SK Hynix Aktie: 7,68-Prozent-Sturz trotz Nvidia-Deal

SK Hynix schließt umfassende KI-Partnerschaft mit Nvidia, während die Aktie durch einen Börsencrash in Südkorea stark nachgibt.

Die Kernpunkte:
  • Strategische Allianz mit Nvidia besiegelt
  • Aktie verliert trotz guter Nachrichten
  • KOSPI-Crash belastet den gesamten Markt
  • Operative Marge erreicht Rekordniveau

SK Hynix und Nvidia haben am Montag eine weitreichende Technologiepartnerschaft besiegelt. Ausgerechnet am Tag dieser Ankündigung brach die Aktie um 7,68 Prozent ein — mitgerissen von einem historischen Ausverkauf an der koreanischen Börse.

Von Speicherlieferant zum KI-Infrastrukturpartner

SK-Group-Chairman Chey Tae-won und Nvidia-CEO Jensen Huang trafen sich in Seoul, um die sogenannte „AI Factory Alliance“ zu unterzeichnen. Das Abkommen geht weit über eine klassische Lieferbeziehung hinaus. SK Hynix wird künftig spezialisierte Speicherlösungen für Nvidias gesamte nächste Produktgeneration entwickeln — darunter den Vera Rubin Supercomputer, die Vera CPU, den RTX Spark PC und die Jetson-Thor-Robotikplattform.

Besonders konkret: SK Hynix soll HBM4-Speicher für die Vera-Rubin-Systeme liefern. Die Produktion soll im dritten Quartal 2026 anlaufen.

Hinzu kommt eine tiefe Integration in Nvidias Software-Ökosystem. SK Hynix nutzt künftig CUDA-X und PhysicsNeMo für das Chipdesign sowie Omniverse und OpenUSD, um digitale Zwillinge seiner Fertigungsanlagen zu bauen. Das Ziel: vollständig autonome Fabriken, in denen KI-Simulationen Ausbeute und Effizienz steuern. Jensen Huang bezeichnete SK Hynix als Nvidias „größten Speicherpartner“.

KOSPI-Crash überlagert die Partnerschaftsnews

Die Ankündigung fiel in einen denkbar ungünstigen Moment. Der KOSPI-Index verlor mehr als 8 Prozent — ein Rückgang, der den Level-1-Schutzschalter der Börse auslöste. Auslöser waren Sorgen über US-Arbeitsmarktdaten und mögliche Zinserhöhungen. SK Hynix schloss bei 1.911.000 Won, nach 2.070.000 Won am Freitag.

Auf Jahressicht bleibt das Bild dennoch beeindruckend: Seit Januar hat die Aktie rund 182 Prozent zugelegt.

Huang kommentierte den Kursrückgang während seines Seoul-Besuchs direkt. Techaktien auf diesem Niveau zu kaufen sei eine „Kaufgelegenheit“ — Investoren könnten quasi mit Rabatt einsteigen. Den anhaltenden Speichermangel sieht er als strukturelles Phänomen: Die KI-Infrastrukturnachfrage stehe noch am Anfang und werde den Markt noch jahrelang belasten.

Rekordmarge und bullisches Analystenurteil

Institutionelle Investoren bei Mirae Asset Securities nutzten den Kurssturz offenbar zum Einstieg — sie waren während des KOSPI-Crashs netto auf der Käuferseite. NH Investment & Securities erhöhte zuletzt das Kursziel auf 3,2 Millionen Won und verwies auf die explodierende Nachfrage nach „Agentischer KI“ sowie die Rekordprofitabilität des Unternehmens.

Im ersten Quartal 2026 erzielte SK Hynix eine operative Marge von rund 72 Prozent. Allein der auf die Nvidia-Partnerschaft entfallende Umsatz belief sich auf rund 7,78 Billionen Won — ein Wert, der die finanzielle Tiefe dieser Allianz unterstreicht.

Mit dem aktuellen Kurs liegt die Aktie rund 21 Prozent unter ihrem Allzeithoch von 2.407.000 Won, das erst am 2. Juni erreicht wurde. Ob der nächste Impuls von den HBM4-Lieferungen im dritten Quartal kommt oder die Makrosorgen weiter drücken, dürfte die Kursentwicklung der kommenden Wochen bestimmen.

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