SK Hynix Aktie: 944 Milliarden Won Scheidung entlastet

SK Hynix verzeichnet Kursverluste in Seoul, während langfristige KI-Lieferverträge und eine Rekord-Scheidung die Perspektiven hellen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um über acht Prozent
  • Große KI-Chip-Deals in Aussicht
  • Rekord-Scheidungszahlung entlastet Konzern
  • US-ADRs notieren mit deutlichem Aufschlag

Ein Kurssturz von über acht Prozent klingt nach Alarm. Bei SK Hynix ist es diesmal Kollateralschaden eines schwachen Gesamtmarkts – und die eigentlichen Nachrichten des Tages sind fast durchweg positiv.

Die Aktie schloss am Freitag in Seoul mit einem Minus von 8,34 Prozent bei 1.759.000 Won. Der breite KOSPI-Index brach an diesem Tag um 5,72 Prozent ein. SK Hynix fiel damit im Sog eines branchenweiten Tech-Ausverkaufs, nicht wegen eigener schlechter Nachrichten.

Große Lieferverträge in Silicon Valley in Vorbereitung

Während der Kurs in Seoul nachgab, bereitet sich SK Hynix auf einen prominenten Auftritt vor. Nach Angaben hochrangiger südkoreanischer Regierungsvertreter will das Unternehmen langfristige Lieferverträge mit führenden US-Technologiekonzernen verkünden. Die Deals sollen „bedeutend“ ausfallen.

Präsident Lee Jae Myung befindet sich derzeit auf Reise in San Francisco und im Silicon Valley. Seine Delegation trifft dort unter anderem Nvidia-Chef Jensen Huang und OpenAI-Chef Sam Altman. Analysten erwarten, dass die Verträge sich um High-Bandwidth-Memory-Chips und KI-Infrastruktur der nächsten Generation drehen. Damit würde sich die Partnerschaft zwischen südkoreanischen Herstellern und US-Hyperscalern weiter vertiefen.

Rekord-Scheidung entlastet statt zu belasten

Ein zweiter Faktor trieb am Freitag die Anlegerstimmung – diesmal positiv. Das Oberste Gericht in Seoul verurteilte SK-Group-Chef Chey Tae-won zur Zahlung von 944 Milliarden Won an seine frühere Frau Roh Soh-yeong. Das entspricht umgerechnet rund 644 Millionen US-Dollar.

Die Summe markiert die höchste Scheidungszahlung in der Geschichte Südkoreas. Trotzdem werteten Marktteilnehmer das Urteil als Erleichterung. Der Betrag liegt deutlich unter der ursprünglichen Forderung der Klägerin. Wichtiger noch: Das Gericht verlangt eine Barzahlung, keine Übertragung von SK-Group-Aktien. Damit entfällt das Risiko, dass Chey größere Anteile an SK Hynix verkaufen muss, um die Summe aufzubringen – ein Szenario, das die Führungsstruktur des Konzerns hätte destabilisieren können.

Nasdaq-Notierung mit Aufschlag von 33 Prozent

Während die Seoul-Aktie schwankt, läuft es an der Nasdaq deutlich ruhiger. Dort notieren die SK-Hynix-ADRs unter dem Kürzel SKHY. Das Listing brachte dem Unternehmen Anfang Juli 26,5 Milliarden US-Dollar ein.

Die ADRs handeln derzeit mit einem Aufschlag von 33 Prozent gegenüber den koreanischen Aktien. Der Grund liegt in einer technischen Beschränkung: Die Korea Securities Depository begrenzt die Umwandlung koreanischer Aktien in neue ADRs auf 2,5 Prozent. Diese Obergrenze schafft künstliche Knappheit für US-Investoren und erklärt die Kurslücke zwischen beiden Notierungen.

Südkoreanische Privatanleger nutzten den Freitag, um bei den fallenden Kursen in Seoul zuzukaufen. Manche internationale Hedgefonds verlagern ihr Kapital dagegen offenbar in Richtung neuer Halbleiter-Börsengänge in der Region.

Quartalszahlen und Nvidia-Auftrag im Blick

Am 29. Juli veröffentlicht SK Hynix seine Zahlen für das zweite Quartal. Vorabschätzungen und Konsensprognosen deuten auf einen massiven Umsatzsprung im Jahresvergleich hin, getragen vom anhaltenden Boom bei KI-Speicherchips.

Besonders im Fokus steht der Auftragsanteil von 70 Prozent, den SK Hynix bei Nvidias kommender „Vera Rubin“-Plattform hält. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten zwar die Ölpreise und die allgemeine Marktstimmung. Die zentrale Rolle des Unternehmens in der KI-Lieferkette bleibt davon bislang unberührt.

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