SK Hynix Aktie: Alphabet hebt Capex auf 195-205 Milliarden

SK Hynix profitiert von Alphabets erhöhter Investitionsprognose für KI-Infrastruktur und erholt sich nach Kursverlusten.

Die Kernpunkte:
  • Alphabets Milliarden-Capex treibt Kurse
  • Dementierte Intel-Übernahme belastet zuvor
  • Eigenes Packaging-Werk in Cheongju genehmigt
  • Analysten warnen vor nachlassender Preisdynamik

SK Hynix hat am Donnerstag eine deutliche Erholung hingelegt. Die Aktie notiert bei 1.923.000 Won und liegt damit 5,08 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch bei 1.830.000 Won. Der Sprung fällt in eine Woche mit heftigen Ausschlägen: Über 30 Tage steht für den Speicherchip-Hersteller noch immer ein Minus von 24,74 Prozent zu Buche. Die jüngste Gegenbewegung zeigt, wie nervös der Markt auf jede Nachricht rund um den weltweiten KI-Speicherboom reagiert.

Alphabets Milliardeninvestition beflügelt Speicherchip-Werte

Auslöser der Rally war der Quartalsbericht von Alphabet. Der Google-Mutterkonzern meldete einen Umsatz von 119,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 24 Prozent, getrieben von einem Cloud-Geschäft, das um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar zulegte. Entscheidend für die Chipbranche war jedoch die angehobene Investitionsprognose: Alphabet erhöhte seine Capex-Guidance für 2026 von zuvor 180 bis 190 Milliarden Dollar auf nun 195 bis 205 Milliarden Dollar und stellte für 2027 einen weiteren deutlichen Anstieg in Aussicht. An der Wall Street brach die Alphabet-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um bis zu vier Prozent ein, weil der freie Cashflow wegen der Investitionswelle negativ ausfiel. In Seoul wurde die Nachricht dagegen als Signal gelesen, dass die Nachfrage nach KI-Speicherchips ungebrochen bleibt. Der koreanische Leitindex Kospi sprang zeitweise um mehr als drei Prozent, ausländische Investoren kauften netto zu. Laut der Chosun Daily zog SK Hynix im frühen Handel bereits um gut vier Prozent auf über 1,9 Millionen Won an, Samsung Electronics gewann rund drei Prozent auf 268.750 Won. Kiwoom Securities kommentierte, die starken Alphabet-Zahlen und die höhere Capex-Prognose würden die Sorge vor einer Kürzung von Kundenbudgets und einem Ende des Memory-Preiszyklus deutlich dämpfen.

Vom Kurssturz zur Erholung: das Intel-Dementi

Die Erholung folgt auf einen Rücksetzer vom Vortag. Am 22. Juli hatte SK Hynix einem Bericht widersprochen, wonach der Konzern Gespräche über eine Übernahme von Intels Werksgelände in Ohio führe. CFO Kim Woo-hyun erklärte, es gebe keine Entscheidung zu einem solchen Zukauf, das Unternehmen prüfe aber weiterhin Investitions- und Übernahmemöglichkeiten. Die Nachricht sorgte für eine ungewöhnliche Kursachterbahn: In Seoul war die Aktie zunächst um bis zu neun Prozent gestiegen, ehe das Dementi die Gewinne wieder auffraß. In den USA fielen die Hinterlegungsscheine des Unternehmens im vorbörslichen Handel um rund 6,6 Prozent. Erst Anfang Juli hatte SK Hynix ein Nasdaq-ADR-Angebot über 26,5 Milliarden Dollar abgeschlossen, um zusätzliche Kapazitäten für High-Bandwidth-Memory zu finanzieren. Der Konzern hatte bereits 2022 Intels NAND-Sparte für neun Milliarden Dollar übernommen und bleibt damit ein Interessent für weitere Zukäufe in der Speicherchip-Branche, auch wenn ein Ohio-Deal aktuell dementiert wurde.

Milliardeninvestition in Cheongju und der Blick nach vorn

Parallel zu den Marktbewegungen treibt SK Hynix seinen Kapazitätsausbau voran. Der Vorstand genehmigte am 22. Juli erneut eine Investition von rund 7,09 Billionen Won, das entspricht 5,88 Prozent des Eigenkapitals, für die fortschrittliche Packaging-Anlage P&T7 in Cheongju. Das Gesamtvolumen des Projekts bleibt bei 19 Billionen Won, die Eröffnung des Reinraums wurde jedoch wegen der starken KI-Speichernachfrage vorgezogen. Die WT-Fertigungslinie soll im Oktober 2027 installiert werden, die WLP-Linien bis Februar 2028, der Investitionszeitraum läuft bis Dezember 2032. Nicht alle Analysten sind allerdings uneingeschränkt optimistisch: Die Research-Boutique TS Lombard schätzt, dass 55 bis 70 Prozent des erwarteten Umsatzzuwachses von Samsung, SK Hynix und Micron im laufenden Jahr allein auf gestiegene Preise zurückgehen, während der Preiseffekt bei TSMC und japanischen Ausrüstern nur bei 15 bis 25 Prozent liege. Das Haus verweist auf eine nachlassende Preisdynamik bei Speicherchips und wachsende Unsicherheit durch Kapazitätsausbauten chinesischer Konkurrenten und vergibt für koreanische Aktien eine neutrale Einstufung. Nach Konzernangaben soll SK-Group-Chef Chey Tae-won in den kommenden Tagen gemeinsam mit anderen koreanischen Tech-Chefs in den USA mit Nvidia-Chef Jensen Huang zusammentreffen. Die nächsten Quartalszahlen von SK Hynix dürften zeigen, wie belastbar der aktuelle Optimismus tatsächlich ist.

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