SK Hynix Aktie: 54,3 Billionen Won für Fabriken

SK Hynix kündigt Dividende an und investiert 54 Billionen Won in neue Fabriken. Die Aktie fällt um 4,88 Prozent, da Anleger höhere Kapitalrückgaben erwarteten.

Die Kernpunkte:
  • Dividende von 375 Won je Aktie
  • Investitionen von 54,3 Billionen Won
  • Aktie fällt um 4,88 Prozent
  • Prüfung weiterer Kapitalrückgaben angekündigt

SK Hynix hat am Freitag gleich zwei schwergewichtige Entscheidungen an einem Tag verkündet: Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller kündigte in einer Pflichtmitteilung eine Dividende von 375 Won je Aktie an und erklärte, man prüfe derzeit „aktiv“ weitere Maßnahmen zur Kapitalrückgabe. Details dazu will das Unternehmen im dritten Quartal vorlegen. Am selben Tag billigte der Vorstand Investitionen von umgerechnet rund 54,3 Billionen Won in zwei neue Fabriken. Die Börse reagierte verschnupft: Die Aktie schloss am Freitag in Seoul bei 1.422.000 Won, ein Rückgang von 4,88 Prozent gegenüber dem Vortag.

Konkret fließen 35,2 Billionen Won in die „Y2“-DRAM-Fabrik im Halbleiter-Cluster Yongin und 19,1 Billionen Won in die „M17“-NAND-Fabrik in Cheongju. Anleger werteten die Summe offenbar als Signal, dass ein Großteil der zuletzt kräftig gestiegenen Gewinne zunächst in neue Kapazitäten statt in Ausschüttungen fließt – trotz der gleichzeitig angekündigten Prüfung zusätzlicher Aktionärsrenditen.

Zusätzliche Unruhe brachte ein Bericht von Bloomberg über das chinesische Werk in Chongqing. Demnach erwägt SK Hynix, dort einen Investor an Bord zu holen, um das Wachstum zu beschleunigen, und spricht mit möglichen Beratern über eine Prüfung des Geschäfts. Eine mögliche Beteiligung würde die Anlage mit etwa 3 Milliarden Dollar bewerten. Die Gespräche befinden sich laut Bloomberg in einem frühen Stadium – ob es zu einem Verkauf kommt und wie eine Transaktion aussehen könnte, ist offen.

Turbulente Handelswoche

Der Rücksetzer vom Freitag reiht sich in eine ausgesprochen volatile Woche ein. Am Mittwoch war die Aktie in Seoul um bis zu 7,9 Prozent gesprungen, stärker als der Rivale Samsung Electronics mit plus 6 Prozent. Auslöser war die Spekulation, dass die 25-tägige „Quiet Period“ nach dem Verkauf von American Depositary Receipts am 10. Juli am 4. August endete und damit der Weg für Ankündigungen zur Kapitalrückgabe frei würde. Nur einen Tag später sorgte ein kurzer Flash-Crash an der alternativen Handelsplattform Nextrade für Schlagzeilen: Um 8 Uhr Ortszeit wechselten elf Aktien den Besitzer, nachdem der Kurs um die Tageslimite von 30 Prozent eingebrochen war, bevor die 50-minütige vorbörsliche Sitzung mit einem Minus von rund 2 Prozent endete. Trotz dieser Ausschläge steht die Aktie seit Jahresbeginn weiterhin mit einem Plus von 118,87 Prozent zu Buche.

Analysten sehen trotz Rücksetzer viel Potenzial

Kurz vor der jüngsten Nachrichtenflut hatten mehrere US-Banken ihre Einschätzung zu den in New York gehandelten American Depositary Receipts erneuert. Cantor Fitzgerald rief am Dienstag ein Kursziel von 300 Dollar aus – mehr als das Doppelte des Schlusskurses vom Montag bei 142,72 Dollar. Analyst C.J. Muse begründete das mit dem anhaltenden KI-Ausbau: Die Nachfrage nach Bits bei DRAM und NAND werde das Angebot bis mindestens ins Kalenderjahr 2029 deutlich übersteigen. Rosenblatt nahm die Coverage am selben Tag mit „Buy“ und einem Kursziel von 320 Dollar auf, dem höchsten unter allen erfassten Häusern, und bezeichnete SK Hynix als „Technologieführer zum Discountpreis“. Bank of America, Stifel und RBC Capital Markets riefen Kursziele von 250, 240 beziehungsweise 200 Dollar aus. Wolfe stufte die Aktie auf „Outperform“ und verwies auf langfristige Lieferverträge mit hoher Preissicherheit, Needham begann die Coverage mit „Buy“ und beschrieb SK Hynix als einzigartig positionierten Vollsortiment-Anbieter im Speichermarkt.

Wachstumstreiber im Hintergrund

Die Euphorie der Analysten stützt sich auf die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026: Der Umsatz kletterte um 257 Prozent auf 79,3 Billionen Won, der operative Gewinn schoss um 557 Prozent auf 60,5 Billionen Won hoch, die operative Marge erreichte einen Rekordwert von 76 Prozent. SK Hynix hat inzwischen langfristige Abnahmeverträge mit rund zehn Kunden abgeschlossen und im zweiten Quartal die Massenfertigung der neuesten HBM4-Generation gestartet, die im zweiten Halbjahr hochgefahren werden soll. Erste Musterlieferungen der HBM4E-Nachfolgegeneration liefen bereits im ersten Halbjahr. Nach Veröffentlichung dieser Zahlen war die Aktie zunächst um 9 Prozent gefallen, weil Investoren das Preisumfeld kritisch sahen.

Untermauert wird die Wachstumsstory durch die Partnerschaft zwischen der Muttergesellschaft SK Group und Nvidia mit einem Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar, in der auch eine langfristige Liefervereinbarung für KI-Speicher von SK Hynix verankert ist. Die im Juli abgeschlossene Notierung an einer US-Börse hatte dem Unternehmen 26,5 Milliarden Dollar eingebracht – die größte derartige Kapitalaufnahme eines ausländischen Unternehmens an amerikanischen Börsen. Auf der Speicherkonferenz FMS 2026 in Santa Clara präsentierten SK Hynix und Sandisk zudem gemeinsam die ersten Standardspezifikationen für die neue Speichertechnologie High Bandwidth Flash, an der auch Google und Tenstorrent beteiligt sind, während SK Hynix parallel seine zehnte NAND-Generation mit 375 Speicherlagen erstmals öffentlich zeigte.

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