SK Hynix Aktie: 80-Billionen-Won-Fabrik in Cheongju

SK Hynix investiert 80 Billionen Won in neue NAND-Fabrik, während der Aktienkurs einbricht. Der Chip-Hersteller setzt auf KI-Boom und Rechenzentren.

Die Kernpunkte:
  • Neue NAND-Fabrik für 51,5 Milliarden Dollar
  • Aktie verliert fast 19 Prozent in sieben Tagen
  • ADR-Listing in New York geplant
  • Umsatzverdreifachung seit 2023

SK Hynix baut seine Chip-Produktion massiv aus. Gleichzeitig bricht die Aktie ein. Zwei Nachrichten, die eigentlich zusammenpassen sollten, aber gerade genau das Gegenteil zeigen.

Der Speicherchip-Hersteller investiert 80 Billionen Won in eine neue NAND-Flash-Fabrik im südkoreanischen Cheongju. Umgerechnet sind das rund 51,5 Milliarden Dollar. Die Anlage trägt den Namen M17 und soll ab der ersten Jahreshälfte 2029 produzieren.

Zählt man ein weiteres Projekt dazu, wächst die Summe deutlich. Ebenfalls in Cheongju entsteht bis 2027 das Verpackungswerk P&T7, spezialisiert auf High-Bandwidth-Memory-Chips. Zusammen kommt das Investitionspaket auf 100 Billionen Won, etwa 64 Milliarden Dollar.

Vierte NAND-Fabrik als Wette auf Datenzentren

M17 wird SK Hynix‘ vierte NAND-Fabrik. Der Konzern setzt damit auf anhaltend hohe Nachfrage nach Flash-Speicher für Solid-State-Drives, besonders aus Rechenzentren. Branchenbeobachter registrieren bereits eine Verknappung bei NAND-Speicher, weil Betreiber von Datenzentren ihre Speicherkapazitäten parallel zur Rechenleistung hochfahren.

Der Chip-Konzern denkt noch größer. Bis 2034 will SK Hynix seine gesamte Chip-Produktion verdreifachen. Die Kapazität soll dabei schrittweise wachsen, um das Risiko eines Überangebots zu begrenzen. Zusätzlich baut der Konzern seine DRAM-Fertigung im Yongin Semiconductor Cluster aus. Die erste von vier geplanten Anlagen dort soll Anfang 2027 starten.

Vorstandschef Kwak Noh-jung verkündete die Pläne bei einem Termin, an dem auch Präsident Lee Jae Myung teilnahm. Das zeigt, welchen Stellenwert die Investition auch politisch hat.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Finanziell steht SK Hynix so gut da wie selten zuvor. Zwischen 2023 und 2025 hat sich der Umsatz nahezu verdreifacht. Aus einem Nettoverlust 2023 wurde 2025 ein deutlicher Gewinn. Der Konzern zählt zu den führenden Anbietern von HBM-Speicherchips für KI-Anwendungen und hält dort einen bedeutenden Marktanteil.

An der Börse zeigt sich davon aktuell wenig. Die Aktie fiel am Mittwoch um 5,68 Prozent auf 2.076.000 Won. Innerhalb von sieben Handelstagen büßte das Papier fast 19 Prozent ein.

Der Vergleich zum Jahresbeginn relativiert die Talfahrt allerdings deutlich. Seit Jahresanfang steht immer noch ein Plus von 206,65 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.987.000 Won, erreicht am 25. Juni, liegt die Aktie derzeit 30,5 Prozent entfernt. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei knapp 114 Prozent — ein Wert, der die aktuelle Nervosität rund um das Papier unterstreicht.

Ein Faktor dürfte die parallel laufende Nasdaq-Notierung sein. SK Hynix bereitet ein ADR-Listing im Volumen von 28 Milliarden Dollar vor, eine der größten Aktienplatzierungen der Geschichte. Die Zeichnungsfrist läuft heute, am 8. Juli, aus und war nach Unternehmensangaben mehrfach überzeichnet. Der Handelsstart an der Nasdaq ist für den 10. Juli geplant.

Die starke Nachfrage nach den ADRs zeigt, dass Investoren dem Unternehmen trotz der Kursschwankungen langfristig vertrauen. Ob sich das auch im heimischen Aktienkurs in Seoul niederschlägt, dürfte sich in den Tagen nach dem Nasdaq-Debüt zeigen.

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