SK Hynix Aktie: 79,3 Billionen Won Rekordumsatz

SK Hynix meldet Rekordumsatz dank KI-Speicher, startet HBM4-Produktion und prüft Verkauf des China-Werks. Analysten zeigen sich optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz von 79,3 Billionen Won
  • HBM4 Serienfertigung gestartet
  • Nvidia-Partnerschaft für AI-Factories
  • China-Werk-Verkauf wird geprüft

SK Hynix hat für das zweite Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 79,3 Billionen Won ausgewiesen, ein Plus von 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die operative Marge lag bei 76 Prozent, der Betriebsgewinn erreichte 60,5 Billionen Won. Das Unternehmen führt den Sprung auf den selbst so bezeichneten „KI-gestützten Speicher-Superzyklus“ zurück, getrieben von der Nachfrage nach Hochleistungsspeicher für Rechenzentren.

Die Zahlen lösten am Markt eine Serie von Analystenreaktionen aus. Rosenblatt Securities startete die Coverage mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 320 US-Dollar, dem höchsten unter den zuletzt veröffentlichten Einschätzungen.

Begründet wird das mit der Technologieführerschaft von SK Hynix bei High Bandwidth Memory (HBM) und einer aus Sicht der Analysten noch günstigen Bewertung am Zyklustief. Stifel Nicolaus setzte zeitgleich ebenfalls auf „Buy“, allerdings mit einem deutlich vorsichtigeren Kursziel von 240 US-Dollar.

HBM4 läuft an, Nvidia bleibt zentraler Partner

Ein wesentlicher Baustein des aktuellen Wachstums ist der Anlauf der nächsten HBM-Generation. SK Hynix hatte bereits am Freitag bestätigt, dass die Serienfertigung von HBM4 im zweiten Quartal 2026 begonnen hat und erste Kunden beliefert werden. Parallel wurde eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit Nvidia für sogenannte „AI-Factories“ besiegelt.

Der Nvidia-Bezug bleibt für Anleger zentral, auch wenn die Abhängigkeit differenzierter ausfällt als oft angenommen: Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 17,6 Billionen Won des Umsatzes auf Nvidia, das entspricht 13,35 Prozent der Gesamterlöse. Analysten erwarten, dass dieser Anteil in der zweiten Jahreshälfte wieder steigt, sobald die HBM4-Lieferungen für die kommende „Rubin“-Plattform von Nvidia hochlaufen.

Offene Fragen um China-Geschäft und Solidigm

Neben der operativen Stärke sorgen strukturelle Themen für Bewegung. SK Hynix bestätigte am Dienstag in einer Pflichtmitteilung, dass Medienberichte über einen möglichen Verkauf des Verpackungswerks in Chongqing für rund 4 Billionen Won geprüft würden – eine endgültige Entscheidung liege aber nicht vor.

Bereits am 10. August hatte das Unternehmen gegenüber der koreanischen Börsenaufsicht erklärt, verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der Packaging-Sparte zu prüfen, ohne einen Anteilsverkauf final festzulegen.

Zusätzliche Dynamik bringt die Tochter Solidigm ins Spiel. Medienberichten zufolge soll die Fab 2 in Dalian, China, bis zur ersten Hälfte 2027 wieder anlaufen und die NAND-Fertigungskapazität der Gruppe in China um bis zu 50 Prozent erhöhen. Gleichzeitig kursieren weiterhin Spekulationen über einen möglichen Nasdaq-Börsengang von Solidigm zur Kapitalbeschaffung für den US-Ausbau, den SK Hynix bislang nicht bestätigt hat.

Kapitalausgaben steigen weiter

Um die Nachfrage nach fortschrittlichem Speicher zu bedienen, hat das Management die Investitionsprognose für das Gesamtjahr 2026 auf einen „hohen Bereich von 40 Billionen Won“ angehoben. Damit soll die Migration zu 321-Lagen-NAND sowie zu weiterentwickeltem HBM beschleunigt werden – flankiert durch das bereits vor gut einer Woche genehmigte Investitionsprogramm über 54,3 Billionen Won für die neuen Werke Yongin Y2 und Cheongju M17.

An der Börse spiegelt sich die Dynamik in einer deutlich erhöhten Schwankungsbreite: Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 139 Prozent, nachdem die Aktie seit Jahresbeginn um 156 Prozent zugelegt hat. Vom 52-Wochen-Hoch, das die Aktie am 25. Juni 2026 erreichte, notiert das Papier derzeit 44 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass der Markt die jüngsten Rekordzahlen und die China-Unsicherheiten noch nicht einheitlich einpreist.

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