SK Hynix Aktie: Morgan Stanley sieht Korrektur beendet
SK Hynix-Aktie erholt sich nach Analysten-Update, während Milliardeninvestitionen und Tarifstreit die weitere Entwicklung prägen.

- Aktie erholt sich nach Verlustserie
- Morgan Stanley sieht Korrektur als beendet
- Milliardeninvestition in neue Werke
- Tarifkonflikt und Samsung-Konkurrenz belasten
Nach Wochen scharfer Verluste dreht die SK-Hynix-Aktie heute wieder nach oben. Das Papier notiert bei 1.430.000 Won und legt 0,56 Prozent zu. Getragen wird die Erholung von einer breiten Rally an der Technologiebörse in Seoul und von einer Analystenstimme, die den jüngsten Ausverkauf bei Speicherchip-Werten für beendet erklärt.
Der Rebound kommt nach einem heftigen Einbruch: Binnen 30 Tagen hat die Aktie 34,40 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht trotz der Korrektur noch ein Plus von 120,10 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark der vorausgegangene Anstieg gewesen war, bevor ein Teil der Gewinne wieder abgeschmolzen ist.
Morgan Stanley reaktiviert Kursziel
Morgan Stanley bekräftigte in einem Bericht vom 6. August sein Kursziel von 2,6 Millionen Won für SK Hynix und hob die Gewinnschätzung für 2026 um 13 Prozent an. Analyst Sean Kim, der 2021 mit der Warnung „Memory, Winter Is Coming“ bekannt wurde, sieht die Korrektur bei Speicherchip-Werten nun als abgeschlossen und rät zum Wiedereinstieg. Bei Samsung Electronics senkte er die Gewinnschätzung dagegen um 10 Prozent, das Kursziel dort bleibt bei 375.000 Won. Als Belege für seine These führt Morgan Stanley den Rückgang ausländischer Verkäufe an: Nach Abflüssen von rund 30 Milliarden Dollar im Juni und 6,2 Milliarden Dollar im Juli lagen sie im August bislang bei 4,3 Milliarden Dollar.
Milliardeninvestition belastete zuletzt den Kurs
Ein Grund für den Kursrutsch der vergangenen Wochen liegt in einer Entscheidung des eigenen Vorstands. Am 7. August genehmigte SK Hynix Investitionen von 54,3 Billionen Won, umgerechnet rund 38,3 Milliarden Dollar, in zwei neue Werke. 35,2 Billionen Won fließen in die Fabrik Yongin Y2 für HBM- und DRAM-Chips, deren Bau im Juli 2027 beginnen soll und deren erster Reinraum für Juni 2029 vorgesehen ist. Weitere 19,1 Billionen Won sind für die NAND-Fabrik Cheongju M17 bestimmt, mit Baustart im Februar 2027 und Reinraum-Fertigstellung im Dezember 2028. Das Analysehaus Omdia rechnet in der Folge mit einem jährlichen Wachstum von rund 19 Prozent bei DRAM und NAND bis 2030. Anleger reagierten auf die Investitionssumme zunächst verhalten; das Unternehmen stellte für das dritte Quartal zusätzliche Aktionärsrenditen in Aussicht, um die Stimmung zu stabilisieren.
Tarifkonflikt und Konkurrenz aus Suwon
Neben den Investitionskosten belastet ein ungelöster Tarifstreit die Stimmung rund um das Unternehmen. SK Hynix und die Gewerkschaft haben bereits fünf Verhandlungsrunden ohne Einigung über einen Plan absolviert, Teile der Boni künftig in Aktien auszuzahlen. Mehr als 3.500 Beschäftigte, rund zehn Prozent der Belegschaft, wollen eine eigene Gewerkschaft gründen. Der Streit birgt das Risiko, den Hochlauf der HBM4-Chips zu verzögern, deren Serienlieferungen im zweiten Quartal begannen und deren Ausbau für die zweite Jahreshälfte geplant ist. Parallel prüft das Unternehmen den Verkauf seines Werks in Chongqing für rund drei Milliarden Dollar.
Der Wettbewerbsdruck aus Suwon wächst zugleich. Samsung Electronics erreichte bei HBM4 nach eigenen Angaben eine Ausbeute von rund 80 Prozent, vier Monate früher als geplant, bei HBM4E liegt die Ausbeute im Zuverlässigkeitstest bei über 70 Prozent. Die Bank UBS erwartet, dass Samsung im kommenden Jahr einen HBM-Marktanteil von 41 Prozent erreicht, SK Hynix käme demnach auf 39 Prozent. Für Anleger bleibt damit die Doppelfrage bestehen, ob die aktuelle Erholung trägt oder ob Investitionslast, Tarifstreit und der aufholende Konkurrent die Bewertung erneut unter Druck setzen.
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