SK Hynix Aktie: KI-Zweifel und China-Konkurrenz
Sorgen um die Rentabilität von KI-Ausgaben und Chinas technologischen Fortschritt belasten SK Hynix und weitere Chipwerte.

- SK-Hynix-Aktie verliert knapp neun Prozent
- CXMT entwickelt DRAM mit höherer Speicherdichte
- KI-Investitionen werfen Renditefragen auf
- US-Inflationsdaten und Bankberichte stehen an
Zwei Sorgen auf einmal setzen den Speicherchip-Konzern unter Druck: Zweifel an der Rendite der KI-Investitionen und ein Konkurrent aus China, der technologisch aufholt. SK Hynix verlor in Seoul am Dienstag knapp neun Prozent und fiel gemeinsam mit Samsung Electronics auf den tiefsten Stand seit August.
Wall Street gibt den Ton vor
Auslöser war ein schwacher Handel mit Technologiewerten in den USA. Der Philadelphia Semiconductor Index sank am Montag um 2,7 Prozent. Der Nasdaq Composite gab um 0,5 Prozent nach. Der südkoreanische Leitindex Kospi brach in der Folge um 7,2 Prozent ein und notierte auf dem niedrigsten Niveau seit Juli.
Samsung verlor rund 7 bis 8 Prozent. Auch Zulieferer wie LG Innotek (minus 8,9 Prozent) und der japanische Speicherhersteller Kioxia (minus 12,4 Prozent) gerieten stark unter Druck.
CXMT rückt näher
Konkret belastete ein Bericht über den chinesischen DRAM-Hersteller CXMT. Das Unternehmen arbeitet demnach an einem Chipdesign mit höherer Speicherdichte, der sogenannten 4F²-Architektur. Serverspeicher der nächsten Generation soll zum Jahresende folgen.
Für etablierte Anbieter wie SK Hynix, den führenden Lieferanten von Hochbandbreitenspeicher für KI-Anwendungen, wäre das ein Zeichen verschärften Wettbewerbs. Auch Micron gab in den USA um 3,9 Prozent nach.
Der Markt reagierte empfindlich, weil die Bewertungen hoch sind. Hohe Finanzierungskosten nähren Zweifel, ob sich die Ausgaben für künstliche Intelligenz auszahlen. Die Chefs von Intel und Broadcom warnten zuletzt, der Kapitalzugang könne zur Bremse des KI-Booms werden. Broadcom-Chef Hock Tan monierte zudem, manche Marktteilnehmer setzten auf KI, ohne die Technologie zu verstehen.
Eine Strategin von Floodlines Research verweist auf ein bezeichnendes Muster: Von 42 Quartalsberichten großer KI-Konzerne in diesem Jahr übertrafen 23 die Erwartungen, ohne dass die Kurse positiv reagierten. Gute Zahlen reichen dem Markt also nicht mehr.
Termine mit Signalwirkung
Die Stimmung dürfte in den nächsten Tagen von Makrodaten abhängen. Am Mittwoch erscheinen die US-Verbraucherpreise, danach folgen Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze. Überrascht die Inflation nach oben, könnten Zinssorgen den Technologiesektor zusätzlich belasten. Dienstag starten zudem die Quartalsberichte der US-Großbanken, darunter JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo.
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