SK Hynix Aktie: 60,5 Billionen Won Gewinn verfehlt Ziel

SK Hynix erlebt den stärksten Tagesanstieg seit 2009, trotz verfehlter Gewinnprognose. Der Chairman kauft erstmals Aktien, während Analysten die HBM-Zukunft kritisch sehen.

Die Kernpunkte:
  • Erster Tageslimit-Anstieg seit 2009
  • Rekordumsatz, aber Gewinnprognose verfehlt
  • Chairman tätigt ersten Aktienkauf
  • Analysten uneins über HBM-Marktanteile

Ein historischer Kurssprung, ein verfehltes Gewinnziel und ein ungewöhnlicher Insiderkauf: Bei SK Hynix überschneiden sich derzeit mehrere Geschichten. Die Aktie schloss am Freitag bei 1.718.000 Won, ein Zuwachs von 29,95 Prozent und damit das erste Tageslimit seit 2009. Trotz der Erholung notiert das Papier noch immer 42,48 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Juni – ein Beleg dafür, wie tief der vorangegangene Einbruch reichte.

Rekordgewinn verfehlt eigene Erwartungen

Der Sprung fiel in eine Woche, in der SK Hynix eigentlich mit Zahlen überzeugen wollte. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 79,3187 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 60,5 Billionen Won – beides Rekordwerte. Dennoch blieb der Gewinn unter der Prognose von 64 Billionen Won. Das Management begründete die Lücke mit Lieferverzögerungen bei einigen fortschrittlichen Produkten, die stärkere Preisanstiege verhinderten. Immerhin schloss der Konzern Gespräche über rund zehn langfristige Lieferverträge ab, die künftige Umsätze absichern sollen.

Die Diskrepanz zwischen Rekordzahlen und verfehlter Erwartung erklärt einen Teil der Nervosität im gesamten Speicherchip-Sektor, der zuvor massiv gestiegen war. Ausgerechnet in dieser Phase brach am Kapitalmarkt Panik aus, bevor die Erholung am Freitag einsetzte.

Chairman kauft erstmals am offenen Markt

Ein Signal für Vertrauen kam aus der Konzernspitze selbst. SK-Group-Chairman Chey Tae-won kaufte am 30. Juli erstmals direkt am offenen Markt SK-Hynix-Aktien: 3.620 Stück für umgerechnet rund 4,79 Milliarden Won zum damaligen Schlusskurs von 1.322.000 Won. Damit erhöhte er seinen Anteil auf 20,00 Prozent. Der Kauf fiel zeitlich mit den Rekordquartalszahlen und einem Gerichtsurteil zusammen, das eine Zahlung von 944 Milliarden Won an Roh Soh-yeong betraf.

Analysten zwischen Vorsicht und Zuversicht

Trotz der Kursrally bleiben renommierte Häuser vorsichtig. Barclays senkte sein Kursziel von 330 auf 300 US-Dollar, hält aber an der Einstufung Overweight fest und verweist auf die starke HBM-Position von SK Hynix sowie eine erwartete Angebotsverknappung bis 2027, die sich 2028 nur begrenzt entspannen dürfte. Parallel dazu revidierten Analysten von Simply Wall St ihre Fair-Value-Schätzung nach unten, auf 3.179.719 Won von zuvor 3.408.502 Won – begründet mit einer niedrigeren Umsatzwachstumsannahme von 44,08 statt zuvor 63,49 Prozent.

Ein zentrales Risiko liefert UBS: Die Analysten erwarten, dass Samsung SK Hynix im HBM-Markt 2027 überholt, mit 41 gegenüber 39 Prozent Marktanteil, während Micron bei 20 Prozent verharrt. Noch 2026 führt SK Hynix mit 48 Prozent Anteil. Grund für den erwarteten Wechsel ist Samsungs frühere Massenproduktion der neuen HBM4-Generation, die die Zahl der I/O-Kanäle auf 2.048 verdoppelt. SK Hynix reagiert mit höheren Investitionen im Bereich von 40 Billionen Won und hält an seinen zehn langfristigen Lieferverträgen mit US-Hyperscalern fest.

Exportboom als Hintergrund

Der breitere Rahmen bleibt günstig für koreanische Speicherhersteller. Südkoreas Exporte erreichten im Juli 98,89 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 62,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der zweithöchste je gemessene Monatswert. Halbleiterexporte legten dabei um 178,8 Prozent auf 41,01 Milliarden Dollar zu. Zusätzlichen Rückenwind lieferte ein Speicherliefervertrag zwischen Nvidia und SK Hynix im Volumen von 500 Milliarden US-Dollar, der als Teil einer größeren Konsolidierungswelle im KI-Chip-Geschäft gilt.

Wie fragil die Stimmung dennoch bleibt, zeigte der Handel am Freitag selbst: Private Anleger verkauften netto Aktien im Rekordwert von 10,38 Billionen Won, während ausländische Investoren netto 8,77 Billionen Won kauften, davon 3,59 Billionen Won allein in SK Hynix. Die Aufsicht reagierte zudem mit strengeren Regeln für gehebelte Single-Stock-ETFs, deren Mindesteinlage von 10 auf 30 Millionen Won stieg.

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