SK Hynix Aktie: 51 Prozent ADR-Prämie

Technische Handelsbeschränkungen treiben die ADR-Prämie von SK Hynix in die Höhe. Die anstehenden Quartalszahlen am Mittwoch könnten für Klarheit sorgen.

Die Kernpunkte:
  • ADR-Prämie von bis zu 51 Prozent
  • Umwandlungsstopp bis zum 29. Juli
  • Quartalszahlen am Mittwoch erwartet
  • Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

SK Hynix legt in Seoul deutlich zu, die Aktie klettert um 2,10 Prozent auf 1.796.000 Won. Vom 52-Wochen-Hoch aus Ende Juni trennen den Speicherchip-Hersteller trotzdem noch fast 40 Prozent. Der eigentliche Grund für die Nervosität liegt aber nicht in Seoul, sondern in New York.

Ein technischer Deckel treibt die Kurse auseinander

SK Hynix notiert doppelt: einmal in Seoul, einmal als ADR in New York. Normalerweise sorgt Arbitrage dafür, dass beide Kurse eng beieinander bleiben. Genau das funktioniert derzeit nicht.

Der Grund: Die Korea Securities Depository begrenzt die Umwandlung von Seoul-Aktien in New Yorker ADRs auf 2,5 Prozent aller ausstehenden Anteile. Citigroup, die als Depotbank fungiert, hat Investoren zusätzlich mitgeteilt, dass Ausgabe und Rücknahme der ADRs bis zum 29. Juli ausgesetzt bleiben. Neu ausgegebene Aktien aus Seoul können erst gehandelt werden, sobald sie offiziell an der Korea Exchange gelistet sind.

Die Folge: Der übliche Ausgleichsmechanismus zwischen beiden Börsenplätzen ist blockiert. Die New Yorker ADRs handelten zeitweise mit einem Aufschlag von bis zu 51 Prozent gegenüber den Seoul-Aktien. Vergangenen Mittwoch lag die Prämie noch bei rund 33 Prozent.

Am Freitag kam Bewegung in die Sache. Die ADRs fielen um 8,79 Prozent auf 154,57 Dollar, blieben aber weiterhin rund 28,2 Prozent teurer als die Seoul-Notierung. Am selben Tag verlor die Aktie in Seoul 8,34 Prozent, der KOSPI brach um 5,72 Prozent ein.

Quartalszahlen als Nagelprobe

Am Mittwoch, den 29. Juli, meldet SK Hynix um 9 Uhr koreanischer Zeit seine Ergebnisse für das zweite Quartal. Dieser Termin gilt als der Moment, der zeigen wird, ob die ADR-Prämie bestehen bleibt oder in sich zusammenfällt.

Investoren achten dabei auf mehr als nur die reinen Gewinnzahlen. Vertragslaufzeiten, die Produktion des Speicherchips HBM4, Preisentwicklung und geplante Investitionsausgaben dürften zeigen, ob das Unternehmen seine Lieferstrategie anpasst.

Die Analystenstimmung bleibt trotz der Turbulenzen mehrheitlich konstruktiv. Barclays hat die Coverage neu mit einer Kaufempfehlung („Overweight“) aufgenommen. Auch HSBC und weitere Häuser äußerten sich in den vergangenen Wochen unterstützend und argumentierten, Sorgen vor einem Höhepunkt im Speicherchip-Zyklus seien übertrieben.

Parallelen zu Taiwan Semiconductor

Die 2,5-Prozent-Quote erinnert an die ADR-Struktur von Taiwan Semiconductor Manufacturing. Dort können Investoren ADRs zwar in lokale Aktien zurücktauschen, aber keine neuen ADRs aus taiwanesischen Aktien frei erzeugen. Diese Asymmetrie könnte laut Marktbeobachtern dazu führen, dass die Prämie auch nach der Normalisierung der Umwandlungsmechanik am Mittwoch länger bestehen bleibt als üblich.

Die Kursbewegungen bei SK Hynix hängen aktuell mindestens genauso stark von dieser technischen Konstruktion ab wie von der Nachfrage nach Speicherchips selbst. Bis zur Aufhebung der Aussetzung am 29. Juli und darüber hinaus dürfte die Volatilität hoch bleiben.

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