SK Hynix Aktie: 500-Milliarden-Deal mit Nvidia konkretisiert
SK Hynix sichert sich Großauftrag von Nvidia, während der Aktienkurs jüngst einbrach. Analysten sehen trotz Kursschwäche Chancen.

- 500-Milliarden-Partnerschaft mit Nvidia
- SK Hynix als zentraler Chip-Lieferant
- Aktie trotz Milliarden-Deal unter Druck
- Quartalszahlen am 29. Juli erwartet
Nvidia-Chef Jensen Huang hat am Freitag in San Francisco eine Partnerschaft mit der südkoreanischen SK Group im Volumen von 500 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die Zusage erfolgte während eines Treffens mit Präsident Lee Jae Myung und markiert einen der größten Technologie-Deals des Jahres. SK Hynix steht dabei im Zentrum: Der Speicherchip-Hersteller soll gemeinsam mit Samsung Electronics an künftigen Chip- und Speicherdesigns arbeiten, während SK Telecom ein 2-Gigawatt-Rechenzentrum für künstliche Intelligenz aufbaut. Dort sollen Nvidias Vera-Rubin-Chips zusammen mit SK Hynix‘ HBM4-Speicherbausteinen zum Einsatz kommen, ein erster Bauabschnitt ist für 2027 angepeilt.
Nvidia-Deal reiht sich in bestehende Kooperation ein
Die Ankündigung baut auf einer bereits im Juni geschlossenen mehrjährigen Partnerschaft zwischen SK Hynix und Nvidia auf. Konkrete Details zur Aufteilung der 500 Milliarden Dollar auf die beteiligten Konzerne – neben SK Hynix und Samsung auch Naver, Hyundai und LG – blieben zunächst offen, eine offizielle Unternehmensmitteilung stand am Wochenende noch aus. SK-Group-Chef Chey Tae-won sprach von einer „ungewohnten Zahl“, die aber auf einer realistischen Nachfragebasis stehe. SK Hynix hatte zuvor bereits die Massenproduktion von HBM4 im Februar aufgenommen und sich nach Angaben aus dem Markt rund zwei Drittel der Vera-Rubin-Bestellungen von Nvidia gesichert. Beim Hochleistungsspeicher HBM4 hält der Konzern branchenweit einen Marktanteil von 58 Prozent, zusammen mit Samsung kommen beide Hersteller auf knapp 80 Prozent des Marktes.
Trotz der Milliardenzusage geriet die Aktie zuletzt unter erheblichen Druck. Der Kurs schloss am Freitag bei 1.759.000 Won und büßte damit an einem einzigen Handelstag 8,34 Prozent ein. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 31,82 Prozent zu Buche – ein deutlicher Rückschlag, nachdem das Papier zuvor von der Euphorie um den Speicherboom profitiert hatte. Seit Jahresbeginn liegt SK Hynix mit 170,74 Prozent dennoch weiterhin massiv im Plus, was die Dimension der vorangegangenen Rally verdeutlicht.
Sorge um Bewertung überschattet Nachfrageboom
Der jüngste Ausverkauf bei Speicherchip-Werten hat mehrere Ursachen. Nach vorangegangenen Kurshochs Ende Juni verloren sowohl SK Hynix als auch Samsung nach Marktbeobachtungen mehr als 20 Prozent, während Anleger die Nachhaltigkeit der massiven KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne hinterfragen. Gleichzeitig bleibt die fundamentale Nachfragelage nach Speicherchips angespannt: Die Kapazitäten für HBM sollen für 2026 bereits vollständig verplant sein, und Marktbeobachter rechnen mit einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das bis mindestens 2027 anhalten dürfte.
Analysten bewerten diese Gemengelage unterschiedlich. Morgan Stanley bezeichnete den jüngsten Kursrückgang bei Speicherwerten als „attraktiven Einstiegspunkt“ und verwies auf steigende Preise für Rechenzentrumsspeicher. KeyBanc geht davon aus, dass die Angebotsknappheit bis 2027 anhält, während Evercore vor einer weiteren Verschärfung des Ungleichgewichts warnt. Die widersprüchlichen Einschätzungen spiegeln sich in der technischen Verfassung der Aktie wider: Der relative Stärkeindex liegt bei 40,1 und signalisiert damit weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation, während die Marktkapitalisierung umgerechnet noch bei 819,41 Milliarden Euro liegt.
Quartalszahlen am 29. Juli im Fokus
Für Anleger rückt nun der 29. Juli in den Vordergrund, wenn SK Hynix seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt. Erwartet wird ein Umsatz von 52 Milliarden Dollar, aufgeteilt in 40,4 Milliarden Dollar aus dem DRAM-Geschäft und 13,1 Milliarden Dollar aus dem NAND-Segment. Nur wenig später, am 30. und 31. Juli, folgen die Zahlen von Samsung Electronics und Kioxia – bei Kioxia wird sogar eine Verdopplung des Gewinns erwartet. Die Berichtssaison dürfte zeigen, ob die margenstarke HBM-Sparte, die laut Marktbeobachtungen im ersten Quartal ihren Umsatz im Jahresvergleich verdreifachte, den kurzfristigen Kursdruck rechtfertigt oder ob die Bewertungssorgen der vergangenen Wochen berechtigt waren. Der milliardenschwere Nvidia-Deal dürfte dabei als langfristiges Argument für die Wachstumsstory dienen, kurzfristig bleibt die Aktie aber der Volatilität des gesamten KI-Chipsektors ausgesetzt.
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