SK Hynix Aktie: Dementi zu Chongqing-Verkauf verunsichert

SK Hynix bestreitet konkrete Verkaufspläne für sein Werk in Chongqing. Der Kursverfall setzt sich fort, während Analysten uneins über das Potenzial der Aktie sind.

Die Kernpunkte:
  • Verkaufsgerüchte um Chongqing-Werk dementiert
  • Aktie verliert 34,86 Prozent in 30 Tagen
  • Analysten streiten über Kursziele
  • HBM4-Wettbewerb mit Samsung verschärft sich

SK Hynix hat am heutigen Montag Spekulationen über einen Verkauf seines Packaging-Werks in Chongqing zurückgewiesen. Auf eine Anfrage der Korea Exchange antwortete der Speicherchiphersteller, es sei „nichts entschieden“. Die Klarstellung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie ohnehin unter erheblichem Druck steht: Der Kurs notiert aktuell bei 1.420.000 Won und liegt binnen 30 Tagen um 34,86 Prozent im Minus.

Dementi zu Chongqing sorgt für neue Unsicherheit

Ausländische Medien hatten berichtet, SK Hynix wolle seine Beteiligung am Back-End-Werk in Chongqing an chinesische Private-Equity-Fonds oder lokale Halbleiterfirmen verkaufen. Der mögliche Wert der Transaktion wird auf rund 3 Milliarden US-Dollar beziehungsweise etwa 4,2 Billionen Won taxiert.

Das Unternehmen reichte dazu eine Form-6-K-Meldung bei der US-Börsenaufsicht ein und erklärte, es prüfe verschiedene Optionen zur Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit im Packaging-Geschäft – eine finale Entscheidung liege aber nicht vor. Eine erneute Offenlegung soll binnen eines Monats oder bei Finalisierung der Pläne folgen.

Ein Verkauf könnte geopolitische Risiken im China-Geschäft senken und zusätzliches Kapital für die Fertigung von HBM3e- und HBM4-Speicher sowie für Advanced Packaging freisetzen. Die in New York gehandelten ADRs von SK Hynix gaben auf die Nachricht hin vorbörslich leicht nach, auf 137,49 US-Dollar.

Kursverfall setzt sich fort – Anleger fordern Antworten

Die Verunsicherung um Chongqing trifft eine Aktie, die bereits eine turbulente Phase hinter sich hat. Vom 52-Wochen-Hoch liegt der Titel derzeit 52,46 Prozent entfernt. Allein in der ersten Augustwoche verkauften ausländische Investoren SK-Hynix-Aktien im Nettovolumen von 3,51 Billionen Won, während Samsung Electronics zeitgleich 1,3 Billionen Won an Nettoverkäufen verzeichnete.

Die kombinierte Marktkapitalisierung beider Chiphersteller im Kospi-Index fiel dadurch auf 48,95 Prozent – ihr niedrigster Anteil, nachdem er Ende Juni noch bei 59,69 Prozent gelegen hatte.

JPMorgan-Analyst Jay Kwon sieht in dem Abverkauf jedoch eine Übertreibung: Er hält an einer Übergewichten-Einstufung fest und nennt ein Kursziel von 2,75 Millionen Won bis Juni 2027, was einem Potenzial von 94 Prozent entspräche.

Gerüchte über einen 50-prozentigen Preisnachlass bei HBM4-Chips seien unbegründet, so Kwon – im Gegenteil rechnet er für 2026 mit einem Preisanstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kapitalausgaben von SK Hynix seien mit 54 Billionen Won bereits verplant, davon 35,2 Billionen Won für die DRAM-Fertigung in Yongin und 19,1 Billionen Won für die NAND-Produktion in Cheongju.

Wie groß die Unsicherheit unter Analysten insgesamt ist, zeigt die Spannbreite der Kursziele: Korea Investment & Securities erhöhte sein Ziel Ende Juli auf 4,7 Millionen Won, während BNK Securities es zeitgleich auf 1,48 Millionen Won senkte – eine Differenz von 217,6 Prozent.

Aktionärsrenditen als Schlüssel zur Bodenbildung

Ein zentraler Hebel für eine Stabilisierung der Aktie liegt bei den Aktionärsrenditen. SK Hynix hat bereits eine Quartalsdividende von 273,3 Milliarden Won angekündigt und will bis zum Ende des dritten Quartals weitere Maßnahmen präsentieren.

Konkurrenten legen die Messlatte hoch: Kioxia kündigte ein Rückkaufprogramm über 800 Milliarden Yen an, Micron will den gesamten freien Cashflow an Aktionäre zurückgeben.

Marktbeobachter erwarten von SK Hynix ein Aktionärsrenditepaket von rund 100 Billionen Won. Nach Einschätzung von JPMorgan könnte der freie Cashflow des Unternehmens über drei Jahre 80 Billionen Won übersteigen – genug Spielraum für ein entsprechendes Programm.

Wettlauf um HBM4 verschärft den Druck

Zusätzlichen Wettbewerbsdruck erzeugt Samsung Electronics, das die Ausbeute bei seinen HBM4-Chips im August auf rund 80 Prozent steigerte – von unter 60 Prozent beim Produktionsstart im Februar. Samsung strebt für 2026 einen HBM-Marktanteil von 38 Prozent an und will im zweiten Halbjahr mehr als 60 Prozent seines HBM-Umsatzes mit der neuen Generation erzielen.

Für SK Hynix, das die vergangenen Jahre den HBM-Markt anführte, wächst damit der Handlungsdruck – sowohl beim geplanten Chongqing-Deal als auch bei der Frage, wann und in welchem Umfang das Unternehmen sein Aktionärsrenditeprogramm konkretisiert.

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