SK Hynix Aktie: Chey Tae-won beruhigt Anleger

SK Hynix-Chef Chey Tae-won bittet Aktionäre angesichts des jüngsten Kursverfalls um Geduld und verweist auf starke Chip-Nachfrage.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert über 11 Prozent an einem Tag
  • Konzernchef rät zum Halten der Papiere
  • Analysten sehen trotz Kursrutsch Potenzial
  • SK Hynix bleibt 2026 einer der Top-Performer

SK Hynix erlebt die heftigste Achterbahnfahrt seiner Firmengeschichte. Die Aktie fiel am Freitag um 11,53 Prozent auf 1.842.000 Won. Konzernchef Chey Tae-won griff persönlich ein und bat Anleger, ihre Papiere zu halten statt zu verkaufen.

Die Woche fällt brutal aus. Innerhalb von sieben Handelstagen verlor die Aktie 15,5 Prozent. Über einen Monat gerechnet steht ein Minus von 26,93 Prozent zu Buche.

Der Chairman greift zum Mikrofon

Chey sagte, er könne nicht vorhersagen, wo die Aktie in einem Monat stehen werde. Er glaube aber, dass Anleger besser fahren, wenn sie ihre Papiere halten statt sie kurzfristig zu handeln. Seine Begründung: Die Nachfrage nach Speicherchips bleibe stark und stütze das langfristige Wachstum.

Der Auftritt kommt nicht zufällig. Die Aktie befindet sich seit dem spektakulären Nasdaq-Debüt im Juli in einer Abwärtsspirale.

Vom Rekord-Listing zum Ausverkauf

Der Absturz begann nach dem ADR-Debüt an der Nasdaq, das SK Hynix rund 26,5 Milliarden Dollar einbrachte. Am 13. Juli folgte der größte Tagesverlust der Firmengeschichte: Die Aktie brach in Seoul um 15,4 Prozent ein. Ausländische Investoren verkauften an diesem Tag Kospi-Aktien im Wert von 1,1 Milliarden Dollar, den Großteil davon SK-Hynix-Papiere.

Danach ging die Talfahrt weiter. Am Mittwoch sprang die Aktie in Seoul um fast 13 Prozent nach oben, die Nasdaq-Papiere zogen um 27 Prozent an. Der Jubel hielt nicht lange: Am Donnerstag fiel die Aktie erneut um bis zu 11 Prozent, während die Nasdaq-Titel rund 9 Prozent verloren.

Der jüngste Rückschlag hat einen konkreten Auslöser außerhalb des eigenen Hauses. TSMC hatte starke Quartalszahlen vorgelegt, doch Anleger reagierten auf steigende Investitionspläne und eine schwächere Margen-Prognose. Der Chiphersteller kündigte an, seine Bruttomarge werde im zweiten Halbjahr sinken, weil die Produktion der neuen 2-Nanometer-Chips anläuft. Die Verunsicherung sprang auf den gesamten Sektor über — Nvidia, AMD, Intel und Micron gaben ebenfalls nach. Viele Investoren nutzen die Gelegenheit, nach der starken Rally bei SK Hynix Gewinne mitzunehmen.

Analysten bleiben trotz Absturz zuversichtlich

Trotz des heftigen Rückgangs wagen sich manche Analysten weiter aus der Deckung. Barclays-Analyst Simon Coles startete die Coverage der ADRs mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 330 Dollar — mehr als 100 Prozent über dem aktuellen Niveau. Coles rechnet damit, dass die Knappheit bei Speicherchips bis 2027 anhält und sich das Angebot erst 2028 spürbar verbessert.

Auch koreanische Broker bleiben optimistisch:

  • IBK Securities hob das Kursziel auf 4 Millionen Won an. Analyst Kim Woon-ho erwartet die elfte positive Gewinnüberraschung in Folge, weil sich die Nachfrage von HBM-Speicher auf klassisches DRAM und NAND ausweitet.
  • Hanwha Investment & Securities setzt das Ziel sogar bei 4,3 Millionen Won an und begründet dies mit anhaltendem Gewinnwachstum.

Nicht alle teilen diesen Optimismus. Kritiker verweisen auf das Risiko, dass große Cloud-Anbieter ihre KI-Investitionen verschieben könnten. Auch straffere Finanzierungsbedingungen könnten HBM-Bestellungen bremsen — das würde die These einer Chip-Knappheit bis 2027 infrage stellen, auf der der positive Ausblick vieler Analysten beruht.

Immer noch einer der Top-Performer 2026

Trotz des Absturzes zählt SK Hynix weiterhin zu den stärksten Large-Cap-Aktien weltweit. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 183,52 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.987.000 Won, erreicht am 25. Juni, trennen die Aktie inzwischen 38,33 Prozent.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt über 127 Prozent. Das Papier bleibt damit extrem schwankungsanfällig, solange der Markt zwischen den gegensätzlichen Szenarien für den KI-Speicherboom hin- und herpendelt.

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