SK Hynix Aktie: Temasek prüft Direktinvestition

Singapurs Staatsfonds Temasek prüft Einstieg bei SK Hynix. Der Chipkonzern investiert 54 Billionen Won in neue Fabriken und meldet Rekordzahlen.

Die Kernpunkte:
  • Temasek erwägt Direktbeteiligung an SK Hynix
  • Aktie springt um 5,54 Prozent
  • Investition von 54 Billionen Won geplant
  • Rekordquartal dank KI-Speicher-Nachfrage

Wenn ein Staatsfonds plötzlich über eine Direktbeteiligung an einem Halbleiterkonzern nachdenkt, dann ist das mehr als eine Randnotiz. Genau das passiert heute: Medienberichten zufolge prüft Singapurs Staatsfonds Temasek eine direkte Investition bei SK Hynix und Samsung Electronics, weil er Speicherchips für die KI-Lieferkette für unterbewertet hält.

Die Aktie reagierte darauf mit einem Kurssprung von 5,54 Prozent auf 1.504.000 Won. Es ist ein kleines Signal für eine größere Frage: Wie viel ist der Zugang zu KI-Speicher inzwischen wert – und wer will sich diesen Zugang sichern, bevor es zu teuer wird?

Ein Konzern, der sich neu sortiert

SK Hynix befindet sich mitten in einem Umbau, der über einzelne Kursbewegungen hinausgeht. Der Vorstand billigte am vergangenen Freitag Investitionen von 54 Billionen Won für zwei neue Fabriken: „Y2“ in Yongin für DRAM und HBM, „M17“ in Cheongju für NAND.

Parallel dazu erwägt das Unternehmen laut Analystenberichten den Verkauf seines Packaging-Werks in Chongqing für rund drei Milliarden US-Dollar, um Kapital in margenstärkere KI-Speicherprodukte umzuleiten. Und die US-Tochter Solidigm soll Berichten zufolge sogar an die Nasdaq gebracht werden, während ihr Werk in Dalian die Produktion bis 2027 um die Hälfte steigern soll.

Das ist kein Konzern, der abwartet, sondern einer, der sein gesamtes Portfolio neu gewichtet – weg von Commodity-Geschäften, hin zu High-Bandwidth-Memory und AI-Server-DRAM. Diese Verschiebung ist die eigentliche Geschichte hinter der Aktie, nicht der Tagesausschlag.

Die Zahlen, die den Umbau rechtfertigen

Am 29. Juli meldete SK Hynix Rekordergebnisse für das zweite Quartal: Umsatz von 79,32 Billionen Won, ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn kletterte auf 60,54 Billionen Won – 557 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Treiber war die Nachfrage nach HBM-Chips und Speicher für KI-Server. Das Unternehmen bestätigte zudem, langfristige HBM-Lieferverträge mit rund zehn Kunden abgeschlossen und im zweiten Quartal die Massenproduktion von HBM4 gestartet zu haben.

Solche Zahlen erklären, warum Chairman Chey Tae-won Ende Juli erstmals persönlich Aktien seines eigenen Unternehmens kaufte – 3.620 Stück für rund 4,79 Milliarden Won. Ein Insider, der bislang nie direkt investiert hatte, tut das nicht ohne Überzeugung.

Zwischen Euphorie und Realitätscheck

Doch der Kurs erzählt eine komplexere Geschichte als die Bilanz. Trotz des heutigen Sprungs liegt die Aktie noch immer knapp die Hälfte unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, erreicht Ende Juni. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 131,49 Prozent – ein Beleg dafür, wie stark der KI-Speicher-Hype die Bewertung insgesamt getrieben hat, auch wenn die vergangenen Wochen eine schmerzhafte Korrektur brachten.

Diese Diskrepanz ist der Kern der Debatte, die Analysten seit Anfang August führen. Bank of America nahm am 4. August die Coverage mit einem Kaufvotum und Kursziel von 250 US-Dollar wieder auf und verwies auf die dominante HBM-Position sowie mehrjährige Abnahmeverträge mit US-Technologiekonzernen.

Einen Tag später folgten RBC Capital Markets und Needham & Company, beide mit „Outperform“ beziehungsweise „Buy“ und Kurszielen von jeweils 200 US-Dollar – RBC rechnet mit einem HBM-Marktanteil von rund 55 Prozent bis 2027.

Die eigentliche Wette

Am 7. August erklärte das Unternehmen zudem in einer Pflichtmitteilung, es prüfe „aktiv“ weitere Maßnahmen zur Aktionärsrendite, die im dritten Quartal finalisiert werden sollen, und kündigte eine Dividende von 375 Won pro Aktie an.

Temasekes mögliches Interesse fügt sich damit in ein Bild ein: Kapitalgeber, Vorstand und sogar der Vorsitzende selbst wetten gleichzeitig auf denselben Trend – dass KI-Infrastruktur ohne Hochleistungsspeicher nicht funktioniert und wer diesen Speicher liefert, über Jahre hinweg gebraucht wird.

Die Volatilität der vergangenen Wochen zeigt, dass der Markt diese Wette noch nicht einheitlich bewertet. Ob sich der Umbau in Chongqing, Yongin und Cheongju auszahlt, wird sich nicht in Tagen, sondern in Baujahren entscheiden.

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