SK Hynix Aktie: 500-Milliarden-Deal mit Nvidia
Trotz einer 500-Milliarden-Partnerschaft mit Nvidia fällt die SK Hynix Aktie. Analysten sehen im Kursrückgang eine Übertreibung.

- Rekordkooperation mit Nvidia und Microsoft
- Aktie fällt trotz Mega-Deal um acht Prozent
- Analysten bewerten Ausverkauf als Übertreibung
- Quartalszahlen am 29. Juli im Fokus
Ein Milliardendeal mit Nvidia, ein Kurssturz am selben Tag: SK Hynix erlebt einen paradoxen Handelstag. Während der Speicherchip-Konzern gemeinsam mit der SK Group eine der größten Technologiepartnerschaften der jüngeren Geschichte verkündet, rutscht die Aktie zum Wochenschluss um 8,34 Prozent auf 1.759.000 Won ab.
Milliardenschwerer Pakt mit Nvidia und Microsoft
Am Samstag bestätigten SK Group und Nvidia den Ausbau ihrer strategischen Partnerschaft im Bereich künstliche Intelligenz. Das Volumen der Vereinbarung liegt bei mehr als 500 Milliarden US-Dollar und umfasst sowohl den Aufbau von KI-Rechenzentren als auch die Entwicklung der nächsten Speichergeneration. SK Telecom soll demnach eine KI-Fabrik mit einer Kapazität von 2 Gigawatt errichten, die auf der Nvidia-Plattform Vera Rubin DSX sowie auf HBM4-Speicher von SK Hynix basiert. Die erste Anlage soll 2027 in Betrieb gehen.
SK Hynix selbst geht dabei eine langfristige Speicherpartnerschaft mit Nvidia ein, in deren Rahmen beide Seiten gemeinsam die nächste HBM-Generation entwickeln wollen. Zusätzlich vereinbarte der Konzern eine langfristige Speicherlieferung an Microsoft. Eingebettet ist der Deal in ein noch größeres Paket: Die SK Group kündigte Kooperationen im Volumen von 750 Milliarden Dollar über fünf Jahre mit Nvidia, Microsoft, Anthropic und AWS an. Zusammen mit Samsungs 200-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Broadcom kommt Südkorea damit auf KI-Investitionszusagen von insgesamt 950 Milliarden Dollar. Nvidia-Chef Jensen Huang traf im Zuge der Ankündigungen Präsident Lee Jae Myung und stellte weitere Partnerschaften mit SK Hynix und Samsung im Chipdesign in Aussicht.
Gewinnmitnahmen überschatten die Nachricht
Trotz der Tragweite des Deals reagierte die Börse mit Verkäufen. Der Kurs von SK Hynix hat allein in den vergangenen 30 Tagen um 31,82 Prozent nachgegeben – ein deutliches Zeichen dafür, dass Anleger nach der massiven Rally der vergangenen Monate Gewinne mitnehmen. Auf Jahressicht steht die Aktie mit einem Plus von 170,74 Prozent aber immer noch außergewöhnlich gut da. Der Rücksetzer reiht sich damit in eine breitere Branchenbewegung ein: Auch Micron rutschte am Freitag rund acht Prozent ab und näherte sich einer Bärenmarkt-Marke, während der Halbleiterindex PHLX bereits mehr als 20 Prozent unter seinen Höchstständen notiert. Foreign Investors sollen ihre Positionen einem Bericht zufolge zudem bereits vor den anstehenden Quartalszahlen reduziert haben.
Für einen Teil der Analysten ist der Ausverkauf jedoch eine Kaufgelegenheit statt eines Warnsignals. Morgan Stanley geht davon aus, dass sich der Engpass bei HBM-Speicher bis 2027 und 2028 weiter verschärft, während KeyBanc sein Kursziel für den Wettbewerber Micron auf 1.750 Dollar angehoben hat. Beide Häuser stufen den jüngsten Kursrückgang bei Samsung und SK Hynix, der seit den Höchstständen Ende Juni mehr als 20 Prozent beträgt, als Übertreibung ein.
Blick auf die Quartalszahlen am 29. Juli
Untermauert wird die optimistische Lesart durch Branchendaten: SK Hynix und Samsung kontrollieren zusammen mehr als 80 Prozent des globalen HBM-Marktes, SK Hynix begann bereits im Februar mit der Massenproduktion von HBM4 und hielt im ersten Quartal rund 90 Prozent Anteil am High-End-Segment. Die südkoreanischen HBM-Exporte legten im zweiten Quartal um 39 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Die Bank UBS rechnet für 2027 mit einem Wachstum des HBM-Marktes um 77 Prozent, getragen von der wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Der nächste Prüfstein für die Aktie folgt bereits am Mittwoch, den 29. Juli, wenn SK Hynix seine Quartalszahlen vorlegt. Angesichts der milliardenschweren Lieferzusagen an Nvidia und Microsoft dürfte der Ausblick des Unternehmens genau daraufhin abgeklopft werden, ob sich die angekündigten Partnerschaften bereits in der Auftragslage niederschlagen.
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