SK Hynix Aktie: 8,79-Prozent-Sturz nach 29,95-Prozent-Sprung

Nach dem historischen Kurssprung am Freitag stürzt die SK-Hynix-Aktie um fast neun Prozent ab. Trotz Rekordzahlen und HBM-Wachstum verunsichern Gewinnmitnahmen und Nvidia-Sorgen die Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Aktie stürzt um 8,79 Prozent ab
  • Rekordquartal mit 76 Prozent Marge
  • HBM4-Massenproduktion gestartet, zehn Lieferverträge
  • Analysten senken Kursziele nach Kurssturz

Die Aktie von SK Hynix hat am heutigen Montag einen der heftigsten Tagesverluste ihrer Geschichte hinnehmen müssen. Der Speicherchip-Hersteller schloss bei 1.567.000 Won und verlor damit 8,79 Prozent. Erst am Freitag hatte das Papier mit einem Kurssprung von 29,95 Prozent den größten Tagesgewinn seit 2009 verzeichnet. Diese Woche zeigt sich der südkoreanische Chipmarkt damit von seiner wildesten Seite: Rekordeuphorie und Panikverkäufe folgen im Abstand von nur einem Handelstag aufeinander.

Der Ausverkauf traf nicht nur SK Hynix. Der Leitindex KOSPI, der am Freitag um 17,91 Prozent nach oben geschossen war, gab am Montag rund fünf Prozent ab. Auch der Rivale Samsung Electronics verlor über acht Prozent. Ausländische Investoren, die tags zuvor noch Rekordsummen in koreanische Technologiewerte gepumpt hatten, verkauften SK-Hynix-Aktien im Gegenwert von 1,77 Billionen Won netto. Institutionelle Anleger zogen sich mit rund 450 Milliarden Won zurück, während private Anleger gegen den Trend zukauften. Analysten sprachen überwiegend von klassischen Gewinnmitnahmen nach einem historischen Kurssprung, nicht von einem fundamentalen Bruch.

Der Rückschlag zeigt sich auch technisch deutlich: Die Aktie liegt inzwischen 47,54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, das erst im Juni erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht trotz des Crashs aber immer noch ein Plus von 141,19 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, wie ausgeprägt die vorangegangene Rally tatsächlich war.

Rekordmarge, aber wenig Beruhigung für Anleger

Fundamental hatte SK Hynix zuletzt eigentlich geliefert. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 257 Prozent auf 79,3 Billionen Won, der operative Gewinn kletterte auf 60,5 Billionen Won und damit auf das Sechsfache des Vorjahreswerts. Die operative Marge erreichte mit rund 76 Prozent einen Rekordwert für den Konzern. Getrieben wurde das Ergebnis von kräftig steigenden Preisen: Die DRAM-Durchschnittspreise legten binnen eines Quartals um rund 30 Prozent zu, bei NAND-Speicher waren es sogar etwa 50 Prozent.

Trotzdem senkten mehrere Broker ihre Kursziele nach dem Kurssturz deutlich. Shinhan Investment kappte sein Ziel für SK Hynix von 4,2 Millionen auf 2,7 Millionen Won. Weitere Häuser folgten mit ähnlichen Kürzungen. Die Botschaft der Analysten: Die operative Stärke ist unbestritten, doch nach dem Freitagssprung war die Bewertung kurzfristig zu weit vorausgeeilt.

HBM-Geschäft bleibt zentraler Werttreiber

Im Zentrum der Investment-Story steht weiterhin das Geschäft mit Speicherchips für Künstliche Intelligenz. SK Hynix startete im zweiten Quartal die Massenproduktion von HBM4-Chips, hat inzwischen zehn langfristige Lieferverträge unterzeichnet und arbeitet bereits am Nachfolgestandard HBM4E für 2027. Die Investitionen bleiben hoch: Das Unternehmen plant für dieses Jahr ein Capex im oberen Bereich von 40 Billionen Won und zieht den Bau der neuen Fertigungsanlage Cheongju M15X vor.

Die Schweizer Großbank UBS rechnet allerdings mit einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Während SK Hynix beim HBM-Bit-Marktanteil 2026 noch auf rund 48 Prozent kommen soll, dürfte Samsung Electronics den Konzern 2027 mit 41 zu 39 Prozent überholen. Für die SK-Hynix-Hinterlegungsscheine (ADR) an der US-Börse hält UBS trotz der jüngsten Turbulenzen an einem Kursziel von 204 US-Dollar fest – ein Aufschlag von rund 61 Prozent gegenüber dem dortigen Notierungsniveau.

Nvidias Rubin Ultra sorgt für Nervosität

Zusätzlichen Druck erzeugte ein Bericht des Analysehauses SemiAnalysis, der bereits Ende Juli kursierte und den Ausverkauf mit vorbereitet hatte. Demnach plant Nvidia für seine kommende Rubin-Ultra-Plattform eine niedrigere HBM4-Speicherausstattung als ursprünglich erwartet – ein möglicher Hinweis darauf, dass die Preisrally bei Hochleistungsspeicher nicht endlos weiterlaufen könnte. Unter den großen Speicherherstellern traf die Verunsicherung SK Hynix nach Einschätzung von Marktbeobachtern besonders hart, da der Konzern stärker als Wettbewerber auf das HBM-Geschäft setzt.

Für Anleger bleibt die Gemengelage damit unübersichtlich: Rekordgewinne und ein wachsendes HBM-Auftragsbuch stehen einer possibly nachlassenden Preisdynamik und der Sorge vor einer überhitzten Bewertung gegenüber. Der nächste wichtige Termin für die gesamte Speicherbranche dürfte die Nvidia-Quartalsvorlage am 26. August werden – sie wird zeigen, wie stabil die Nachfrage nach KI-Speicherchips tatsächlich bleibt.

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