SK Hynix Aktie: 50,11 Prozent Monatsminus
Trotz Rekordgewinnen stürzt die SK Hynix Aktie ab. Hebel-ETFs und ein fehlerhafter Trade verschärfen die Talfahrt des Chipherstellers.

- Rekordquartal, aber Kursverfall
- Hebel-ETFs unter politischer Kritik
- Fehlgriff erschüttert Kryptomärkte
- Wall Street enttäuscht von Zahlen
Rekordgewinne, Rekordabsturz. SK Hynix meldete am Mittwoch die besten Quartalszahlen der Firmengeschichte. Die Aktie fiel trotzdem weiter, dritten Tag in Folge. Der Kurs steht bei 1.322.000 Won, ein Minus von 5,64 Prozent allein am Donnerstag.
Drei Tage im freien Fall
Der Absturz kommt aus heiterem Himmel — zumindest fundamental betrachtet. Am Montag verlor die Aktie 14,65 Prozent, am Mittwoch weitere 9,61 Prozent. Über eine Woche gerechnet steht ein Minus von 31,11 Prozent, über 30 Tage sogar von 50,11 Prozent.
Seit dem Rekordhoch von 2.987.000 Won am 25. Juni hat sich die Marktkapitalisierung des Chipherstellers mehr als halbiert. Binnen eines Jahres war die Aktie zuvor um mehr als das Zehnfache gestiegen. Der Fall ist damit fast so dramatisch wie der Anstieg davor.
Hebel-ETFs geraten ins Kreuzfeuer der Politik
Ende Mai starteten in Südkorea gehebelte Einzelaktien-ETFs auf Samsung Electronics und SK Hynix. Die Produkte versprechen die doppelte Kursbewegung der Basisaktie — in beide Richtungen. Anleger klagen inzwischen über massive Verluste.
Kritiker sehen in den ETFs einen Verstärker für kurzfristige Spekulation. Der südkoreanische Leitindex KOSPI musste in den vergangenen zwei Monaten wiederholt seine Handelsunterbrechungen aktivieren, ausgelöst durch heftige Kursausschläge. Am Mittwoch zitierte das Parlament führende Finanzaufseher, um die Produkte und den Kurssturz öffentlich zu hinterfragen.
Der Wirtschaftskommentator Kim Kyeong-joon, früher Vizechef von Deloitte Consulting Korea, ordnet die Entwicklung so ein: Die Rally sei wegen mehrerer Faktoren übertrieben gewesen, darunter der Start der doppelt gehebelten Einzelaktien-ETFs. Sobald die Stimmung kippte, hätten die Hebelprodukte den Abwärtstrend zusätzlich beschleunigt. Ein Verbot der ETFs komme trotzdem nicht in Frage, so Kim — das würde am Markt noch mehr Chaos anrichten als der jetzige Zustand.
Ein Fehlgriff erschütterte auch Kryptomärkte
Die Turbulenzen griffen sogar auf Kryptomärkte über. Zum Handelsstart am Dienstag in Seoul brach die SK-Hynix-Aktie im vorbörslichen Handel um 30 Prozent unter den Vortagesschluss ein. Auslöser war offenbar ein einzelner Trade zu einem fehlerhaften Preis.
Spätere Trades korrigierten den Kurs deutlich nach oben. Für eine Gruppe von Händlern außerhalb regulierter Börsen kam das zu spät. Krypto-Trader, die auf die Kursbewegung der Aktie gewettet hatten, erlitten hohe Verluste.
Rekordzahlen reichten Wall Street nicht
Für das zweite Quartal meldete SK Hynix einen Umsatz von 55,1 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 42,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht, der Gewinn stieg um mehr als das Sechsfache. In koreanischen Won kletterte der Umsatz um 257 Prozent auf 79,32 Billionen Won, der operative Gewinn schoss um 557 Prozent auf 60,54 Billionen Won nach oben.
Trotzdem blieben die Zahlen unter den hochgesteckten Erwartungen der Wall Street. Das verschärfte einen Ausverkauf, der den gesamten globalen Speicherchip-Sektor bereits erfasst hatte. Kim Young-gun von Mirae Asset Securities bezeichnete die jüngste Kurskorrektur als übertrieben gemessen an der fundamentalen Lage des Unternehmens. Das Kursziel senkte die Bank trotzdem — wegen niedrigerer Sektor-Bewertungen und der hohen Marktschwankungen.
Ausblick
Der 14-Tage-RSI liegt bei 31,8 und signalisiert überverkaufte Bedingungen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 121 Prozent zeigt aber, wie nervös der Handel bleibt. Beobachter richten den Blick nun auf zwei Fragen: Greifen die Regulierungsbehörden bei den gehebelten Einzelaktienprodukten weiter durch? Und stabilisiert sich die Nachfrage nach KI-Speicherchips wieder, nachdem wochenlange Extremausschläge die Stimmung am Markt zermürbt haben.
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