SK Hynix Aktie: 64,2 Billionen Won operativer Gewinn erwartet
SK Hynix erwartet operativen Rekordgewinn dank KI-Nachfrage. Milliarden-Deals mit Nvidia und Microsoft untermauern die positive Entwicklung.

- Operativer Rekordgewinn im zweiten Quartal erwartet
- KI-Speicherchips als Hauptwachstumstreiber
- Milliardenkooperation mit Nvidia und Microsoft
- ADR-Notierung mit hoher Prämie in New York
SK Hynix legt am Mittwoch, den 29. Juli, seine Zahlen für das zweite Quartal vor – und die Erwartungen sind hoch. Der koreanische Speicherchiphersteller dürfte einen operativen Rekordgewinn ausweisen, der das gesamte Vorjahresergebnis in einem einzigen Quartal übertrifft. An der Börse in Seoul zeigte sich die Aktie am heutigen Montag entsprechend fest: Sie legte um 3,24 Prozent zu und stieg auf 1.816.000 Won, nachdem sie am Freitag noch bei 1.759.000 Won geschlossen hatte. Vom 52-Wochen-Hoch aus Juni bleibt das Papier dennoch 39,20 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, wie turbulent die vergangenen Wochen für den Titel verlaufen sind.
Konsens erwartet über 64 Billionen Won operativen Gewinn
Analysten rechnen für das zweite Quartal mit einem Umsatz von rund 84,17 Billionen Won und einem operativen Gewinn von etwa 64,2 Billionen Won, was einer Marge von mehr als 75 Prozent entspräche. Damit würde SK Hynix im ersten Halbjahr auf einen operativen Gewinn von über 100 Billionen Won kommen – mehr als das Doppelte des gesamten Vorjahresergebnisses von rund 47 Billionen Won. Treiber ist die boomende Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz: SK Hynix hält im Bereich High-Bandwidth-Memory (HBM) einen Marktanteil von 58 Prozent, und die Preise für Standard-DRAM zogen im zweiten Quartal binnen eines Quartals um 58 bis 63 Prozent an. Der Anteil direkter Geschäftskunden am Umsatz soll bis 2027 auf 70 Prozent steigen. Morgan Stanley geht davon aus, dass die Knappheit bei HBM-Chips anhält und die Speicherpreise im dritten Quartal um mehr als 25 Prozent weiter zulegen könnten. Zum Ende des ersten Quartals verfügte SK Hynix über eine Nettoliquidität von 35 Billionen Won.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnte allerdings vor Überinvestitionsrisiken im KI-Sektor – ein Kontrapunkt zu der überwiegend optimistischen Stimmung rund um die Branche.
Milliardendeals mit Nvidia, Microsoft und Anthropic
Rückenwind erhielt die Aktie zuletzt auch durch geopolitische Weichenstellungen. Beim K-AI-Summit in San Francisco am 24. Juli unterzeichnete die SK-Gruppe eine Absichtserklärung mit Nvidia über ein Investitionsvolumen von mehr als 500 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur. Kernstück ist eine 2-Gigawatt-KI-Fabrik, die SK Telecom mit Nvidias Vera-Rubin-Plattform und HBM4-Speicher von SK Hynix ab 2027 stufenweise aufbauen soll. Zusätzlich vereinbarte SK Hynix eine langfristige Speicherlieferpartnerschaft mit Microsoft, während SK Telecom mit Anthropic eine Absichtserklärung für ein Gigawatt-Rechenzentrum in Südkorea unterzeichnete. Insgesamt summiert sich die Kooperation der SK-Gruppe mit US-Technologiekonzernen auf rund 750 Milliarden Dollar, gemeinsam mit dem parallelen 200-Milliarden-Dollar-Deal von Samsung mit Broadcom ergibt sich ein Gesamtvolumen von etwa 950 Milliarden Dollar.
Kritiker mahnen allerdings zur Vorsicht: Die Vereinbarungen befinden sich überwiegend im Stadium unverbindlicher Absichtserklärungen, nicht fester Lieferverträge. Der Markt bleibt entsprechend wachsam gegenüber Sorgen vor einem „Peak-Out“ der KI-Nachfrage, zumal auch der chinesische Konkurrent CXMT zunehmend Druck aufbaut. Die tatsächliche Bewährungsprobe der Deals dürfte sich nach Einschätzung einzelner Beobachter erst um das Jahr 2028 zeigen.
ADR-Prämie und institutionelle Käufer treiben Debatte
Zusätzliche Aufmerksamkeit zieht SK Hynix durch seine Ende Juni um weitere Kapitalerhöhung ergänzte Nasdaq-Notierung auf sich, über die das Unternehmen 26,5 Milliarden Dollar einsammelte – die größte ADR-Emission eines ausländischen Unternehmens überhaupt. Die Hinterlegungsscheine handelten zuletzt mit einer Prämie von rund 28,65 Prozent gegenüber den Aktien in Seoul, phasenweise erreichte der Aufschlag laut Berichten sogar mehr als 50 Prozent. Das Wall Street Journal warnte vor Anzeichen einer überhitzten KI-Euphorie; heimische Broker sehen dagegen eine allmähliche Normalisierung, sobald ab dem 29. Juli begrenzte Umwandlungen zwischen ADRs und Stammaktien möglich werden.
Auf der Käuferseite sorgte zudem der staatliche Pensionsfonds National Pension Service für Aufsehen: Er kaufte im Juli per saldo Aktien im Volumen von 684 Milliarden Won und damit erstmals in diesem Jahr per saldo koreanische Aktien – SK Hynix war mit einem Nettokauf von 425,8 Milliarden Won die mit Abstand größte Einzelposition. Für Anleger bleibt damit eine Gemengelage aus Rekordgewinnerwartung, milliardenschweren KI-Partnerschaften und einer volatilen Kursbewegung, die sich erst am Mittwoch mit den konkreten Zahlen auflösen dürfte.
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