveau von vor dem KI-Boom, so die Einschätzung.
Die Bewertung teilt auch das Analysehaus Simply Wall St, das einen fairen Wert von 3.179.718 Won ermittelt hat – deutlich über dem jüngsten Schlusskurs von 1.425.000 Won. Als Risiken nennt das Haus mögliche Exportkontrollen gegenüber China sowie steigende Investitionsausgaben.
Zwiespältiges Bild bei den Kurszielen
Nicht alle Häuser sind gleich optimistisch. Kiwoom Securities senkte sein Kursziel jüngst auf 2,1 Millionen Won, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Andere Häuser liegen deutlich weiter auseinander: Shinhan sieht 2,7 Millionen Won, Korea Investment sogar 4,7 Millionen Won. Diese Spannbreite von zwei Millionen Won zwischen den Extremwerten zeigt, wie unterschiedlich die Analysten die weitere Entwicklung des KI-Speichermarktes einschätzen.
Operativ expandiert SK Hynix parallel kräftig. Am Standort Dalian in China soll die NAND-Produktion um 50 Prozent steigen, nachdem der Ausbau vier Jahre pausiert hatte. Ab November sollen dort neue Anlagen installiert werden, die Massenproduktion ist für die erste Hälfte 2027 geplant.
In Cheongju investiert das Unternehmen 19,1 Billionen Won in die Fabrik M17, deren erster Reinraum Ende 2028 fertig werden soll. Zusätzlich prüft SK Hynix einen Standort in den USA und einen möglichen Börsengang von Solidigm.
Kurzfristige Erholung, langfristige Wette auf HBM
Am heutigen Mittwoch zeigte sich an der Börse in Seoul zumindest eine kurzfristige Stabilisierung: Der Kospi legte im frühen Handel zu, SK Hynix und Samsung zogen gemeinsam an. Untermauert wird die langfristige Wachstumsgeschichte durch die im zweiten Quartal begonnene Massenproduktion von HBM4-Speicherchips sowie Fortschritte bei der DRAM-Fertigung mit EUV-Technologie.
Zugleich arbeitet SK Hynix gemeinsam mit SanDisk an einem neuen HBF-Standard, der ab 2027 kommerzialisiert werden soll und als Antwort auf begrenzte Nutzungsraten bestehender HBM-Kapazitäten gilt.
Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Kurzfristig belasten Kapitalmarktregulierung bei Leverage-Produkten und Kapitalabflüsse aus heimischen ETFs die Kursentwicklung. Die fundamentale Wette der Analysten auf Kapitalrückführung und den anhaltenden KI-Speicherboom bleibt davon jedoch weitgehend unberührt.
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