SK Hynix Aktie: 8,34-Prozent-Einbruch vor Quartalszahlen

Trotz milliardenschwerer Lieferverträge mit Nvidia und Microsoft fällt die SK Hynix Aktie deutlich. Anleger fokussieren sich auf die anstehenden Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um über 8 Prozent
  • Milliarden-Deals mit Nvidia und Microsoft
  • Quartalszahlen am Mittwoch erwartet
  • Staatsfonds kauft Aktien im großen Stil

SK Hynix startet die entscheidende Woche mit einem herben Rückschlag: Am Freitag brach die Aktie um 8,34 Prozent ein und schloss bei 1.759.000 Won. Das Papier notiert damit 41,11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 25. Juni. Der Ausverkauf trifft den Speicherchiphersteller ausgerechnet in der Woche, in der am Mittwoch die Quartalszahlen anstehen und gleichzeitig milliardenschwere Lieferverträge mit US-Technologiekonzernen öffentlich werden.

Milliardendeals mit Nvidia und Microsoft

Am Wochenende hatten SK Group und Nvidia eine strategische Partnerschaft im Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar angekündigt, wie The Asia Business Daily und Reuters berichteten. Kern der Vereinbarung ist eine langfristige HBM-Lieferung von SK Hynix an Nvidia sowie die gemeinsame Entwicklung künftiger KI-Speicherchips. SK Telecom will parallel eine 2-Gigawatt-KI-Cloud-Infrastruktur mit Nvidias Vera-Rubin-Technologie aufbauen, die erste Anlage soll 2027 in Betrieb gehen. Laut Korea Economic Daily kommt zusätzlich eine Fünfjahres-Absichtserklärung über 750 Milliarden Dollar mit Nvidia und Microsoft hinzu. Zusammen mit dem parallel verkündeten 200-Milliarden-Dollar-Abkommen zwischen Samsung und Broadcom für Speicher- und Foundry-Kapazitäten summiert sich das gesamte südkoreanisch-amerikanische Halbleiterpaket laut mehreren Berichten auf rund 950 Milliarden Dollar. Die Ankündigungen fielen in die Zeit des Besuchs von Präsident Lee Jae-myung in San Francisco, wo er für ein KI-Investitionsprogramm im Umfang von 880 Milliarden Dollar warb.

Trotz dieser Nachrichtenflut blieb der Kurs am Freitag unter Druck – ein Hinweis darauf, dass Anleger die Ereignisse rund um die bevorstehenden Quartalszahlen offenbar stärker gewichten als die langfristigen Lieferzusagen.

Konsens erwartet starke Marge, doch Erwartungen sind hoch

Für das zweite Quartal rechnet der Marktkonsens laut Korea Economic Daily mit einem Umsatz von 84,06 Billionen Won. Beim operativen Gewinn liegen die Schätzungen unterschiedlicher Quellen zwischen 64,09 und 64,24 Billionen Won – ein Analyst der Korea Economic Daily bezifferte die erwartete operative Marge auf 75 bis 77 Prozent und damit oberhalb des von TSMC zuletzt ausgewiesenen Werts von 60,3 Prozent. Getragen wird diese Stärke vom Marktanteil im HBM-Segment: Laut einer Auswertung von BNP Paribas kontrolliert SK Hynix aktuell 57 Prozent des globalen HBM-Marktes, vor Samsung mit 22 und Micron mit 21 Prozent. Der HBM-Gesamtmarkt soll BNP Paribas zufolge von 76 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 156 Milliarden Dollar bis 2027 wachsen.

Samsung hatte in der vergangenen Woche zudem die ersten Muster seines neuen HBM4E-Speichers ausgeliefert und damit vorübergehend Marktanteile in den Fokus gerückt – ein Signal, dass der Wettbewerb um die nächste Speichergeneration an Fahrt aufnimmt, selbst wenn SK Hynix aktuell noch die Führungsposition hält.

Staatsfonds kauft, Analysten sehen Einstiegschancen

Der National Pension Service, Südkoreas staatlicher Pensionsfonds, kaufte im Juli laut Korea Economic Daily netto SK-Hynix-Aktien im Wert von 425,8 Milliarden Won. Die Analystin Cha Young-joo empfahl demnach, Kursschwächen für Zukäufe zu nutzen. Diese Einschätzung deckt sich mit der Beobachtung, dass der Leitindex Kospi zuletzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 5,7 historisch günstig bewertet war, während gleichzeitig vorbörsliche Kurssprünge von SK Hynix und Samsung im Zuge der Allianz-Meldungen registriert wurden.

Der aktuelle Kursrückgang zeigt sich auch technisch: Der 14-Tage-RSI liegt bei 40,1 und signalisiert damit keine überverkaufte, aber schwache Marktstimmung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von mehr als 118 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel rund um die HBM4-Lieferzusagen und die anstehenden Zahlen bleibt. Anleger richten den Blick nun auf Mittwoch, wenn SK Hynix erstmals konkrete Details zu Preisen, Kapazitätsauslastung und der HBM4-Auslieferung liefern dürfte.

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