SK Hynix Aktie: Erholung nach Chip-Beben
Die Aktie gewinnt rund zwei Prozent, während KI-Finanzierungssorgen und stärkerer Wettbewerb den Speicherchipsektor weiter belasten.

- KOSPI steigt am Freitag um 3,3 Prozent
- CXMT meldet Fortschritte bei Speicherarchitektur
- SK Hynix validiert 256-GB-DDR5-Modul
- DDR5-Markt für KI-Server dürfte wachsen
Nach dem schweren Rückschlag vom Donnerstag greifen Anleger bei südkoreanischen Speicherchip-Werten wieder zu. SK Hynix legt am Freitag in Seoul rund 2 Prozent zu. Die Gründe für die Verkäufe sind damit allerdings nicht aus der Welt.
Was die Verkäufe ausgelöst hat
Der südkoreanische Leitindex KOSPI war am Donnerstag um fast 8 Prozent eingebrochen. Er schloss auf dem tiefsten Stand seit Ende Juli, ein Handelsstopp per Circuit Breaker griff ein. Besonders Speicherchip-Hersteller gerieten unter Druck.
Zwei Themen belasteten die Branche. Erstens wachsen die Sorgen um die Schuldenfinanzierung des KI-Booms. Auslöser war der Cloud-Anbieter CoreWeave, dessen Anleihen Renditen auf dem Niveau notleidender Schulden erreicht haben sollen. Die Aktie verlor am Mittwoch zeitweise 15,5 Prozent und zog KI-nahe Werte weltweit mit nach unten.
Zweitens meldete der chinesische DRAM-Hersteller CXMT Fortschritte bei einer neuen Speicherarchitektur. Das könnte den Wettbewerb mit etablierten Anbietern wie SK Hynix und Samsung verschärfen. Die CXMT-Aktie erholte sich am Freitag um knapp 5 Prozent.
Erholung auf breiter Front
Am Freitag fing sich der Markt. Der KOSPI gewann 3,3 Prozent, Samsung Electronics legte 2,9 Prozent zu, der japanische Speicherhersteller Kioxia 3,3 Prozent. Die Erholung wirkt eher wie ein Schnäppchenkauf nach starken Verlusten als wie eine Entwarnung.
Das Umfeld bleibt fragil. Überraschend hohe US-Inflationsdaten halten die Zinsdiskussion offen. Fed-Chef Kevin Warsh äußert sich am Freitag in Bangkok, Marktteilnehmer suchen dort Hinweise auf den Zinskurs. Ein Notenbanker verwies zudem darauf, dass die Nachfrage durch KI-Rechenzentren eine straffere Geldpolitik rechtfertigen könnte.
Fundamentaler Rückenwind bleibt
Für SK Hynix spricht weiter die Nachfrage nach Server-Speicher. Das Unternehmen hat nach Branchenangaben einen 256-GB-DDR5-Baustein auf Intels Xeon-6-Plattform validiert.
Solche Module erlauben KI-Servern mehr Kapazität, ohne dass die Zahl der Steckplätze steigt. Marktforscher erwarten, dass der Markt für DDR5-Speicher in KI-Servern von 2,14 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 6,80 Milliarden Dollar bis 2035 wächst.
Micron meldete im September zudem Preisanhebungen bei DRAM im hohen Zehnerprozentbereich. Das stützt die Margenerwartungen der gesamten Branche. Entscheidend für den Kurs von SK Hynix bleibt kurzfristig, ob CoreWeaves Anleihen sich stabilisieren und ob die Zinsaussagen der Fed die Nervosität bei KI-Werten dämpfen.
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