SK Hynix Aktie: Intel-Gespräche treiben Kurs
Frühe Gespräche über eine mögliche Speicherchip-Fertigung in den USA beflügeln SK Hynix, doch eine Entscheidung steht noch aus.

- Aktie gewinnt knapp vier Prozent
- Gespräche mit Intel bleiben vorläufig
- Zwei Modelle für US-Fertigung im Raum
- Speicherknappheit belastet kleinere Gerätehersteller
SK Hynix führt Berichten zufolge frühe Gespräche mit Intel über eine Speicherchip-Produktion in den USA. Das wäre für den südkoreanischen Konzern ein historischer Schritt — bislang fertigt SK Hynix Speicherchips nirgends außerhalb Asiens. Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Plus von knapp 4 Prozent auf 1.757.000 Won, der KOSPI legte um 1,4 Prozent zu.
Im Raum stehen zwei Modelle: SK Hynix könnte Kapazitäten in Intels geplanter Fabrik in Ohio anmieten, oder gemeinsam mit großen Cloud-Anbietern ein Joint Venture gründen. Welche Speicherchip-Typen konkret produziert werden sollen, ist offen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte lediglich, man prüfe „verschiedene Maßnahmen, einschließlich des Aufbaus zusätzlicher Produktionsstandorte“ — eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
HBM-Dominanz als Verhandlungsmasse
Der Vorstoß gewinnt Gewicht durch SK Hynix‘ Position bei High-Bandwidth-Memory, dem Speichertyp, der für KI-Beschleuniger unverzichtbar ist und weltweit knapp bleibt. Ein Teil der Kursbewegung dürfte auch auf Schnäppchenkäufe zurückgehen — zuvor hatten Sorgen über eine Abkühlung im KI-Ausbau breite Verluste bei Chipwerten ausgelöst.
Die Knappheit reicht inzwischen weit über den High-End-Bereich hinaus. Kleinere Hersteller von Smartphones und Laptops richten sich auf Jahre der Speicherverknappung ein und testen eingehende Chips inzwischen sogar auf Fälschungen.
SK Hynix‘ eigener Vorstandschef hatte bereits im Sommer gewarnt, 2027 werde aus Sicht der Versorgungslage „das schlechteste Jahr in der Geschichte der Branche“ — die Nachfrage werde die Kapazität bis weit über 2030 hinaus übersteigen.
Für die Preisentwicklung zeichnet sich damit ein zweigeteiltes Bild ab: Während sich das Tempo bei DRAM-Vertragspreisen von einem Anstieg um 93 bis 98 Prozent im ersten Quartal auf 13 bis 18 Prozent in diesem Quartal abschwächt, bleibt die Verfügbarkeit der eigentliche Flaschenhals.
Für Hersteller am unteren Marktende, wo Speicher bis zu 60 Prozent der Materialkosten eines Geräts ausmachen kann, entscheidet nicht der Preis, sondern schlicht die zugeteilte Menge über die Produktionsfähigkeit.
Ob aus den Gesprächen mit Intel tatsächlich eine US-Fertigung wird, bleibt vorerst offen. Der Markt hat die bloße Aussicht darauf am Mittwoch bereits mit einem deutlichen Kursaufschlag honoriert.
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