SK Hynix durchbricht die Billionen-Marke — Micron, TSMC und Intel auf Allzeithoch
SK Hynix erreicht als erster koreanischer Konzern eine Billionen-Won-Bewertung. Micron und TSMC profitieren von der unstillbaren KI-Nachfrage, Intel feiert ein spektakuläres Comeback.

- SK Hynix knackt Billionen-Won-Marke
- Micron mit Bruttomargen wie Nvidia
- TSMC erweitert 3-nm-Kapazitäten
- Intel-Aktie verdoppelt sich 2026
Vier von fünf Chipwerten notieren an ihrem Jahreshöchststand. Was den Speichermarkt und die Foundry-Branche gerade antreibt, hat wenig mit einem normalen Aufschwung zu tun: Die KI-Infrastruktur verschlingt Halbleiter schneller, als die Industrie sie produzieren kann. SK Hynix hat als erstes koreanisches Unternehmen die Marke von 1.000 Billionen Won Marktkapitalisierung geknackt, Micron liefert Bruttomargen auf Nvidia-Niveau, und Intel inszeniert das spektakulärste Comeback der jüngeren Chipgeschichte.
SK Hynix: Erster koreanischer Billionen-Won-Konzern
SK Hynix hat heute die Marke von 1,4 Millionen Won je Aktie durchbrochen — ein frisches Allzeithoch, das die Marktkapitalisierung erstmals über 1.000 Billionen Won (rund 710 Milliarden Dollar) hievt. Allein am heutigen Handelstag legte die Aktie um 12,52 % zu. Ausländische Investoren griffen massiv zu, nachdem US-Technologiekonzerne vergangene Woche ihre KI-Investitionspläne bekräftigt hatten.
Der Quartalsbericht untermauert die Euphorie. Im ersten Quartal überschritt der Umsatz erstmals die Schwelle von 50 Billionen Won, der operative Gewinn erreichte mit 37,6 Billionen Won einen Rekord. Treiber ist die explodierende Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) — jener Speicherklasse, ohne die kein moderner KI-Beschleuniger funktioniert. SK Hynix kontrolliert hier rund 57 % des Weltmarkts.
Barclays hat das Bewertungsmultiple von 5x auf 6x der 2026er-Schätzungen angehoben. Der Analystenkonsens liegt bei „Strong Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 1,69 Millionen Won. Stabilisierend wirkt zudem, dass SK Hynix seine Tarifverhandlungen frühzeitig abschließen konnte — Rivale Samsung kämpft derweil mit Streikdrohungen.
ASML: Rekordaufträge trotz Stellenabbau
Während SK Hynix und Micron die Nachfrageseite abbilden, steht ASML für die Angebotsseite der KI-Revolution. Die Auftragsbücher quellen über: Im vierten Quartal 2025 verbuchte der niederländische Lithografie-Monopolist Bestellungen über 13,2 Milliarden Euro — 86 % mehr als im Vorjahr und weit über den erwarteten 6,85 Milliarden.
Gleichzeitig streicht das Unternehmen rund 1.700 Stellen, vor allem in Management, IT und Technik. Mehr als 1.000 Beschäftigte legten am Hauptsitz in Veldhoven aus Protest die Arbeit nieder. CEO Christophe Fouquet verteidigt den Schritt als Effizienzmaßnahme, während der Umsatz 2025 auf 32,7 Milliarden Euro stieg und für 2026 eine Spanne von 34 bis 39 Milliarden angepeilt wird.
Ein strategisches Risiko verdient Aufmerksamkeit: TSMC hat die Einführung von High-NA-EUV-Maschinen verschoben und plant, bis 2029 ohne diese Technologie auszukommen. Das könnte ASMLs wichtigste Umsatzrampe um Jahre verzögern. Hinzu kommt der erwartete Rückgang des China-Geschäfts von 33 % auf 20 % Umsatzanteil durch verschärfte Exportkontrollen.
Die Aktie notiert bei 1.200,40 Euro — nahezu exakt auf dem 50-Tage-Durchschnitt und gut 7 % unter ihrem Februarhoch. Analysten sehen im Schnitt noch rund 26 % Aufwärtspotenzial.
Micron: Bruttomargen wie ein Softwarekonzern
Micron hat sich vom zyklischen Speicherhersteller zum strukturellen Profiteur der KI-Ära gewandelt. Die Zahlen des zweiten Fiskalquartals 2026 lesen sich wie aus einer anderen Branche:
- Umsatz: 23,9 Milliarden Dollar — ein Plus von 196 % im Jahresvergleich
- Bruttomarge: 74,4 % — auf Augenhöhe mit Nvidia
- Gewinnwachstum: 756 % gegenüber dem Vorjahresquartal
Noch vor drei Jahren lag die Bruttomarge bei minus 33 %. Die Transformation erklärt sich durch HBM-Chips, die nicht beliebig substituierbar sind. Micron hält rund 21 % des globalen HBM-Markts und profitiert von einer Preissetzungsmacht, die der Speicherbranche historisch fremd war.
Für das laufende dritte Quartal stellt das Management einen Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar in Aussicht — bei Bruttomargen von annähernd 81 %. Das Investitionsprogramm passt zur Ambition: 25 Milliarden Dollar Kapitalausgaben sind für das Fiskaljahr 2026 eingeplant.
Die Aktie markierte heute bei 477,05 Euro ein neues Allzeithoch, getragen von einem Tagesplus von 8,04 %. Das Forward-KGV liegt bei 6,5 — angesichts der Margenstärke ein Wert, der Aufmerksamkeit verdient. 26 von 29 Analysten empfehlen den Kauf.
TSMC: 3-nm-Kapazität reicht trotz Ausbau nicht
TSMC bleibt der Flaschenhals der KI-Revolution. Im ersten Quartal kletterte der Gewinn um 58 % auf 18,2 Milliarden Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei gut zwei Billionen Dollar. Für das zweite Quartal prognostiziert der Konzern Erlöse zwischen 39 und 40,2 Milliarden Dollar.
Die eigentliche Geschichte spielt sich in den Fabs ab. Ursprünglich sollte die monatliche 3-nm-Kapazität in Taiwan bis Jahresende 150.000 Wafer erreichen. Mittlerweile ist das Ziel auf 180.000 Wafer angehoben worden — und selbst das reicht nicht. Nvidia, AMD, Intel und Automobilhersteller konsumieren die verfügbare Kapazität schneller, als TSMC sie aufbauen kann.
Parallel nimmt die nächste Prozessgeneration Gestalt an. Der A16-Prozess (1,6 nm) soll 2026 produktionsbereit sein, das Volumen aber erst 2027 anlaufen. Nvidia wird erster Kunde. Strategisch bedeutsam: TSMC verzichtet für alle Nodes bis 2029 auf High-NA-EUV-Lithografie — ein Schritt, der ASML unter Druck setzt, TSMCs eigene Roadmap aber vereinfacht.
Bei 344,00 Euro steht die Aktie auf ihrem Jahreshoch. Analysten vergeben im Schnitt ein „Strong Buy“ mit einem Kursziel von rund 387 Dollar.
Intel: Vom Überlebenskampf zum Milliarden-Packaging-Geschäft
Kein Chipwert hat 2026 eine dramatischere Kehrtwende hingelegt. Seit Jahresbeginn hat sich die Intel-Aktie mehr als verdoppelt — YTD steht ein Plus von über 152 %. Allein im April schoss der Kurs um 76 %, nachdem die Quartalszahlen am 23. April den Markt auf dem falschen Fuß erwischten.
Die Überraschung war gewaltig. Intel lieferte einen bereinigten Gewinn von 0,29 Dollar je Aktie bei Erlösen von 13,6 Milliarden Dollar. Wall Street hatte mit 0,01 Dollar EPS und 12,36 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet. Das Datacenter- und KI-Segment legte 22 % zu, die Foundry-Sparte wuchs um 16 %.
Der entscheidende Wachstumshebel heißt EMIB — Intels Advanced-Packaging-Technologie, die als Alternative zu TSMCs CoWoS-Verfahren positioniert wird. Da Nvidia den Großteil der CoWoS-Kapazität bei TSMC reserviert hat, wird Advanced Packaging zum nächsten Engpass in der KI-Chipfertigung. CFO David Zinsner beziffert das Potenzial auf Milliardenumsätze pro Kunde. Amazon, Cisco, SpaceX und Tesla gehören bereits zu den Abnehmern.
Noch ist die Technologie nicht am Ziel. Die EMIB-T-Verifikationsausbeute liegt bei 90 % — ein solider Wert, aber deutlich unter den 98 %, die für die Massenproduktion nötig sind. Genau diese letzte Lücke ist erfahrungsgemäß die schwierigste. HSBC hat das Kursziel dennoch von 50 auf 95 Dollar angehoben.
CEO Lip-Bu Tan brachte die Transformation auf den Punkt: Vor einem Jahr drehte sich die Debatte darum, ob Intel überleben kann. Heute geht es darum, wie schnell der Konzern seine Kapazitäten skaliert.
KI-Superzyklus mit unterschiedlichen Risikoprofilen
Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta planen zusammen rund 710 Milliarden Dollar an Investitionsausgaben in diesem Jahr — der Großteil fließt in KI-Infrastruktur. Dieser Kapitalstrom verbindet alle fünf Chipwerte, trifft sie aber unterschiedlich:
- SK Hynix und Micron profitieren als direkteste HBM-Lieferanten, deren Kapazitäten bis mindestens 2027 ausverkauft sind
- TSMC kontrolliert den Engpass bei der Logikfertigung und arbeitet gleichzeitig an der A16-Volumenproduktion
- ASML liefert die Maschinen, die alles möglich machen — muss aber mit der verschobenen High-NA-Einführung umgehen
- Intel wandelt Packaging-Momentum in eine Foundry-Story um, wobei die Yield-Lücke das zentrale Ausführungsrisiko bleibt
Die globale Speicherindustrie befindet sich in einem Superzyklus, angetrieben durch Angebotsknappheit, die sich über Jahre hinziehen dürfte. Für den Chipsektor insgesamt stellt sich nicht mehr die Frage, ob die KI-Nachfrage real ist. Die entscheidende Frage lautet, wie lange der Infrastrukturausbau Margen auf einem Niveau hält, das die Branche in ihrer Geschichte noch nie gesehen hat.
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